Das Krypto-Sicherheitsunternehmen CertiK hat in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weltweit 34 verifizierte Schraubenschlüssel-Angriffe dokumentiert – ein Anstieg von 41 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025, mit kumulierten Verlusten der Opfer von schätzungsweise rund 101 Millionen Dollar. Hochgerechnet erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr rund 130 Vorfälle und Verluste in Höhe mehrerer hundert Millionen – und warnt, dass Schraubenschlüssel-Angriffe inzwischen ein „etabliertes Bedrohungsvektor für Krypto-Inhaber“ seien.
Warum das wichtig ist
Der strukturelle Wandel ist der Grund, warum dieser Bericht über eine bloße Kriminalstatistik hinausgeht. CertiK zufolge sind Angreifer zu einem Modell „datengetriebener Zielauswahl“ übergegangen – sie kaufen vollständige Namen, Wohnadressen und Finanzprofile ihrer Opfer von Online-Brokern, anstatt aufwendige physische Überwachung zu betreiben. Gleichzeitig verlagern die Banden den Druck auf Stellvertreter: In mehr als der Hälfte der Vorfälle von 2026 war ein Mitglied der engsten Familie des primären Ziels – Ehepartner, Kind oder älteres Elternteil – entweder direkt Opfer oder Druckmittel.
Geografisch dominiert Europa mit 28 der 34 erfassten Vorfälle. Allein Frankreich verzeichnete 2025 insgesamt 24 Übergriffe und liegt 2026 auf Kurs, diese Zahl zu übertreffen – eine Konzentration, die CertiK auf Vorzeige-Arbeitgeber wie Ledger und Binance, eine dichte lokale Pipeline an Datenlecks und das zurückführt, was das Unternehmen als „eine Kultur des Flexens und freiwilligen Doxxings, die in der Community tief verankert ist“ bezeichnet. In den USA und Asien hingegen sind die Zahlen rückläufig – auf drei Vorfälle im ersten Quartal 2026 gegenüber neun im Jahr 2025 in den USA, und auf zwei gegenüber 25 in Asien.
Auswirkungen auf den Markt
Operativ betrachtet zeichnet sich eine reifende kriminelle Ökonomie ab. CertiK beschreibt kleine Bodencrews von drei bis fünf Personen, häufig jung und über Telegram oder Snapchat rekrutiert, während die Organisatoren im Ausland sitzen – in Marokko, Dubai und Osteuropa –, Datenlisten einkaufen, Koordinatoren beauftragen und Gelder entgegennehmen, bevor sie diese waschen. Bei den Zugriffstechniken setzen die Täter weiterhin auf dieselben physischen Vektoren, die bereits 2025 funktionierten – die „Doorbell“-Methode mit Lieferpersonal oder falschen Polizeibeamten sowie die „Honeypot“-Falle mit fingierten Geschäftstreffen und vorgetäuschten OTC-Deals.
Häufig gestellte Fragen
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Wie viele Krypto-Schraubenschlüssel-Angriffe hat CertiK 2026 erfasst?
CertiK hat in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weltweit 34 verifizierte Schraubenschlüssel-Angriffe dokumentiert – ein Anstieg von 41 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hochgerechnet auf ein Gesamtjahr erwartet das Unternehmen rund 130 Vorfälle.
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Wie viel haben Opfer von Schraubenschlüssel-Angriffen 2026 bisher verloren?
CertiK schätzt die Verluste in den ersten vier Monaten 2026 auf rund 101 Millionen Dollar. Bei diesem Tempo würden die Gesamtjahresverluste mehrere hundert Millionen Dollar erreichen.
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Was beschreibt das Modell der „datengetriebenen Zielauswahl“ bei CertiK?
Damit ist gemeint, dass Angreifer vollständige Namen, Wohnadressen und Finanzprofile ihrer Opfer bei Online-Datenbrokern kaufen, anstatt aufwendige physische Überwachung zu betreiben. Organisatoren erwerben Datenlisten, beauftragen Koordinatoren und erhalten die Gelder, bevor sie diese waschen.
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Warum werden bei Krypto-Schraubenschlüssel-Angriffen zunehmend Familienmitglieder angegriffen?
CertiK zufolge war in mehr als der Hälfte der 2026-Vorfälle ein Familienmitglied des primären Ziels – Ehepartner, Kind oder älteres Elternteil – entweder direkt Opfer oder diente als Druckmittel, um die Kooperation des Ziels zu erzwingen.
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In welchen Ländern gibt es 2026 die meisten Schraubenschlüssel-Angriffe?
Europa vereint 28 der 34 verifizierten Vorfälle 2026 auf sich. Frankreich führt mit 24 Übergriffen im Jahr 2025 und liegt 2026 auf Kurs, diese Zahl zu übertreffen, während die US-Vorfälle im ersten Quartal von neun im Jahr 2025 auf drei sanken und in Asien von 25 auf zwei.