Eine Anzeige im Wall Street Journal rief CEOs börsennotierter Unternehmen dazu auf, dem Handel mit tokenisierten Aktien zu widersprechen. Sie warnte vor verzerrten Kursen, verschleierten Eigentumsverhältnissen, Manipulation und Cyberdiebstahl. Die Kampagne folgte auf eine befristete SEC-Ausnahme für Innovationen, die ausgewählten Blockchain-basierten Handelsplätzen neue Möglichkeiten eröffnet. Bislang haben 33 Unternehmen eine Listung auf dem Handelsplatz für tokenisierte Wertpapiere von OKX und Intercontinental Exchange abgelehnt.
Warum das wichtig ist
Bei dem Streit geht es um mehr als die Frage, ob Aktien über eine Blockchain gehandelt werden können. Es steht auf dem Prüfstand, ob tokenisierte Wertpapiere den Anlegerschutz, die Aufsicht und die Aktionärsrechte traditioneller Märkte bewahren können. Die Anzeige warnte allgemein vor unregulierten Handelsplätzen, während die SEC-Ausnahme bestimmte Handelsaktivitäten unter regulatorischen Auflagen ermöglicht. Zudem stellte sie synthetische Aktienabbilder mit Blockchain-basierten Versionen tatsächlicher Wertpapiere gleich, obwohl es sich um unterschiedliche Modelle handelt.
Die Frist für einen Widerspruch durch Unternehmen beginnt mit einer Mitteilung: Ein Handelsplatz eines Drittanbieters muss einem Emittenten mitteilen, dass er dessen Aktien tokenisieren will. Die 30-Tage-Frist läuft ab der Zustellung. Vertalo-CEO Dave Hendricks sagte, die Mitteilung müsse Kontaktdaten enthalten.
Auswirkungen auf den Markt
Hinter der Anzeige stand der Common Sense Leadership Fund, eine gemeinnützige Organisation nach US-Steuerrecht gemäß 501(c)(4) mit Sitz in Virginia. Wer die Kampagne letztlich finanzierte, ist unklar. Galaxy-Forschungsleiter Alex Thorn merkte an, dass die Gruppe SIFMA zuvor als Kunden aufgeführt hatte. Nasdaq erklärte, nichts mit der Anzeige zu tun zu haben und die Verwendung seiner FAQ nicht genehmigt zu haben, auf die der QR-Code in der Anzeige verwies. Nasdaq lehnt es ab, dass seine Aktien auf Handelsplätzen gelistet werden, die die Ausnahme nutzen, und verweist auf Kurstransparenz und die Meldung von Transaktionen. Zugleich verfolgt das Unternehmen ein eigenes, auf Emittenten ausgerichtetes Modell.
Securitize reagierte mit einer eigenen Anzeige im Journal und argumentierte, Tokenisierung lasse sich innerhalb der geltenden Regeln umsetzen. Das Unternehmen warb für Token, die eins zu eins durch Aktien gedeckt sind und Stimm- sowie Dividendenrechte bieten. Übertragen werden können sie nur an verifizierte Anleger, der Handel soll über SEC-konforme Handelsplätze erfolgen. Mit den konkurrierenden Kampagnen stehen die Zustimmung der Emittenten und die Ausgestaltung tokenisierter Aktien im Zentrum der Marktdiskussion.
Häufig gestellte Fragen
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Was ermöglicht die befristete SEC-Ausnahme für Innovationen?
Sie eröffnet ausgewählten Blockchain-basierten Handelsplätzen die Möglichkeit, tokenisierte Versionen von US-Aktien unter regulatorischen Auflagen anzubieten.
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Wann beginnt die 30-tägige Widerspruchsfrist eines Unternehmens?
Sie beginnt, nachdem ein Handelsplatz für tokenisierte Wertpapiere eines Drittanbieters mitgeteilt hat, dass er die Aktien des Unternehmens tokenisieren will. Vertalo-CEO Dave Hendricks sagte, die Mitteilung müsse Kontaktdaten enthalten.
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Wie viele Unternehmen haben den Handelsplatz für tokenisierte Wertpapiere von OKX und ICE abgelehnt?
Dem Artikel zufolge haben 33 Unternehmen eine Listung auf dem Handelsplatz abgelehnt.
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Was sagte Nasdaq zu der Anzeige?
Nasdaq erklärte, nichts mit der Kampagne zu tun und die Verwendung seiner FAQ nicht genehmigt zu haben. Das Unternehmen lehnt eine Listung seiner Aktien auf Handelsplätzen ab, die die SEC-Ausnahme nutzen, und verweist auf Kurstransparenz und Transaktionsmeldungen.
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Welche Rechte bleiben Securitize zufolge bei tokenisierten Aktien erhalten?
Securitize warb für Token, die eins zu eins durch tatsächliche Aktien gedeckt sind und Stimm- sowie Dividendenrechte bieten. Übertragen werden können sie nur an verifizierte Anleger, der Handel erfolgt über SEC-konforme Handelsplätze.
CoinDesk