Sicherheitsforscher und Krypto-Entwickler warnen zunehmend, dass künstliche Intelligenz den Zeitrahmen für kryptografisch relevante Quantencomputer verkürzt und gleichzeitig selbst zur Waffe wird, um Softwarefehler aufzuspüren und kryptografische Annahmen zu brechen. Alex Pruden, CEO von Project Eleven, sagte, die Kombination erzeuge einen dauerhaften Wettrüstlauf, in dem sich weder Blockchains noch die breitere Internet-Infrastruktur auf statische Sicherheits-Upgrades verlassen könnten. Illia Polosukhin, Mitgründer von NEAR Protocol und ehemaliger Google-KI-Forscher, ergänzte, KI beschleunige seit Jahren die Material- und Systementwicklung und fließe nun in die Quantenforschung selbst zurück.
Warum das wichtig ist
Die meisten Blockchain-Netzwerke — darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, Zcash, Ripple und NEAR — hängen von derselben Elliptische-Kurven-Kryptografie ab, die auch das übrige Internet sichert. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte aus öffentlichen Schlüsseln private Schlüssel ableiten und so verwundbare Wallets sowie Signatursysteme kompromittieren. Forscher sorgen sich bereits über „Harvest now, decrypt later"-Angriffe: Angreifer erfassen heute verschlüsselten Datenverkehr in der Erwartung, dass künftige Quantenmaschinen ihn irgendwann entschlüsseln. Polosukhin sagte, jeder, der als interessante Person identifizierbar sei, solle davon ausgehen, dass seine Kommunikation „in zwei Jahren entschlüsselt wird".
Marktauswirkungen
Die praktische Reaktion ist eher ein struktureller Wandel als eine einmalige Migration. NEAR hat bereits angekündigt, Post-Quanten-Kryptografie direkt in seine Account-Infrastruktur zu integrieren, damit Nutzer Verfahren wechseln können, ohne Vermögenswerte in neue Wallets zu übertragen. Ethereum, Zcash, Solana und Ripple forschen ebenfalls an Post-Quanten-Übergängen oder implementieren sie bereits. Der Kompromiss ist real — Post-Quanten-Systeme sind in der Regel größer und langsamer als heutige Standards, und die größere Erkenntnis ist vielleicht, dass Kryptografie nicht länger als statische Infrastruktur behandelt werden kann, die einmal pro Jahrzehnt aktualisiert wird. KI wird nun auf beiden Seiten eingesetzt: offensiv, um Implementierungsfehler zu finden und Kryptografie selbst zu prüfen, und defensiv für Code-Audits, Tests und formale Verifikation von Post-Quanten-Systemen.
Häufig gestellte Fragen
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Welcher Kompromiss ergibt sich bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie?
Post-Quanten-Kryptosysteme sind in der Regel deutlich größer und langsamer als aktuelle Standards, sagte Polosukhin. Der größere strukturelle Wandel sei laut Forschern, dass Kryptografie nicht mehr als statische, einmal pro Jahrzehnt aktualisierte Infrastruktur behandelt werden könne — sie müsse sich kontinuierlich…