Bloomberg Odd Lots-Moderator Joe Weisenthal schrieb in seinem Newsletter, dass dies der "kälteste Krypto-Winter aller Zeiten" sein könnte — eine Behauptung, die schwerer wiegt, weil sie auf strukturellen, nicht zyklischen, Druckverhältnissen basiert. Im Gegensatz zu früheren Wintern, die durch Leverage-Abwicklungen oder Börsenkollapse verursacht wurden, geht es bei Weisenthals Argument um narrative Erschöpfung: Die These "wir sind noch früh dran" hat ihren Lauf genommen, institutionelle Akzeptanz und regulatorische Rückenwind sind bereits eingepreist, und der Sektor hat nur noch wenige verbleibende Katalysatoren, um neue Gläubige zu gewinnen.
Warum es wichtig ist
Weisenthal identifiziert KI als den schärfsten Gegenwind — nicht nur als konkurrierende Erzählung um die Aufmerksamkeit des Einzelhandels, sondern auch als direkten Konkurrenten um die Elektrizitätsinfrastruktur und Risikokapital. Wenn der marginale Dollar spekulativen Technologiekapitals in GPU-Cluster anstatt in Krypto-Schatzkammern fließt, wird das Angebot strukturell dünner. Er weist auch auf Bedenken hinsichtlich der Quanten-Sicherheit bei Bitcoin hin und merkt an, dass Firmen wie Strategy — lange das Archetyp des institutionellen Krypto-Käufers — möglicherweise von Netto-Käufern zu Netto-Verkäufern wechseln, was eine wichtige Nachfrage-Säule entfernt, auf die der Markt angewiesen war.
Marktauswirkungen
Wenn Weisenthals Einschätzung korrekt ist, bedeutet dies, dass eine einfache Preisrückkehr den Zyklus nicht wiederherstellen wird: Die Narrative, die den letzten Bullenlauf antrieben, sind erschöpft. Die wenigen Gewinner im Krypto-Bereich haben möglicherweise bereits ihre großen Bewegungen abgeschlossen, und der nächste Katalysator müsste wirklich neu sein — kein Wiederholen von ETF-Zulassungen oder Unternehmensschatzkäufen. Investoren sollten die Einreichungsaktivitäten von Strategy und die Daten zur Kapitalallokation zwischen KI und Krypto als führende Indikatoren beobachten, um festzustellen, ob diese These an Bedeutung gewinnt.