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USDT und USDC: Union-Investment-Chef nennt sie keine Stablecoins

Einer der größten Vermögensverwalter Europas hat die beiden größten Dollar-Stablecoins als Hedgefonds im Schafspelz bezeichnet – und verwies auf Tethers Goldberg in Höhe von 23 Mrd. Dollar sowie den 13-prozentigen Depeg von USDC als Belege.

Der Leiter des Bereichs Digital Assets und Tokenisierung bei Union Investment, einem der größten Vermögensverwalter Deutschlands mit rund 620 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen, argumentierte auf dem Digital Money Summit 2026 in London, dass Tethers USDT und Circles USDC in keinem sinnvollen Sinne Stablecoins seien. Christoph Hock sagte, die Reservestruktur hinter beiden Token – hohe Allokationen in Gold und Bitcoin neben T-Bills – lasse sie strukturell eher wie spekulative Hedgefonds wirken denn wie an Fiat gekoppelte Cash-Äquivalente.

Hock verwies konkret auf Tethers gemeldete 148 Tonnen Goldreserven, die im Januar 2026 mit rund 23 Milliarden Dollar bewertet wurden, als Beleg dafür, dass der Emittent ein Anlagenbuch führe, das weit riskanter sei, als das Framing „1:1 in Cash" suggeriere. Er bezeichnete einen hypothetischen 13-prozentigen Mark-to-Market-Verlust auf eine Position, die Unternehmen als overnight Cash verkauft worden sei, als katastrophal – und warnte, dass Steuergelder-Backstops im Ernstfall wohl die nächste Station wären. Der USDC-Depeg auf 0,74 Dollar im März 2024 sowie ein früherer 13-prozentiger Absturz auf 87 Cent im Jahr 2022 nach einem krypto-bezogenen Bankenausfall wurden als Proof of Concept angeführt.

Warum das wichtig ist

Hocks Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Regulierungsbehörden die Prüfung privater Stablecoins verschärfen, und sie haben ein Gewicht, das ein typisches Analystenzitat nicht hat: Union Investment ist ein klassischer, in Frankfurt ansässiger Vermögensverwalter mit Hunderten von Milliarden unter Management, kein krypto-naher Fonds. Institutionelle Treasury-Desks waren in den vergangenen 18 Monaten der mit Abstand größte Wachstumstreiber für Stablecoins – Unternehmen parken ungenutztes Bargeld in USDT und USDC, um Rendite zu erzielen, statt damit Handel abzuwickeln. Sollte diese Kohorte die Instrumente zunehmend als Hedgefonds-Exposure behandeln, schrumpft die marginale Nachfrage nach beiden Token über Nacht, und die Kosten der Reserveemission für Tether und Circle steigen.

Marktauswirkungen

Die strukturelle Kritik trifft die beiden Emittenten unterschiedlich. Circle treibt seit geraumer Zeit einen konservativeren Reservemix und einen US-Regulierungsrahmen voran; Hocks Framing ist ein reputativer Gegenwind, spielt aber in Circles Erzählung hinein, dass lizenziertes, geprüftes USDC die sicherere Alternative ist.

Verwandte Tokens
$USDT $USDC $BTC

Häufig gestellte Fragen

  1. Wer ist Christoph Hock und warum hat seine Stablecoin-Kritik Gewicht?

    Hock leitet den Bereich Tokenisierung und Digital Assets bei Union Investment, einem der größten institutionellen Vermögensverwalter Deutschlands mit rund 620 Milliarden Dollar AuM. Seine Äußerungen auf dem Digital Money Summit 2026 in London haben Gewicht, weil Union ein klassisches Frankfurter Institut ist, kein…

  2. Warum argumentiert Hock, USDT und USDC seien keine echten Stablecoins?

    Hock argumentiert, dass die Reservestruktur hinter beiden Token – hohe Allokationen in Gold und Bitcoin neben T-Bills – sie eher wie spekulative Hedgefonds wirken lasse als wie an Fiat gekoppelte Cash-Äquivalente. Er verwies auf Tethers gemeldete 148 Tonnen Goldreserven, im Januar 2026 mit rund 23 Milliarden Dollar…

  3. Auf welche Depeg-Ereignisse verwies Hock als Risikobelege?

    Hock verwies auf den USDC-Depeg auf 0,74 Dollar im März 2024 und einen früheren 13-prozentigen Absturz auf 87 Cent im Jahr 2022, nur Stunden nach einem krypto-bezogenen Bankenausfall. Ein 13-prozentiger Mark-to-Market-Verlust auf eine Position, die Unternehmen als overnight Cash verkauft worden sei, wäre aus seiner…

  4. Wie könnte dieses Framing Tether und Circle unterschiedlich treffen?

    Circle treibt einen konservativeren Reservemix und einen US-Regulierungsrahmen voran, daher ist Hocks Kritik ein reputativer Gegenwind, spielt aber in die Erzählung hinein, lizenziertes, geprüftes USDC sei sicherer. Tether trifft es härter – seine Gold- und Bitcoin-Reserven sind die explizite Umsatz- und Float-Story,…

  5. Was sollten Anleger nach diesen Äußerungen als Nächstes beobachten?

    Beobachten Sie europäische MiCA-Durchsetzungsmaßnahmen gegen nicht zugelassene Stablecoin-Emittenten sowie jeden Schritt großer Vermögensverwalter, Stablecoin-Exposure gegenüber Kunden offenzulegen. Ein Wandel im Verhalten der Corporate-Treasuries weg von USDT und USDC wäre das klarste Signal, dass das „kein…

Quellenangabe
Aggregiert von CoinDesk · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 48d
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