US-Arbeitgeber schufen im jüngsten Nonfarm-Payrolls-Bericht nur 23.000 Stellen und verfehlten die Erwartungen von rund 80.000 so deutlich wie seit Monaten nicht mehr. Dennoch sank die Arbeitslosenquote weiter, von 4,5 % im November auf jetzt 4,1 %. Der Widerspruch ist kein Datenfehler, sondern ein Exodus aus der Erwerbsbevölkerung: Die Erwerbsquote fiel im selben Zeitraum von 62,5 % auf 61,4 %. Wer die Arbeitssuche aufgibt, wird nicht als arbeitslos gezählt.
Warum das wichtig ist
Der Konflikt zwischen schwachen Payrolls und sinkender Arbeitslosenquote hat die Fed-Politik gelähmt. Das Beschäftigungswachstum im Jahresvergleich drohte Anfang dieses Jahres ins Minus zu rutschen und erholte sich nur geringfügig. Damit steht die Zentralbank vor der Entscheidung am 16. September, bei der beide Seiten ihres Mandats in entgegengesetzte Richtungen weisen. An den Märkten wird für diese Sitzung nur eine Wahrscheinlichkeit von 43,9 % für eine Zinserhöhung eingepreist. Parallel dazu ist der globale Lockerungszyklus ins Stocken geraten, während die BIP-gewichteten Zinssätze nach einem Rückgang auf rund 3,4 % nun um 4,6 % pendeln. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen liegt inzwischen über dem Fed-Funds-Satz. Hält diese Konstellation an, zwingt sie die Fed historisch dazu, der Zinskurve zu folgen. Das Dilemma der Fed: Zinserhöhungen in einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt könnten das Beschäftigungswachstum ins Minus drücken, während Zurückhaltung die zwar abgekühlte, aber noch nicht zum Ziel zurückgekehrte Inflation wieder anheizen könnte.
Auswirkungen auf die Märkte
Die Abschwächung geht nicht von Entlassungen aus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen zuletzt bei 189.000, dem niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren, und die Entlassungen bleiben auf dem Niveau vor der Pandemie. Der Engpass liegt bei den Einstellungen, nicht bei den Entlassungen. Offene Stellen, Beschäftigung in Zeitarbeitsdiensten und Eigenkündigungen gehen allesamt zurück. Einige Stressherde sind real: Der Altcoin-Markt verkraftet täglich neue Insolvenzen, die regionale Arbeitslosigkeit in den USA driftet auseinander, und die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit steigender Tendenz bei 9 %. Andere Segmente, insbesondere KI-nahe Aktien, treiben die Indizes weiter nach oben. Daher stehen die Rezessionsrisiko-Dashboards bei nur 0,16, weit unter den historischen Schwellenwerten für eine Kontraktion. Der Autor erwartet, dass eine S&P-Korrektur bis Ende September einsetzt, im Einklang mit den Mustern der Zwischenwahljahre 2014, 2018 und 2022.
Häufig gestellte Fragen
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Warum sank die Arbeitslosenquote trotz des schwachen Nonfarm-Payrolls-Berichts?
Ein Exodus aus der Erwerbsbevölkerung kaschiert die Schwäche. Die Erwerbsquote fiel im selben Zeitraum von 62,5 % auf 61,4 %, sodass Menschen, die nicht mehr nach Arbeit suchen, nicht länger als arbeitslos gezählt werden.
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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed bei der Sitzung am 16. September?
Die Märkte preisen eine Zinserhöhungswahrscheinlichkeit von rund 43,9 % ein. Der implizite Zeitplan deutet nun eher auf Oktober oder Dezember, während die Fed beide Seiten ihres Mandats abwägt.
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Sind Entlassungen die Ursache der Schwäche am Arbeitsmarkt?
Nein. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen zuletzt bei 189.000, dem niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren, und die Entlassungen bleiben auf dem Niveau vor der Pandemie. Der Engpass liegt bei den Einstellungen, nicht bei den Entlassungen.
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Wie nah ist die US-Wirtschaft diesen Indikatoren zufolge an einer Rezession?
Rezessionsrisiko-Dashboards stehen bei nur 0,16 und damit deutlich unter den historischen Schwellenwerten für eine Kontraktion. Solange die Erstanträge unter 300.000 bleiben, spricht dies dafür, dass die Wirtschaft noch nicht in einer Rezession ist.
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Warum gelten Krypto-Altcoins schon jetzt als rezessionsanfällig?
Krypto liegt weiter oben auf der Risikokurve und spürt die Auswirkungen daher tendenziell früher als andere Anlageklassen. Der Altcoin-Markt hat tägliche Insolvenzen verkraftet, während KI-nahe Aktien die Indizes weiter nach oben treiben.