Die ehemalige FCA-Politikgestalterin Isadora Arredondo, inzwischen Vice President of Global Policy bei Hedera, sieht Großbritanniens Kampf um einen globalen Krypto-Hub weniger in regulatorischer Ablehnung begründet als in einer wachsenden Kluft zwischen politischem Anspruch und Umsetzung. In einem Londoner Gespräch mit CoinDesk beschrieb sie die Spaltung als strukturell, nicht ideologisch.
Arredondo, die zwischen 2018 und 2021 bei der FCA arbeitete, argumentiert, die Aufsicht habe zwei parallele Stränge verfolgt. Auf der Großhandelsseite brachte die FCA die Digital Securities Sandbox auf den Weg und arbeitete eng mit Finanzinstituten an Tokenisierung. Für Startups und retailorientierte Firmen dagegen hat das Vereinigte Königreich Kryptoaktivitäten weitgehend in bestehende Regulierungsstrukturen zu pressen versucht, was zu langen Genehmigungsverfahren und wiederholten Prüfungen durch verschiedene Teams führt, anstatt zu einem dedizierten Rahmenwerk vergleichbar mit der EU-Verordnung Markets in Crypto Assets (MiCA).
Sie führt die Verlangsamung auf Ereignisse zurück, die die FCA-Kapazitäten nach dem Brexit und der COVID-19-Krise banden, gefolgt von prominenten Anlagedesastern bei Privatkunden wie London Capital & Finance und dem Woodford Fund. Diese Vorfälle drängten die Aufsicht unter CEO Nikhil Rathi zu einer stärkeren Verbraucherschutz-Haltung.
Warum es zählt
Das Umsetzungsdefizit prägt nun die Marktstruktur. Die jüngste Kehrtwende der Bank of England bei den Stablecoin-Regeln, die eine vorgeschlagene Obergrenze für individuelle Stablecoin-Bestände durch eine befristete Ausgabeobergrenze von 40 Milliarden Pfund (rund $50,6 Milliarden) für systemrelevante Stablecoins ersetzt, ist das bisher deutlichste Signal, dass das Vereinigte Königreich seinen Regulierungsperimeter noch im Flug entwirft. Die britischen Regelungen für den breiteren Krypto-Rahmen sollen im Oktober 2027 in Kraft treten.
Arredondo denkt über die britische Debatte hinaus. Die nächste Phase des digitalen Geldes werde entscheidend von Interoperabilität und gemeinsamen Standards zwischen Blockchains, Stablecoins und digitalen Zentralbankwährungen abhängen, wobei die EU als Jurisdiktion gelte, die Stablecoins, tokenisierte Bankeinlagen und Zentralbankgeld unter einem breiten Rahmenwerk zusammenzuführen versuche.
Häufig gestellte Fragen
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Wer ist Isadora Arredondo und warum ist ihre Sicht auf die britische Krypto-Politik relevant?
Arredondo ist eine ehemalige FCA-Politikgestalterin, die zwischen 2018 und 2021 an der Regulierungsarbeit in der Brexit-Ära und an Krypto-Regeln arbeitete, und ist nun Vice President of Global Policy bei Hedera. Ihre Insider-Sicht ist relevant, weil sie sowohl auf der Seite der politischen Gestaltung als auch der…
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Warum ist Großbritannien nach Arredondo hinter seinen Krypto-Hub-Ambitionen zurückgeblieben?
Sie sieht die Verlangsamung in einer Kluft zwischen politischem Anspruch und Umsetzung begründet, da die FCA-Kapazitäten durch Brexit, COVID-19 und Privatkunden-Anlagedesaster wie London Capital & Finance und den Woodford Fund gebunden waren. Das Ergebnis ist eine verbraucherschutzorientierte Haltung statt eines…
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Wie behandelt die FCA institutionelle Krypto-Firmen im Vergleich zu Startups?
Auf der Großhandelsseite hat die FCA Projekte wie die Digital Securities Sandbox gestartet und eng mit Finanzinstituten an Tokenisierung gearbeitet. Startups und retailorientierte Firmen dagegen müssen sich durch alte Genehmigungsverfahren und wiederholte Prüfungen verschiedener FCA-Teams navigieren, was die Prozesse…
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Was hat die Bank of England kürzlich bei Stablecoins geändert?
Die BOE hat einen früheren Vorschlag zurückgenommen, der Obergrenzen für Bestände fiatgedeckter Stablecoins bei Privatpersonen und Unternehmen vorsah. Stattdessen führte sie eine temporäre makroökonomische Ausgabeobergrenze ein, die die Gesamtmenge jedes einzelnen systemrelevanten Stablecoins auf 40 Milliarden Pfund,…
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Wann treten die breiteren britischen Krypto-Regelungen in Kraft?
Demnach sollen die britischen Krypto-Regelungen im Oktober 2027 in Kraft treten. Bis dahin operieren Firmen weiterhin unter bestehenden Regeln, die auf Krypto-Aktivitäten angepasst wurden, statt unter einem maßgeschneiderten Rahmenwerk.
CoinDesk