SpaceX-Aktien verlängerten am Dienstag ihre Rally nach dem IPO und erreichten 222,52 $, ein Plus von 27,6 % in 24 Stunden und mehr als 50 % über dem Emissionspreis von 135 $, der nur Tage zuvor festgelegt worden war. Das von Elon Musk geführte Unternehmen, das nun unter dem Ticker SPCX gehandelt wird, profitierte von einem öffentlichen Free Float, der nur einen schmalen Anteil der insgesamt 13 Milliarden ausstehenden Aktien abdeckt. Musk und andere Insider halten damit den Großteil der Anteile, und Lockup-Vereinbarungen begrenzen das kurzfristige Angebot. Der IPO im Volumen von 75 Mrd. $ — nach Ausübung der Mehrzuteilung durch die Konsortialbanken auf 85,7 Mrd. $ ausgeweitet — gab 638,9 Mio. Aktien in einen Markt, in dem Indexfonds, Privatanleger und Momentum-Jäger um dasselbe knappe Angebot konkurrieren. Jim Cramer bezeichnete das Kursband als „no sellers“; Thierry Borgeat von Arvy sprach von einem außergewöhnlich engen Angebotssetup für ein Unternehmen von SpaceX’ Größenordnung.
Warum das wichtig ist
Die Rally ist in den Krypto-Derivatemarkt übergeschwappt, wo SPCX-bezogene Perpetual Futures inzwischen zu den meistgehandelten Kontrakten auf den Plattformen zählen. Das Futures-Volumen stieg innerhalb eines Tages um 501,5 % auf nahezu 9 Mrd. $, während der Open Interest auf 813 Mio. $ kletterte — ein Zeichen dafür, dass Kapital nicht nur rotiert, sondern tatsächlich gebunden wird. Die Kontrakte bieten Händlern synthetischen, rund um die Uhr verfügbaren, gehebelten Zugang zu einer Aktie, die ansonsten nur sechseinhalb Stunden pro Tag gehandelt wird. Damit wird die Squeeze nach dem IPO zu einem Spekulationskreislauf rund um die Uhr. Diese Struktur spiegelt das, was bei Low-Float-Krypto-Tokens in Phasen überfüllter Positionierung passiert: Short-Liquidationen erzwingen Rückkäufe, die Rückkäufe treiben den Preis weiter nach oben, und der Loop verstärkt sich, bis die Positionierung abgebaut ist.
Marktauswirkungen
Der Hebel hat bereits für einen scharfen Abverkauf gesorgt. Daten von CoinGlass zeigten Liquidationen von SPCX-Positionen im Volumen von mehr als 30 Mio. $ binnen 24 Stunden, da die Volatilität über 35 % stieg — rund 19 Mio. $ auf der Short-Seite standen etwa 12 Mio. $ auf der Long-Seite gegenüber. Die Fundamentaldaten hinter der Bewegung erhielten diese Woche frischen Auftrieb: SpaceX kündigte eine Vereinbarung zur Übernahme von Anysphere an, dem Unternehmen hinter dem KI-Coding-Tool Cursor, in einem reinen Aktiengeschäft im Wert von 60 Mrd. $, das im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Quinn Thompson von Lekker Capital beschrieb die Struktur so, dass SpaceX seine durch Privatanleger aufgeblähte Low-Float-Aktie nutze, um vor Ablauf der Lockups echte Unternehmen zu kaufen — eine kreative Brücke von der Post-IPO-Dynamik zu finanzieller Schlagkraft bei Übernahmen. Die Bären widersprechen: Charlie Bilello von Creative Planning wies darauf hin, dass die Marktkapitalisierung von SpaceX die Marke von 3 Bio. $ überschritten habe — vor Amazon und nahe Microsoft — gemessen an einer Umsatzbasis, die diesen Vergleich nicht rechtfertige. Henrik Zeberg von Swissblock bezeichnete das Geschehen als Spätzyklus-Spekulation und nicht als bullischen Aufbruch.
Häufig gestellte Fragen
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Warum bezeichnen einige Strategen die SpaceX-Rally als Spätzyklus-Spekulation?
Charlie Bilello von Creative Planning wies darauf hin, dass die Marktkapitalisierung von SpaceX die Marke von 3 Bio. $ überschritten hat — vor Amazon und nahe Microsoft — bei deutlich kleinerer Umsatzbasis. Henrik Zeberg von Swissblock bezeichnete das Geschehen als Spätzyklus-Spekulation statt als bullischen Aufbruch…