Der US-Senat hat vor seiner Augustpause noch rund acht Arbeitstage, um den Clarity Act zu beraten, ein Gesetz zu digitalen Vermögenswerten, das einen nationalen Rahmen für die Kryptoaufsicht unter der CFTC schaffen würde. Senatsmehrheitsführer John Thune bestätigte, dass die Kammer voraussichtlich über das Gesetz abstimmen wird, neben einer dichten Tagesordnung mit einem Russland-Sanktionsgesetz, einem Paket aus 74 Präsidentschaftsnominierungen und einem Gesetz zur Staatsfinanzierung.
Senatorin Kirsten Gallego und Senator Thom Tillis stellen derzeit ein demokratisches Gegenangebot fertig, das in den kommenden Tagen an das Weiße Haus gehen soll, ein Zeichen dafür, dass beide Seiten weiter auf eine Einigung hinarbeiten könnten. Wenn der Senat vor der Pause nicht handelt, schrumpft das realistische Zeitfenster auf rund 12 Arbeitstage im September, bevor die Kammer vor den Zwischenwahlen erneut pausiert. Danach wird der Gesetzgebungskalender faktisch zurückgesetzt.
Warum das wichtig ist
Der Clarity Act würde die Kryptoaufsicht auf Bundesebene unter der CFTC bündeln und das derzeitige Flickwerk einzelstaatlicher money-transmitter-Regime ersetzen, das nach Ansicht von Vermögensverwaltern Tokenisierung und den Ausbau von Stablecoin-Zahlungsschienen bremst. Tom Lee beschreibt den Moment als Wendepunkt im Stil von 1934 und vergleicht die heutigen fragmentierten Regeln der Bundesstaaten mit dem Regulierungsumfeld vor der Gründung der SEC. Große Vermögensverwalter wie Charles Schwab, Franklin Templeton und Fidelity unterstützen den föderalen Rahmen öffentlich, auch weil ein einziger nationaler Aufseher die Compliance-Reibung für tokenisierte Produkte senken würde.
Das politische Risiko ist asymmetrisch. Kritiker, darunter John Oliver, argumentieren, der Entwurf tue zu wenig, um Interessenkonflikte im Zusammenhang mit präsidialen Krypto-Unternehmungen zu verhindern. Zudem wäre die Struktur nach ihrem Inkrafttreten für eine Nachfolgeregierung schwer zurückzudrehen. Ein in der Berichterstattung zitierter Branchenverbandsmanager warnte, die Änderungen könnten schwer rückgängig zu machen sein, egal ob die nächste Regierung republikanisch oder demokratisch ist. Das erhöht den Einsatz für die Formulierung, die am Ende verabschiedet wird.
Marktauswirkung
Auch wenn der gesetzgeberische Weg unsicher bleibt, wandert On-chain-Aktivität weiter zu bestimmten Chains. Franklin Templetons tokenisierter Geldmarktfonds Benji hält inzwischen rund 1,5 Milliarden Dollar seiner 2,44 Milliarden Dollar AUM auf BNB Chain, womit BNB sowohl Stellar als auch Ethereum bei diesen Zuflüssen überholt. Das DEX-Volumen von Solana erreichte laut DeFi Llama 17 Milliarden Dollar, was darauf hindeutet, dass sich On-chain-Handel selbst während der breiteren Marktabkühlung auf Solana bündelt.
Häufig gestellte Fragen
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Was macht der Clarity Act eigentlich?
Er würde einen nationalen Rahmen für die Kryptoaufsicht unter der CFTC schaffen und das derzeitige Flickwerk einzelstaatlicher money-transmitter-Regeln durch ein einheitliches Bundesregime für digitale Vermögenswerte ersetzen.
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Warum läuft dem Senat die Zeit davon?
Die Kammer hat vor ihrer Augustpause rund 8 Arbeitstage, und auf der Agenda stehen neben einer möglichen Abstimmung über den Clarity Act auch ein Russland-Sanktionsgesetz, 74 Präsidentschaftsnominierungen und ein Streit um die Staatsfinanzierung.
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Was passiert, wenn der Senat das August-Fenster verpasst?
Die realistisch nächste Chance liegt bei rund 12 Arbeitstagen im September, bevor die Kammer vor den Zwischenwahlen erneut pausiert. Danach wird der Gesetzgebungskalender faktisch zurückgesetzt.
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Warum unterstützen große Vermögensverwalter den Clarity Act?
Charles Schwab, Franklin Templeton und Fidelity unterstützen den Bundesrahmen öffentlich, weil ein einziger nationaler Aufseher die Compliance-Reibung für tokenisierte Produkte und Stablecoin-Zahlungsschienen senken würde.
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Was ist die politische Kritik am Clarity Act?
Kritiker, darunter John Oliver, argumentieren, der aktuelle Entwurf schütze nicht ausreichend vor präsidialen Krypto-Interessenkonflikten. Zudem wäre der Rahmen nach Inkrafttreten für eine künftige Regierung schwer zurückzudrehen.