Ari Redbord, globaler Politikchef bei TRM Labs, widerspricht der Darstellung von Senatorin Elizabeth Warren, der Digital Asset Market Clarity Act sei ein „Freifahrtschein zur Sanktionsumgehung“. In einer Kolumne bei CoinDesk argumentiert er, der aktuelle Entwurf gebe Strafverfolgern tatsächlich schärfere Instrumente, um illegale Finanzströme zu unterbrechen, statt sie zu schwächen.
Redbord, früher leitender Berater im Finanzministerium, verweist auf rund zwanzig Bestimmungen im Gesetzentwurf zu AML, Sanktionen und Befugnissen der Strafverfolgung. Dazu gehören die erstmalige vollständige Einbeziehung von Dienstleistern für digitale Vermögenswerte in den Bank Secrecy Act, die gesetzliche Verankerung von Echtzeit-Informationsaustausch zwischen Börsen und Strafverfolgungsbehörden, die Einrichtung einer KI-Arbeitsgruppe zur Erkennung von Terrorismusfinanzierung, Wallet-Pinning und Tageslimits für Kioskbetreiber, eine ausdrückliche Befugnis des Finanzministeriums, direkt an der Quelle gegen primäre Geldwäsche-Jurisdiktionen vorzugehen, sowie ein Gesetz zum Halten digitaler Vermögenswerte, mit dem Emittenten mutmaßlich illegale Gelder einfrieren können.
Warum das wichtig ist
Die Gegenrede kommt vor dem Hintergrund von Berichten aus Medien wie dem Wall Street Journal, die den CoinEx-Fall als Beleg für Regulierungslücken anführten. Redbord dreht das Argument um: Ermittler verfolgten über CoinEx Transaktionen im Umfang von rund 3,84 Milliarden US-Dollar, die mit Irans Zentralbank, sanktionierten Militärnetzwerken und nordkoreanischen Hackern verbunden waren. Diese Sichtbarkeit gab es nur, weil die Aktivität auf einer öffentlichen Blockchain lief. Dasselbe Register, das Kritiker als Risiko bezeichnen, machte die Nachverfolgung erst möglich.
Drei große Strafverfolgungsverbände, die National Organization of Black Law Enforcement Executives, die Major County Sheriffs of America und die Federal Law Enforcement Officers Association, haben den Entwurf öffentlich unterstützt. Sie verweisen auf BSA-Abdeckung, Sanktionsbefugnisse und den Rahmen für Transaktionssperren als die Bestimmungen, die für Ermittler vor Ort am wichtigsten sind.
Marktauswirkung
Für in den USA ansässige Krypto-Entwickler wird der Entwurf als Versuch beschrieben, Aktivität im Inland zu verankern. Wenn Entwickler unter US-Recht bleiben, greifen Vorladungen, Compliance-Aufseher und die Zuständigkeit der Gerichte direkt. Werden sie in nicht konforme Offshore-Jurisdiktionen gedrängt, verschwinden diese Hebel vollständig.
Häufig gestellte Fragen
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Wie stützte der CoinEx-Fall das Gegenargument?
Ermittler verfolgten über CoinEx Transaktionen im Umfang von rund 3,84 Milliarden US-Dollar, die mit Irans Zentralbank, sanktionierten Militärnetzwerken und nordkoreanischen Hackern verbunden waren. Diese Sichtbarkeit gab es nur, weil die Aktivität auf einer nachvollziehbaren öffentlichen Blockchain lief.