Brasiliens Wertpapieraufsicht, die Comissão de Valores Mobiliários (CVM), hat eine Arbeitsgruppe aus 14 internen Abteilungen eingerichtet, die einen experimentellen Rahmen für tokenisierte Wertpapiere ausarbeiten soll. Ein erster Vorschlag soll dem CVM-Vorstand innerhalb von 60 Tagen nach Einsetzung vorliegen, eine umfassendere Prüfung läuft 120 Tage und kann um 30 Tage verlängert werden.
Der Rahmen wird die Strukturfragen adressieren, mit denen jeder RWA-Markt derzeit ringt: offizielle Eigentumsnachweise auf einem Distributed Ledger, Verwahrung privater Schlüssel, Rückabwickelbarkeit von Transaktionen und Haftung, wenn On-Chain-Abwicklungssysteme ausfallen. Die Gruppe kann auch Regierungsstellen, Marktverbände, Selbstregulierungsorganisationen und externe Fachleute konsultieren und wird Cybersecurity-Risiken, internationale Regulierungsmodelle sowie die Ergebnisse früherer CVM-Sandboxprogramme bewerten.
Warum das wichtig ist
Blockchains bündeln Funktionen, die normalerweise auf Börsen, Verwahrer, Registerführer, Zentralverwahrer und Abwicklungssysteme verteilt sind. Die regulatorische Frage lautet daher nicht mehr, ob ein tokenisierter Vermögenswert ein Wertpapier ist, denn Brasiliens Leitlinien von 2022 haben das bereits festgestellt, sondern wer diese traditionellen Rollen übernimmt, sobald die Infrastruktur nativ auf einem Ledger läuft. Ein in der Sandbox getesteter, abteilungsübergreifender Rahmen gibt der CVM einen glaubwürdigen Weg, diese Zuordnung in konkrete Regeln zu überführen. Die Frist von 60 Tagen für den ersten Vorschlag zeigt, dass die Aufsicht Ergebnisse will und kein weiteres Konsultationspapier.
Marktauswirkung
Brasiliens Markt für tokenisierte Real-World-Assets hat laut dem inländischen Tracker RWA Monitor bereits rund 12 Milliarden Reais erreicht, etwa $2.34 Milliarden, wobei Schuldverschreibungen und Commercial Notes rund $1.3 Milliarden dieser Basis ausmachen. CEX-Volumina mit Bezug zum Sektor stützten die Nachfrage im Juni zusätzlich: RWA-Perpetual-Volumina erreichten mit $311B einen Rekord, während Spot-CEX-Volumina um 15.3% auf $1.11T stiegen, der erste monatliche Anstieg seit fünf Monaten. Klarere brasilianische Regeln träfen auf eine Emittentenbasis, die bereits On-Chain geht, und würden grenzüberschreitenden RWA-Protokollen neben den US- und EU-Arbeitssträngen eine zweite Vorlage aus einer großen Rechtsordnung liefern.
Häufig gestellte Fragen
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Was hat Brasiliens CVM konkret angekündigt?
Die Comissão de Valores Mobiliários hat eine Arbeitsgruppe aus 14 internen Abteilungen gebildet, die einen experimentellen Rahmen für tokenisierte Wertpapiere ausarbeiten soll. Ein erster Vorschlag soll dem CVM-Vorstand innerhalb von 60 Tagen vorliegen, die breitere Prüfung läuft 120 Tage.
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Welche Themen wird der neue Rahmen abdecken?
Registrierung, Verwahrung, Handel und Abwicklung von Wertpapieren auf Distributed Ledgers, dazu Eigentumsnachweise, Verwahrung privater Schlüssel, Rückabwickelbarkeit von Transaktionen, Systemhaftung und Cybersecurity-Risiken. Grundlage sind frühere CVM-Sandboxexperimente und internationale Modelle.
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Wie groß ist Brasiliens Markt für tokenisierte Vermögenswerte heute?
Laut dem inländischen Tracker RWA Monitor liegt er bei rund 12 Milliarden Reais, etwa $2.34 Milliarden. Schuldverschreibungen und Commercial Notes machen davon etwa $1.3 Milliarden aus.
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Reguliert Brasilien tokenisierte Vermögenswerte bereits als Wertpapiere?
Ja. Die CVM-Leitlinien von 2022 stellten klar, dass Blockchain-Nutzung nicht ändert, ob ein Vermögenswert als Wertpapier gilt, und Brasilien wendet Wertpapierrecht bereits anhand der wirtschaftlichen Merkmale eines Tokens an. Die neue Prüfung zielt auf das Umfeld des Vermögenswerts, nicht auf seine Einstufung.
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Wen wird die Arbeitsgruppe konsultieren?
Die Gruppe kann neben den 14 CVM-Abteilungen Regierungsstellen, Marktverbände, Selbstregulierungsorganisationen und externe Fachleute konsultieren. Zudem bewertet sie Ergebnisse früherer CVM-Sandboxprogramme, die blockchainbasierte Emission und Sekundärhandel getestet haben.