BitGo-Chef Mike Belshe warnte, dass die gescheiterte Behandlung des Clarity Act im Senat die US-Märkte für digitale Vermögenswerte konzentrierten Verwahr- und Gegenparteirisiken aussetzt. Am 15. September lehnte der Senat einen Antrag ab, die Beratungen aufzunehmen: Der Gesetzentwurf erreichte die dafür nötigen 60 Stimmen nicht. Auf der Korea Blockchain Week 2026 sagte Belshe, ein Unternehmen, das Börsenhandel, Brokerage und Verwahrung vereint, könne zum Ausfallrisiko für den gesamten Markt werden.
Warum das wichtig ist
Belshe benannte zwei Risiken des Alles-aus-einer-Hand-Modells: den Verlust der Kontrolle über verwahrte digitale Vermögenswerte und einen unzureichenden Umgang mit Kreditrisiken gegenüber Gegenparteien. Geht ein privater Schlüssel verloren, können auch die Guthaben verloren sein. Das macht Ausfälle bei der Verwahrung besonders folgenschwer, wenn ein Unternehmen zugleich eine zentrale Rolle im Handel spielt.
Er verglich die Bündelung der Dienstleistungen mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008. Der Schaden könnte jedoch noch größer sein, wenn ein zentraler Handelsplatz mitsamt seinem Brokerage- und Verwahrgeschäft ausfiele. Das ist Belshe Warnung, keine Behauptung, dass ein solcher Ausfall bereits eingetreten sei.
Auswirkungen auf den Markt
Als Beispiel für die Übernahme zusätzlicher Funktionen nannte Belshe Coinbase: das Unternehmen betreibt eine Börse, verfügt über eine Lizenz als Futures Commission Merchant und erhielt kürzlich eine Lizenz als Derivatives Clearing Organization. Der Clarity Act hätte laut Belshe Risiken in der Marktstruktur geregelt, die nach der Abstimmung im Senat weiter ungelöst sind.
BitGo könne auch ohne das Gesetz weiterarbeiten, sagte Belshe. Er rechnet aber damit, dass Banken und andere traditionelle Finanzunternehmen langsamer in den Markt für digitale Vermögenswerte einsteigen. Für Anleger wirft die Abstimmung die Frage auf, wie viel Verwahr- und Gegenparteirisiko sich bei einem einzigen Anbieter ansammeln kann, bevor Regeln für diese gebündelten Funktionen feststehen.
Häufig gestellte Fragen
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Warum kam der Clarity Act im Senat nicht voran?
Ein Antrag, die Beratungen aufzunehmen, erreichte am 15. September nicht die dafür nötigen 60 Stimmen.
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Welche Risiken sieht Mike Belshe bei Anbietern digitaler Vermögenswerte, die alles aus einer Hand anbieten?
Er nennt Verwahrausfälle und Kreditrisiken gegenüber Gegenparteien als Kernrisiken, wenn eine Firma Börsenhandel, Brokerage und Verwahrung vereint.
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Warum verglich Belshe das Risiko mit Lehman Brothers?
Ein Ausfall, der einen zentralen Handelsplatz samt Brokerage und Verwahrung trifft, könnte laut Belshe für das Finanzsystem schwerer zu verkraften sein als der Kollaps von Lehman.
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Welche Rolle spielt Coinbase in Belshe Argumentation?
Belshe verwies auf die Börse von Coinbase, die Lizenz als Futures Commission Merchant und die kürzlich erhaltene Lizenz als Derivatives Clearing Organization als Beispiel für mehrere Rollen in einem Unternehmen.
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Welche Folgen erwartet Belshe für traditionelle Finanzunternehmen?
BitGo könne ohne das Gesetz weiterarbeiten. Banken und andere traditionelle Unternehmen würden aber wohl langsamer in den Markt für digitale Vermögenswerte einsteigen.