Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf erarbeitet, der den steuerfreien Verkauf von Kryptowährungen mit einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten abschaffen würde. Der Vorschlag, der aus dem Ministerium von Vizekanzler Lars Klingbeil stammt und von der deutschen Zeitung Die Welt berichtet wurde, würde Gewinne aus Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen, die nach dem 31. Dezember 2026 erworben werden, unabhängig von der Haltedauer besteuern. Das Finanzministerium erwartet etwa 160 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen im Jahr 2028, die bis 2031 auf rund 350 Millionen Euro jährlich steigen sollen.
Warum das wichtig ist
Die derzeitige Regelung in Deutschland, der steuerfreie Verkauf nach einer Haltedauer von 12 Monaten, galt lange als Rückenwind für die langfristige Akkumulation, insbesondere bei Privatanlegern und Family Offices, die BTC und ETH über Jahre in Cold Wallets parkten. Die Abschaffung dieser Ausnahme beseitigt einen verhaltensökonomischen Anreiz genau in dem Moment, in dem andere EU-Rechtsordnungen noch darüber debattieren, wie digitale Vermögenswerte einzuordnen sind. Der Entwurf ordnet zudem Einkünfte aus dem Verleihen und Staking in das Kapitalertragsteuerregime ein und verringert damit die Lücke zwischen dem Halten von Coins und dem Verleihen. NFTs, einige Stablecoins, Security Tokens und bestimmte Real-World-Asset-Token bleiben außerhalb des neuen Rahmens.
Auswirkungen auf den Markt
Für kurzfristig orientierte deutsche Trader ist die Änderung neutral oder eine Erleichterung. Sie werden derzeit mit persönlichen Einkommensteuersätzen und einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent besteuert, während der neue pauschale Quellensteuersatz von 25 Prozent im Entwurf für viele niedriger ausfällt. Für Langfristighalter ist die Lesart bearish: der Haltedauer-Vorteil, der die Akkumulationsthese des Landes verankerte, verschwindet. Das Gesetz tritt im Januar 2027 in Kraft, wobei Plattformen ab 2028 mit der Quellensteuer beginnen müssen, was Börsen und Verwahrern ein Jahr gibt, um ihre Meldesysteme anzupassen. Anbieter können vom Kunden gelieferte Kaufpreise und Erwerbszeitpunkte verwenden, wenn Vermögenswerte zwischen Plattformen wechseln. Anleger ohne Unterlagen trifft die pauschale 25-Prozent-Steuer.
Häufig gestellte Fragen
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Wann würde die neue deutsche Krypto-Steuerregel in Kraft treten?
Der Gesetzentwurf würde im Januar 2027 in Kraft treten, wobei Krypto-Plattformen ab 2028 Steuern automatisch einbehalten müssten.
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Welche Vermögenswerte würde die neue deutsche Krypto-Steuer erfassen?
Gewinne aus Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen, die nach dem 31. Dezember 2026 erworben werden, wären unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig. NFTs, einige Stablecoins, Security Tokens und bestimmte RWA-Token bleiben außerhalb des neuen Regimes.
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Wie hohe Einnahmen erwartet Deutschland durch die Änderung?
Das Finanzministerium erwartet etwa 160 Millionen Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen im Jahr 2028, die bis 2031 auf rund 350 Millionen Euro jährlich steigen sollen.
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Gilt die 12-Monats-Befreiung weiterhin für Krypto-Bestände, die vor 2027 erworben wurden?
Ja. Vor dem 31. Dezember 2026 erworbene Kryptowährungen fallen weiterhin unter die aktuellen Regeln, einschließlich des steuerfreien Verkaufs nach einer Haltedauer von 12 Monaten.
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Wie würden kurzfristige Trader unter den neuen deutschen Regeln dastehen?
Viele kurzfristig orientierte Trader zahlen derzeit persönliche Einkommensteuersätze mit einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent, während der neue pauschale Quellensteuersatz von 25 Prozent für aktive Trader niedriger wäre.