Vitalik Buterin warnte, dass mathematische Fortschritte durch KI kryptografische Systeme schwächen könnten, die Bitcoin und Ethereum nutzen, darunter auch einige Post-Quanten-Verfahren. Er rief dazu auf, das Risiko ernst zu nehmen, aber nicht überstürzt Guthaben auf neue Wallets zu übertragen. Fehler bei der Migration seien eine unmittelbarere Gefahr als ein bislang nicht nachgewiesener erfolgreicher Angriff auf die Kryptografie.
Warum das wichtig ist
Die Debatte folgte auf die Veröffentlichung mathematischer Ergebnisse durch OpenAI am 6. Oktober. Sie stammten von einem internen Frontier-Modell und umfassten auch in Lean formalisierte Beweise. Der Ethereum-Forscher Justin Drake rief daraufhin dazu auf, sich auf einen „Bunkermodus“ vorzubereiten. Dazu gehöre, Vermögenswerte auf neue Adressen zu übertragen, deren öffentliche Schlüssel noch nie auf der Blockchain offengelegt wurden. Keiner der beiden Forscher legte Belege dafür vor, dass die von Bitcoin und Ethereum genutzte Elliptische-Kurven-Kryptografie praktisch gebrochen wurde.
Buterin verwies auch auf gitterbasierte Kryptografie, darunter ML-DSA. Er warnte, KI-gestützte Entdeckungen könnten die angenommenen Sicherheitsreserven in den kommenden zwei Jahren verringern. NIST standardisierte ML-DSA 2024 als Post-Quanten-Signaturalgorithmus. Buterin befürchtet, dass mathematische Abkürzungen die Annahmen untergraben könnten, auf denen diese Systeme beruhen, während sich die Branche zugleich auf Quantencomputer vorbereitet.
Auswirkungen auf den Markt
Die „Lean“-Roadmap von Ethereum setzt zunehmend auf Hash-basierte Verfahren, die weniger von strukturierten mathematischen Problemen abhängen als Systeme auf Basis elliptischer Kurven und Gitter. Buterin nannte WOTS und SPHINCS als Beispiele für Hash-basierte Signaturen. Zugleich warnte er, dass Hashes allein nicht für jeden Anwendungsfall geeignet sind, etwa für die Verschlüsselung mit öffentlichen Schlüsseln.
Für Anleger sind die Empfehlungen für die nahe Zukunft begrenzt: Bei Adressen, mit denen noch nie eine Transaktion signiert wurde, bleibt der öffentliche Schlüssel hinter dem Adress-Hash verborgen. Betreiber von Multisig-Wallets können Signaturen außerdem offchain sammeln und die Schlüssel der Unterzeichner austauschen. Buterin warnte davor, diese Maßnahmen als Aufforderung zu einer Notfallmigration zu verstehen. Durch fehlgeschlagene Migrationen habe er mehr Geld verloren als durch Hacks. Wallet-Anbieter, Verwahrer und Protokollentwickler müssen sich auf veränderte kryptografische Risiken einstellen, ohne dabei Betriebsfehler zu verursachen.
Häufig gestellte Fragen
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Hat KI-gestützte Forschung die Kryptografie von Bitcoin oder Ethereum gebrochen?
Ein praktisch erfolgreicher Angriff wurde bislang nicht nachgewiesen. Buterin und Justin Drake äußerten Bedenken zu möglichen künftigen Angriffen, nicht zu Belegen für einen Bruch der aktuellen Elliptische-Kurven-Kryptografie.
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Warum riet Buterin davon ab, Guthaben auf neue Wallets zu übertragen?
Fehler bei Migrationen seien eine unmittelbarere Gefahr als ein bislang nicht nachgewiesener erfolgreicher Angriff auf die Kryptografie. Durch fehlgeschlagene Migrationen habe er mehr Geld verloren als durch Hacks.
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Was bietet eine Adresse, deren öffentlicher Schlüssel noch nicht offengelegt wurde?
Bei einer Adresse, mit der noch nie eine Transaktion signiert wurde, bleibt der öffentliche Schlüssel hinter dem Adress-Hash verborgen. Buterin bezeichnete dies als zusätzliche Schutzmaßnahme.
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Warum ist Buterin wegen ML-DSA besorgt?
KI-gestützte mathematische Entdeckungen könnten die angenommenen Sicherheitsreserven gitterbasierter Kryptografie verringern, warnte er. Dazu zählt ML-DSA, ein von NIST 2024 standardisierter Post-Quanten-Signaturalgorithmus.
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Wie passt Ethereum seine kryptografische Roadmap an?
Laut Buterin setzt Ethereums „Lean“-Roadmap zunehmend auf Hash-basierte Systeme wie WOTS und SPHINCS, die weniger von strukturierten mathematischen Problemen abhängen.