Die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks sagten Kritikern aus der Bankenbranche am Dienstag, dass der im CLARITY Act enthaltene Stablecoin-Yield-Kompromiss endgültig ist. Sie überbrachten die Botschaft in einer seltenen gemeinsamen Erklärung, die mit den Worten „We respectfully agree to disagree" schloss.
Warum es zählt
Die Yield-Klausel ist das mit Abstand umstrittenste Stück des CLARITY Act, des Marktstrukturgesetzes, das die Aufsichtsgrenze zwischen Bund und Ländern für Stablecoin-Emittenten ziehen würde. Banken haben sich für ein vollständiges Verbot von zinstragenden Stablecoins starkgemacht und argumentiert, jede an Inhaber gezahlte Verzinsung stelle eine Einlagensubstitution dar. Die Tillis–Alsobrooks-Sprache schafft stattdessen einen engeren Kompromiss, und die Senatoren signalisieren nun öffentlich, dass sie den Text unter Bankendruck nicht wieder öffnen werden.
Marktauswirkungen
Eine „endgültige" Erklärung der beiden Hauptverhandler bindet das Repräsentantenhaus nicht, dessen bankenfreundliche Mitglieder bereits angekündigt haben, dass sie die Yield-Frage erneut aufrollen wollen. Die gemeinsame Erklärung rückt auch den Zeitplan für die Behandlung im Plenum wieder in den Fokus — jede Woche, die das Repräsentantenhaus mit einer Neufassung verbringt, ist eine Woche, in der die Senatsversion nicht vorankommt. Für Stablecoin-Emittenten und ihre Banken-Infrastrukturpartner ist der Weg des geringsten Widerstands gerade enger, nicht breiter geworden.
Häufig gestellte Fragen
-
Was ist die Stablecoin-Yield-Klausel im CLARITY Act?
Es ist die umstrittene Formulierung im Marktstrukturgesetz, die festlegt, wie — und ob — Stablecoin-Emittenten Rendite an Inhaber weitergeben können. Banken wollen ein vollständiges Verbot und bezeichnen jede Verzinsung als Einlagensubstitution; der Tillis–Alsobrooks-Kompromiss ist enger gefasst.
-
Gegen wen verhandeln Tillis und Alsobrooks?
Vor allem gegen die Banken-Lobby, die ein vollständiges Verbot zinstragender Stablecoins vorangetrieben hat und Verbündete im Repräsentantenhaus hat, die die Kompromissformulierung des Senats wieder öffnen wollen.
-
Bindet die gemeinsame Erklärung das Repräsentantenhaus?
Nein. Die beiden Senatoren können den Senatstext festschreiben, aber bankenfreundliche Mitglieder des Repräsentantenhauses haben bereits signalisiert, dass sie die Yield-Frage bei ihrer eigenen Überarbeitung des Gesetzentwurfs erneut aufrollen wollen.
-
Was bedeutet „we respectfully agree to disagree" in diesem Kontext?
Es ist ein bewusstes, aktenkundiges Signal an die Bankenbranche, dass die Senatoren die Yield-Sprache unter Druck nicht wieder öffnen werden — aus Sicht des Senats ist die Formulierung endgültig.
-
Warum ist das für Stablecoin-Emittenten wichtig?
Die Kompromissformulierung entscheidet, ob in den USA ansässige Emittenten überhaupt zinstragende Produkte anbieten können. Ein vollständiges Verbot würde dieses Produktangebot ins Ausland verlagern; der Senatskompromiss hält es im Inland tragfähig — vorausgesetzt, das Repräsentantenhaus stimmt zu.