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BIS: Krypto-Liquidität konzentriert sich an Top-Börsen

Allein Binance wickelte 2026 ein Volumen von $1,09 Bio. ab — und die BIS stellt fest, dass genau die Plattformen mit den tiefsten Orderbüchern wie unregulierte Banken agieren, ohne Kapitalpuffer, ohne Einlagenschutz…

BIS: Krypto-Liquidität konzentriert sich an Top-Börsen
BIS: Krypto-Liquidität konzentriert sich an Top-Börsen

Der Krypto-Handel verteilt sich nicht mehr auf Hunderte von Plattformen, sondern sammelt sich in einer Handvoll großer Börsen, die zunehmend gleichzeitig als Banken, Broker, Verwahrer und Kreditgeber auftreten. Allein Binance wickelte in den ersten 112 Tagen des Jahres 2026 ein Volumen von $1,09 Billionen ab und übertrifft damit die nächstgrößeren Handelsplätze deutlich — MEXC mit $284,9 Mrd., Bybit mit $242,3 Mrd., Crypto.com mit $219,9 Mrd., Coinbase mit $209,3 Mrd. und OKX mit $195,2 Mrd., basierend auf CryptoQuant-Daten, die in einem neuen Papier des Financial Stability Institute der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zitiert werden. Die BIS schätzt, dass die zehn größten Börsen heute rund 90 % des globalen zentralisierten Spot-Volumens abwickeln, wobei Binance allein bei etwa 39 % liegt.

Warum das wichtig ist

Das FSI-Papier bezeichnet diese Firmen als „multifunction cryptoasset intermediaries", kurz MCIs — Plattformen, die Handel, Verwahrung, Staking, Kreditvergabe, Derivate und Renditeprodukte unter einem Dach vereinen, so wie eine traditionelle Bank, ein Broker, eine Börse und ein Verwahrer jeweils in separaten regulatorischen Spuren agieren würden. Die fünf größten MCIs bedienen gemeinsam schätzungsweise 200–230 Mio. Nutzer, von denen 20–34 Mio. Staking- oder Earn-Produkte nutzen, die ungenutzte Guthaben in unbesicherte Kreditexposure gegenüber der Plattform selbst verwandeln. Celsius und FTX werden als Proof-of-Concept-Versagen genau dieses Modells angeführt — nur kleiner als die Plattformen, die heute die Liquidität dominieren.

Auswirkungen auf den Markt

Die Konzentration ist auch ein Marktstrukturproblem, nicht nur ein Verbraucherschutzproblem. Wenn Hebel, Sicherheiten und automatisierte Liquidationsmaschinen alle auf denselben Plattformen sitzen, die die Spot-Liquidität dominieren, kann ein makroökonomischer Schock innerhalb von Minuten zu einem systemweiten Deleveraging-Ereignis werden — die BIS verweist auf den Flash Crash im Oktober 2025, der rund $19 Mrd. an Zwangsliquidationen über 1,6 Mio. Trader auslöste, als live Demonstration. Das Rezept des Papiers sind prudenzielle Regeln im Bankenstil — Kapital- und Liquiditätspuffer, Stresstests, Trennung von Kundengeldern und Abwicklungsplanung — angewandt auf MCIs, mit einer Mischung aus entity-basierter und aktivitätsbasierter Aufsicht. Da die Verbindungen zum TradFi über Spot-ETFs, institutionelle Verwahrung, Stablecoin-Reserven und Brokerage-Infrastrukturen tiefer werden, warnt das FSI, dass eine Störung an einer großen Plattform nicht innerhalb der Krypto-Welt bleiben würde.

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Häufig gestellte Fragen

  1. Was hat die BIS tatsächlich über Krypto-Börsen gesagt?

    Ein neues Papier des Financial Stability Institute der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt davor, dass sich große Krypto-Plattformen zu „multifunction cryptoasset intermediaries" entwickelt haben — Handelsplätze, die Handel, Verwahrung, Kreditvergabe, Derivate, Staking und Renditeprodukte unter einem Dach…

  2. Wie konzentriert ist der Krypto-Handel derzeit?

    Laut CryptoQuant-Daten, die im BIS-Papier zitiert werden, wickelte Binance in den ersten 112 Tagen des Jahres 2026 ein Volumen von $1,09 Bio. ab. Die zehn größten zentralisierten Börsen vereinen rund 90 % des globalen Spot-Volumens auf sich, Binance allein kommt auf etwa 39 %. Das nächste Feld — MEXC, Bybit,…

  3. Warum ist das Erzielen von Renditen auf Börsen ein Risiko?

    BIS-Forscher weisen darauf hin, dass Kundinnen und Kunden, die Vermögenswerte in Staking- oder Earn-Produkte einzahlen, am Ende eine unbesicherte Forderung gegen die Plattform halten können, statt Eigentum an bestimmten Vermögenswerten. Scheitert die Plattform, stehen sie mit anderen Gläubigern gleichauf — ohne…

  4. Auf welche historischen Ausfälle bezieht sich die BIS?

    Das Papier verweist auf das Celsius Network, dessen Renditemodell 2022 unter dem Ansturm von Auszahlungen zusammenbrach, sowie auf FTX, wo Kundengelder mit verbundener Handelstätigkeit verquickt wurden. Beide werden als strukturelle Vorboten des Risikomusters präsentiert, das heute bei größeren Plattformen sichtbar…

  5. Was empfiehlt die BIS den Regulierungsbehörden?

    Das Papier fordert prudenzielle Regeln im Bankenstil, angewandt auf große Krypto-Intermediäre: Kapital- und Liquiditätspuffer, Stresstests, Trennung von Kundengeldern und formelle Abwicklungsplanung. Empfohlen wird zudem eine Mischung aus entity-basierter Aufsicht der Plattform als Ganzes und aktivitätsbasierten…

Quellenangabe
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