Die Circle-Aktien fielen am Dienstag um 16 %, nachdem das Open-Standard-Konsortium und sein Stablecoin Open USD vorgestellt wurden, ein von Stripe und Coinbase getragenes Projekt, das direkt auf USDC zielt. Dem Konsortium gehören inzwischen mehr als 140 Mitglieder an, darunter Visa, Mastercard und BlackRock, und die Botschaft ist unmissverständlich: OUSD soll die Erträge aus den Reserven an die Distributionspartner ausschütten, statt sie beim Emittenten zu bündeln, und greift damit genau die Wirtschaftlichkeit an, die USDC zu einem 73-Milliarden-Dollar-Geschäft gemacht hat.
Warum das wichtig ist
Rob Hadick, General Partner bei Dragonfly, bezeichnete die prominente Liste als echte Bedrohung für Circles Geschäft und wies darauf hin, dass Stripes Zahlungsinfrastruktur es dem Konsortium ermöglichen könnte, „die Ökonomie von Circle in einzigartiger Weise zu unterbieten“. Owen Lau, Managing Director bei Clear Street, pflichtete bei, dass die Partnerliste den CRCL-Kurs kurzfristig belastet, bis OUSD im späteren Jahresverlauf tatsächlich auf den Markt kommt, hielt das Ausmaß des Kurseinbruchs jedoch für überzogen.
Historische Daten stützen diese Vorsicht. Das Global Dollar Network von Paxos startete Ende 2024 mit einer ähnlichen Shared-Yield-Struktur und ist bisher nur auf rund 3 Milliarden Dollar Supply gewachsen, ein Bruchteil von USDCs 73 Milliarden und Tethers 145 Milliarden. Hadick warnte, „Konsortien sind schwer aufrechtzuerhalten und zerbrechen leicht“, da die Anreize der Partner breit gefächert und oft nicht aufeinander abgestimmt seien. Noelle Acheson, Autorin von „Crypto Is Macro Now“, erklärte, die Ankündigung lasse Fragen zu Eigentumsstruktur, Lizenzierung, unterstützten Blockchains und Verteilung der Reserveerträge offen, die allesamt geklärt werden müssten, bevor das Netzwerk skalieren könne.
Marktauswirkungen
Der Launch schärft zugleich den Blick auf die Beziehung zwischen Circle und Coinbase. Die beiden hatten gemeinsam Centre gegründet, das Konsortium hinter der USDC-Emission, und teilen die Erträge aus den Reserven weiterhin im Rahmen eines kommerziellen Vertrags, der Berichten zufolge im August zur Erneuerung ansteht. Omar Kanji von Dragonfly sagte, die Ankündigung mache eine Trennung von Circle und Coinbase plausibler, erwarte aber dennoch eine Verlängerung mit angepassten Konditionen und weiterhin bestehender Überschneidung.
Die wichtigere Lesart für Investoren ist laut Arca-CIO Jeff Dorman, dass sich der Wert von Stablecoins zunehmend in höheren Schichten des Stacks verlagert.
Häufig gestellte Fragen
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Was ist das Open-Standard-Konsortium und wer steht hinter Open USD?
Open Standard ist ein Stablecoin-Konsortium mit mehr als 140 Mitgliedern, darunter Stripe, Coinbase, Visa, Mastercard und BlackRock. Sein Stablecoin Open USD soll die Erträge aus den Reserven an Distributionspartner ausschütten, statt sie beim Emittenten zu bündeln.
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Warum ist die Circle-Aktie nach der Open-USD-Ankündigung um 16 % gefallen?
Die Circle-Aktien fielen am Dienstag um 16 %, weil Open USD die USDC-Ökonomie direkt herausfordert, indem die Rendite aus den Reserven mit Partnern geteilt wird. Investoren werteten die 140 Mitglieder starke Liste mit Stripe, Visa und Mastercard als glaubwürdige Bedrohung für USDCs 73-Milliarden-Dollar-Geschäft.
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Wie schneidet Open USD im Vergleich zu USDC und Tether hinsichtlich der Marktgröße ab?
Open USD wurde noch nicht gelauncht, während USDC bei rund 73 Milliarden Dollar Supply liegt und Tether bei etwa 145 Milliarden. Der nächste vergleichbare Fall, das Global Dollar Network von Paxos, startete Ende 2024 mit einem ähnlichen Shared-Yield-Modell und erreichte bislang nur rund 3 Milliarden Dollar.
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Was sind die größten Bedenken der Analysten gegenüber Open USD?
Analysten sehen offene Fragen zur Eigentumsstruktur, zum Lizenzrahmen, zur Chain-Unterstützung und zur Aufteilung der Reserveerträge unter den Partnern. Sie verweisen zudem auf die historische Schwierigkeit, konsortialgestützte Stablecoins zu skalieren, da die Anreize der Mitglieder oft nicht übereinstimmen.
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Könnte Open USD die Partnerschaft zwischen Circle und Coinbase belasten?
Die Ankündigung rückt die Beziehung zwischen Circle und Coinbase, die gemeinsam das Centre-Konsortium hinter USDC betreiben, stärker in den Fokus. Ihr kommerzieller Vertrag steht Berichten zufolge im August zur Verlängerung an, und Analysten halten eine Trennung nun für plausibler, sehen als Basisszenario aber…
CoinDesk