Programmierbare Anreize, die unabhängige Handelsagenten erst dann entlohnen, wenn die Kundenportfolios steigen, kommen genau in dem Moment, in dem der agentische Finanzstack reift, argumentiert die CoinDesk-Kolumnistin Naja. Innerhalb weniger Wochen hat Anthropic Agenten für den Finanzbereich ausgerollt, Circle eine Nanopayment-Infrastruktur gelauncht, MoonPay eine Agenten-Debitkarte ausgeliefert und Gemini agentisches Trading freigeschaltet — doch jedes dieser Produkte sitzt weiterhin auf den Schienen von Börsen und Brokern, deren Geschäftsmodell Handelsfrequenz statt Kundenergebnisse belohnt.
Warum das zählt
Der Konflikt ist strukturell. Broker und Börsen brauchen nicht, dass ihre Kunden gewinnen, sondern dass sie weiter handeln. Robinhood bezog auf dem Höhepunkt mehr als 75 % seines Umsatzes aus Payment for Order Flow, und die zwölf größten US-Broker zahlten Market Makern 2025 zusammen über 4,9 Milliarden Dollar für Order Flow — ein Anstieg von rund 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2021. Der Kryptomarkt spiegelt dasselbe Muster: Das Derivatevolumen im ersten Quartal 2026 erreichte rund 18,6 Billionen Dollar, 70 % des globalen Krypto-Handels, wobei Perpetuals den Kassamarkt dominieren. Beratungsmodelle ziehen auf die gleiche Weise Geld ab — Robo-Advisor zu 0,25 % des Vermögens und menschliche Berater nahe 1 %, bezahlt unabhängig davon, ob das Konto im Plus oder Minus ist. PiP-World-Research beziffert die Verluste von Privathändlern auf 74 % bis 89 % — genau die Quote, die jeder Agent übernimmt, der auf den bestehenden Börsenanreizen aufsetzt.
Marktauswirkungen
Die SEC-Genehmigung vom 14. April zur Abschaffung der Pattern-Day-Trader-Regel durch FINRA beseitigte das Mindestkapital-Hindernis von 25.000 Dollar und schiebt mechanisch mehr Trades und mehr Order Flow durch die Broker-Schienen. Das PFOF-Verbot der EU tritt am 30. Juni 2026 in Kraft, beendet die Erlösquelle hinter „kostenlosen" Trades für deutsche und österreichische Neobroker und drängt Trade Republic in Richtung BaFin-lizenzierter Order-Internalisierung. Derweil bauen Krypto-Entwickler Onchain-Schienen für KI-Agenten neu — Circles Nanopayments-Protokoll für fragmentierte Liquidität, Hyperliquids gasfreie Perpetuals — doch Maker-Taker-Gebühren gelten weiterhin.
Häufig gestellte Fragen
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Welches Anreizmodell brauchen KI-Agenten aus Sicht des Autors, um Börsen zu schlagen?
Programmierbare Anreize, die den unabhängigen Agenten erst dann entlohnen, wenn das Kundenportfolio steigt, sodass seine Ökonomie in dieselbe Richtung wie der P&L des Kunden läuft — nicht in Richtung Handelsfrequenz.
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Wie viel zahlten die größten US-Broker 2025 für Order Flow?
Den Angaben der Kolumne zufolge zahlten die zwölf größten US-Broker 2025 über 4,9 Milliarden Dollar für Order Flow an Market Maker — ein Anstieg von rund 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2021.
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Welcher Anteil der Privathändler verliert laut dem Artikel Geld?
Die in der Kolumne zitierte PiP-World-Research ergab, dass 74 % bis 89 % der Privatanleger beim Handel auf diesen Plattformen Geld verlieren.
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Welche regulatorischen Änderungen setzen das alte Free-Trading-Modell unter Druck?
Die SEC-Genehmigung vom 14. April zur Abschaffung der Pattern-Day-Trader-Regel durch FINRA entfernte das Mindestkapital-Hindernis von 25.000 Dollar, und das PFOF-Verbot der EU tritt am 30. Juni 2026 in Kraft und beendet die Erlösquelle hinter kostenlosen Trades für deutsche und österreichische Neobroker.
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Welche kryptospezifische Infrastruktur wird für KI-Handelsagenten gebaut?
Circles Nanopayments-Protokoll für fragmentierte Liquidität, Hyperliquids gasfreie Perpetual Futures, MoonPays Agenten-Debitkarte und Geminis agentisches Trading — alles innerhalb weniger Wochen ausgeliefert, wie die Kolumne anmerkt.