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Aave: 71 Mio. $-Exploit mit Nordkorea-Opfern verknüpft

Das neue Argumentationsgerüst soll den Angreifern einen rechtlichen Eigentumstitel am eingefrorenen Ether über eine Betrugsdoktrin aus dem 19. Jahrhundert verschaffen – jener Schritt, der den Opfern den Zugriff auf die Mittel überhaupt erst ermöglicht, noch vor der Anhörung am 6. Mai in Manhattan.

Anwälte von Opfern dreier Nordkorea-Terrorismusverfahren haben am Dienstag im Southern District of New York einen 30-seitigen Widerspruch eingereicht. Darin deuten sie den rsETH-Exploit auf Aave vom 18. April nicht als Diebstahl, sondern als Betrug um – eine juristische Neuausrichtung, die den Angreifern einen verteidigbaren Eigentumstitel am geliehenen Ether verschaffen könnte und es den Opfern wiederum erlaubt, diesen über den Terrorism Risk Insurance Act zu beschlagnahmen.

Warum das wichtig ist

Der Exploit im April entzog Aave, dem größten dezentralen Kreditprotokoll nach Total Value Locked, rund 230 Mio. $. Ein Angreifer, den Chainalysis und TRM Labs der nordkoreanischen Lazarus Group zuordnen, prägte ungedeckte rsETH-Token, nutzte sie als Sicherheit und lieh sich echten Ether gegen wertlose Einlagen, bevor Arbitrum-Entwickler etwa 71 Mio. $ der Erlöse abfingen.

Die neue Eingabe stützt sich auf eine Doktrin, die vor allem mit Charles Ponzi verbunden ist: Ein Betrugsopfer überträgt nicht nur den Besitz, sondern das Eigentum an einen Betrüger, selbst wenn dieses Eigentum später wieder rückgängig gemacht werden kann. Akzeptiert ein Bundesrichter in Manhattan diese Theorie, schwächen sich Aaves bisherige sachenrechtliche Argumentationen nach New Yorker Recht – und der eingefrorene Ether wird als Eigentum eines staatlichen Terrorismus-Sponsors erreichbar, dem einzigen Weg, den TRIA tatsächlich eröffnet.

Marktauswirkungen

Die Eingabe setzt Aave zudem in der Frage der Klagebefugnis unter Druck und verweist auf die eigenen Nutzungsbedingungen, wonach das Protokoll keinen „possession, custody or control“ über die Vermögenswerte der Nutzer habe – eine Position, mit der Aave jahrelang Haftung in Streitigkeiten mit Nutzern abgewehrt hat. Zugleich hat DeFi United, ein branchengetragener Rücklagenfonds, dem Aave selbst angehört, 327,95 Mio. $ eingeworben – mehr als das Vierfache der 71 Mio. $ im Streit. Damit ist der umkämpfte Ether für die betroffenen Nutzer möglicherweise weitgehend überflüssig, selbst wenn die Sperre hält. Eine Anhörung ist für den 6. Mai vor dem Bundesgericht in Manhattan angesetzt.

Verwandte Tokens
$ETH $AAVE

Häufig gestellte Fragen

  1. Warum bezeichnen die Anwälte den Aave-Exploit als Betrug und nicht als Diebstahl?

    Nach einer langjährigen US-Doktrin überträgt ein Betrugsopfer das Eigentum an einen Betrüger – selbst wenn dieses reversibel ist. Die neue Eingabe argumentiert, das rsETH-Schema der Lazarus Group sei eine betrügerische Leihtransaktion gewesen, wodurch die Opfer den eingefrorenen Ether überhaupt erst über den Terrorism…

  2. Wie viel Ether steht tatsächlich im Streit?

    Von den am 18. April aus Aave entzogenen rund 230 Mio. $ fingen Arbitrum-Entwickler etwa 71 Mio. $ ab, bevor sie zu Geld gemacht werden konnten. Diese 71 Mio. $ sind der Teil, den die Opfer zu beschlagnahmen versuchen; der Rest bleibt unauffindbar.

  3. Könnten Aaves eigene Nutzungsbedingungen vor Gericht zum Nachteil werden?

    Die Eingabe argumentiert, Aave könne die Klagebefugnis fehlen, die Sperre anzufechten, und verweist auf die eigenen Bedingungen, wonach das Protokoll keinen „possession, custody or control" über Nutzervermögen hat – einen Haftungsausschluss, den Aave historisch nutzt.

  4. Ändert der Rücklagenfonds etwas für die Opfer?

    DeFi United, der branchengetragene Rücklagenfonds, dem Aave selbst angehört, hat bis Dienstag 327,95 Mio. $ eingeworben – mehr als das Vierfache der 71 Mio. $ im Streit. Das Schriftsatz weist darauf hin, dass betroffene Nutzer den eingefrorenen Ether womöglich gar nicht benötigen, selbst wenn die Sperre hält.

  5. Wann ist der nächste Gerichtstermin?

    Eine Anhörung ist für Mittwoch, den 6. Mai, im Southern District of New York in Manhattan angesetzt.

Quellenangabe
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