Der kombinierte On-Chain-Risikoindikator von Bitcoin ist auf 0,18 gefallen – ein Niveau, unter dem sich das Netzwerk historisch selten aufgehalten hat. In jedem vorangegangenen Zyklus kennzeichnete dieses Regime die späte Phase eines Bärenmarktes und legte den Boden für den nächsten Aufwärtsschub.
Der Indikator bündelt mehrere On-Chain-Signale zu einem normalisierten Gesamtwert: Anteil des Angebots im Gewinn und im Verlust, MVRV-Z-Score, Puell Multiple, MVRV-Score, Miner-Cap-zu-Thermocap-Verhältnis, Transaktionsgebühren, Market-Cap-zu-Thermocap, Terminal Price, RHODL Ratio sowie Supply in Profit. Für sich genommen ist der Anteil des Angebots im Gewinn/Verlust der Hauptauslöser – historisch gesehen findet Bitcoin innerhalb von ein bis vier Monaten einen Zyklustiefpunkt, sobald dieser Wert tief negatives Terrain erreicht. (In den Jahren 2018 und 2022 flackerte das Signal zur Jahresmitte auf, bevor es später im Jahr bestätigt wurde – ein Präzedenzfall, der im Auge zu behalten ist.)
Warum das wichtig ist
Ein On-Chain-Risiko von 0,18 platziert Bitcoin in einem Fenster, das das Netzwerk selten durchlaufen hat. Werte unter 0,2 häufen sich in Midterm-Jahren – genau in der Phase des Zyklus, in der sich Bitcoin derzeit befindet. Das aktuelle Setup gleicht stark dem Jahr 2019: Bitcoin toppte sowohl 2019 als auch 2025 rund zwei Monate vor dem Ende der quantitativen Straffung, in beiden Zyklen folgten drei Zinssenkungen in schneller Folge, und in keinem der beiden Fälle kam es zu einer nennenswerten Rotation in Altcoins. Diese Parallele spricht dafür, dass die Verdauungsphase nach dem Hoch von 2019 bis Anfang 2020 der sauberste Vergleichsmaßstab für die Preisbewegung ist, die Anleger derzeit sehen.
Die strukturelle Lesart: Böden beim Anteil des Angebots im Gewinn/Verlust gehen dem Startpunkt des nächsten Bullenmarktes voraus. Anleger, die das Zeitfenster von ein bis vier Monaten nach dem Signal als Akkumulationszone nutzen, haben historisch die Tiefststände mitgenommen, ohne den Nachrichtenstrom raten zu müssen – der Indikator ist gewissermaßen selbst die Nachricht.
Marktauswirkung
Ein in diesem Jahr bestätigtes Tief würde den Referenzpunkt des Zyklus setzen. Die Argumentation: Wenn sich 2024–2025 als apathisches Top im Stil von 2019 statt als euphorisches Top abgespielt hat, dann könnte der anschließende Bullenmarkt der euphorischere der beiden sein. Die Roadmap für den Bärenmarkt in diesem Szenario lautet, das On-Chain-Risiko dabei zu beobachten, wie es über den Rest dieses Jahres ein mehrmonatiges Tal formt, bevor es im Post-Halving-Fenster wieder nach oben dreht.
Entscheidend sind Timing und Bestätigung. Oktober wurde am häufigsten als Fenster für das Tief genannt, aber das wichtigere Signal ist eine mehrmonatige Basis beim zusammengesetzten On-Chain-Risiko. Ein einzelner scharfer Spike zurück über 0,2 ist keine Bestätigung – ein flaches, sich quälend langsam bildendes Tief dagegen schon. Anleger, die nach Nachrichten timen, werden wahrscheinlich durchgeschüttelt; Anleger, die nach diesem Indikator timen, wurden es historisch nicht.
Häufig gestellte Fragen
-
Was ist der Bitcoin-On-Chain-Risikoindikator?
Es ist ein zusammengesetzter Wert, der mehrere On-Chain-Signale bündelt – darunter den Anteil des Angebots im Gewinn und im Verlust, den MVRV-Z-Score, den Puell Multiple und die RHODL Ratio – zu einer einzelnen normalisierten Kennzahl. Der aktuelle Wert liegt bei 0,18.
-
Warum ist ein On-Chain-Risiko unter 0,2 relevant?
Bitcoin hat sich historisch sehr selten unter 0,2 aufgehalten, und frühere Werte unter 0,2 häuften sich in Midterm-Jahren und markierten die Spätphase von Bärenmärkten. Jeder frühere Aufenthalt setzte den Boden für den nächsten Bullenmarkt.
-
Wie lässt sich der Zyklus 2019 mit dem aktuellen vergleichen?
Bitcoin toppte sowohl 2019 als auch 2025 rund zwei Monate vor dem Ende der quantitativen Straffung. Beide Zyklen sahen drei Zinssenkungen in Folge, und in keinem kam es zu einer nennenswerten Rotation in Altcoins – was einen Vergleich mit einem apathischen Top im 2019-Stil stützt.
-
Wann wird der nächste Bitcoin-Zyklusboden erwartet?
Das On-Chain-Risiko hat historisch in Midterm-Jahren ein mehrmonatiges Tief ausgebildet, wobei sich der Boden typischerweise über mehrere Monate formt. Oktober wurde am häufigsten als Fenster genannt, doch eine flach verlaufende, sich langsam aufbauende Basis wiegt schwerer als ein konkretes Datum.
-
Könnte der nächste Bitcoin-Bullenmarkt euphorischer ausfallen?
Die These lautet: Wenn 2024–2025 ein apathisches Top im 2019-Stil war und kein euphorisches, dann könnte der darauffolgende Bullenmarkt der euphorischere der beiden sein. Voraussetzung ist, dass das On-Chain-Risiko zunächst eine saubere mehrmonatige Basis ausbildet.