Die neueste Recherche von Glassnode kartiert die Quantum-Exposure von Bitcoin im Ruhezustand und kommt zu dem Ergebnis, dass 6,04 Mio. BTC – rund 30,2 % der ausgegebenen Supply – ihren Public Key bereits on-chain sichtbar hat, während die übrigen 13,99 Mio. BTC (69,8 %) bis zur ersten Ausgabe hinter einem Hash geschützt bleiben. Die Zahl deckt sich mit unabhängiger Arbeit von Google Quantum AI aus dem März 2026.
Warum das wichtig ist
Die exponierte Supply zerfällt in zwei analytisch unterschiedliche Kategorien. Strukturelle Exposure – Outputs, deren Script-Typ den Public Key konstruktionsbedingt offenlegt, darunter Legacy P2PK, Bare Multisig und modernes Taproot (P2TR) – macht 1,92 Mio. BTC aus, also 9,6 % der ausgegebenen Supply. Die Satoshi- und Satoshi-Ära-Kohorte sitzt in dieser Kategorie und ist faktisch immobil: Sind die Keys verloren, können diese Coins nicht freiwillig in ein sichereres Script migrieren. Taproot ist die moderne Nuance – heute strukturell exponiert, aber adressierbar über den im BIP-360 vorgeschlagenen Pay-to-Merkle-Root (P2MR) Output, der die Script-Tree-Flexibilität von Taproot erhält und gleichzeitig den quantenanfälligen Key-Path-Spend entfernt.
Die größere und besser handhabbare Kategorie ist die operative Exposure: 4,12 Mio. BTC bzw. 20,6 % der Supply, bei denen der Public Key zunächst verborgen war, aber durch Adress-Wiederverwendung, Teilausgaben oder Custody-Praktiken sichtbar wurde. Diese Zahl ist 2,1-mal so groß wie die strukturelle Kategorie, was die Quantenfrage neu rahmt: Der größte Teil des sichtbaren Risikos bei Bitcoin ist ein Key-Management-Problem, kein Protokoll-Design-Problem.
Auswirkungen auf den Markt
Die Daten auf Entity-Ebene zeigen, dass die Exposure ungleich verteilt ist. Börsenbezogene Bestände machen 1,66 Mio. BTC aus – rund 40 % der gesamten operativ unsicheren Supply und 8,3 % aller ausgegebenen BTC. Unter den großen Venues liegt Coinbase bei nur 5 % der gelabelten Bestände im exponierten Set, während Binance und Bitfinex bei 85 % bzw. 100 % liegen. Grayscale liegt bei rund 50 %, Fidelity und CashApp bei rund 2 %, Robinhood und WisdomTree bei 100 %. Sovereign Treasuries – die USA, Großbritannien und El Salvador – weisen 0 % Exposure auf. Staatliche Bestände sind seit Jahren zu über 99 % operativ sicher, während börsengehaltene BTC von rund 55 % Sicherheit im Jahr 2018 auf etwa 45 % heute abgeglitten ist.
Die Einordnung ist für den Markt relevant. Die Studie stellt ausdrücklich klar, dass es sich um eine Baseline-Karte dort handelt, wo Public Keys bereits sichtbar sind – nicht um eine Prognose zu Quanten-Zeitlinien oder eine Schätzung der Exploit-Wahrscheinlichkeit.
Source: [Measuring Bitcoin's Quantum-Exposed Supply — Glassnode Research – Digital Asset Market Intelligence](https://insights.glassnode.com/measuring-bitcoins-quantum-exposed-supply/)
Häufig gestellte Fragen
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Was bedeutet in diesem Framework ‚quantum-exposed‘ Bitcoin?
Ein Coin ist quantum-exposed, wenn der zum Ausgeben nötige Public Key bereits on-chain sichtbar ist. Unter dieser Betrachtung könnte ein Cryptographically Relevant Quantum Computer mit Shor’s Algorithmus prinzipiell den Private Key rekonstruieren, ohne auf eine Bewegung des Coins durch den Besitzer zu warten.
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Wie viel der ausgegebenen Bitcoin-Supply ist derzeit quantum-exposed?
Glassnode klassifiziert 6,04 Mio. BTC – rund 30,2 % der ausgegebenen Supply – als quantum-exposed im Ruhezustand. Die übrigen 13,99 Mio. BTC (69,8 %) halten den Public Key bis zur ersten Ausgabe hinter einem Hash verborgen.
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Was ist der Unterschied zwischen struktureller und operativer Quantum-Exposure?
Strukturelle Exposure (1,92 Mio. BTC, 9,6 %) entsteht durch Script-Typen, die den Public Key konstruktionsbedingt offenlegen, etwa Legacy P2PK, Bare Multisig und modernes Taproot. Operative Exposure (4,12 Mio. BTC, 20,6 %) betrifft Coins, die zunächst geschützt waren, deren Public Key aber durch…
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Welche Börsen und Custodians zeigen den höchsten Anteil exponierter Bestände?
Unter den großen Venues liegen Bitfinex bei 100 %, Binance bei 85 % sowie Robinhood und WisdomTree ebenfalls bei 100 % der gelabelten Bestände im exponierten Set. Grayscale liegt bei rund 50 %, Coinbase bei 5 %, Fidelity und CashApp bei rund 2 %. Sovereign Treasuries – die USA, Großbritannien und El Salvador – weisen…
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Lässt sich die operative Quantum-Exposure tatsächlich reduzieren?
Ja – und genau das ist der zentrale operative Punkt des Reports. Standardpraktiken der Wallet-Hygiene – Adress-Wiederverwendung vermeiden, Change-Outputs rotieren, Key-Management im Custody verbessern – können das operativ exponierte Set verkleinern. Glassnode weist darauf hin, dass staatlich gehaltene BTC seit Jahren…