Bitcoin hat am 1. Juli ein neues lokales Tief bei rund $57.700 markiert und damit einen monatelangen Drawdown abgeschlossen, der den mittelfristigen Bärenmarkt von 2018 fast Tick für Tick spiegelt. Der Zyklus 2026 begann mit einem Februar-Tief, markierte Ende März und Anfang April ein höheres Tief, stieg im Mai zu einem Lower-High gegen den 200-Tage-Durchschnitt an und spülte Ende Juni durch die Februar-Bodenmarke, um Anfang Juli neue Tiefs zu setzen, genau die Sequenz, die 2018 fast acht Jahre zuvor ablief.
Die Koinzidenz ist beim Preis auffällig. Das Junitief 2018 landete bei $5.743; das Julitief 2026 landete bei $57.7K, ein Verhältnis von fast exakt zehn. Die Year-to-Date-Renditekurve 2026 ist 2018 deutlich näher gefolgt als 2022, und sowohl Hochs als auch Tiefs von 2018 übertragen sich mit ungewöhnlicher Präzision auf 2026. Wie ein Zyklusanalyst anmerkte, mussten die makroökonomischen Eingangsgrößen nicht übereinstimmen, damit das Muster hält: Bitcoin bildete sein Februar-Tief 2018 und erneut 2026, ohne Bezug auf Inflationsdaten, Geldmenge oder ISM-Werte.
Warum es zählt
Die Saisonalität mittelfristiger Jahre ist der Rahmen, auf den sich der Analyst stützt, und 2026 hat diesen nun über acht Monate Preishandeln bestätigt. Bitcoin bildete im Februar sowohl 2018 als auch 2026 ein Tief. Ende März und Anfang April setzte es in beiden Jahren ein höheres Tief. Im Mai stieg es in beiden Jahren zu einem Lower High am Widerstandsband des Bärenmarktes an. Und am 1. Juli spülte es durch die Februar-Bodenmarke, genau wie 2018 Ende Juni. Diese Sequenz ist das Kernsignal: Der Pfad ist im Voraus schwer vorherzusagen, doch der breite Rhythmus hat sich wiederholt.
Auch die Rahmung ist wichtig, weil sie der Versuchung widersteht, den Zyklus übermäßig auf makroökonomische Bedingungen zurückzuführen. Inflation, Zinssenkungen, Geldmenge und Arbeitsmarktdaten mussten sich in den beiden Zyklen nicht identisch verhalten, damit sich die Preissequenz wiederholte, was darauf hindeutet, dass der Vier-Jahres-Rhythmus endogen in Bitcoins Marktstruktur liegt und nicht Ableitung einer einzelnen makroökonomischen Variable ist.
Marktauswirkung
Falls das 2018er-Analogon weiter hält, liefert die zweite Jahreshälfte eines mittelfristigen Jahres tendenziell eine Gegenentrend-Erholungsrallye, bevor sich das eigentliche Zyklus-Bottom formt. Historisch läuft dieses Erholungsfenster von ungefähr Mitte Juli bis Ende August, wobei Rallyes am 200-Tage-Durchschnitt oder am Widerstandsband des Bärenmarktes ins Stocken geraten. Das eigentliche Marktzyklus-Bottom setzt dann tendenziell nach einer Korrektur der zweiten Hälfte bei Aktien ein, wobei das Niveau von $6.000 aus 2018 bricht und das letzte Tief sich innerhalb weniger Wochen nach diesem Bruch formt.
Die handelbare Lesart ist, dass der Kauf von Bitcoin unter $60K über einen mehrjährigen Horizont historisch funktioniert hat, den exakten Bodenpunkt aber zu timen eine Sisyphusarbeit ist. Ein Dollar-Cost-Averaging-Ansatz durch die zweite Hälfte mittelfristiger Jahre fängt die Erholungsrallye ein, ohne eine Entscheidung darüber erzwingen zu müssen, ob das Zyklustief bereits erreicht ist.
Häufig gestellte Fragen
-
Welche Handelsstrategie empfiehlt die Analyse?
Der empfohlene Ansatz ist Dollar-Cost-Averaging durch die zweite Hälfte mittelfristiger Jahre statt den Versuch, das exakte Bottom zu timen, mit Bestätigung einer Gegenentrend-Bewegung durch ein höheres Tief oberhalb von $57.7K.