Der Digital Asset Market Clarity Act, das folgenreichste Krypto-Gesetz, das der Kongress seit Jahren vorangebracht hat, hat am 14. Mai den Senatsbankenausschuss passiert und geht nun zur Abstimmung im Plenum. Weitgehend einig ist man sich, dass ein solcher Rahmen überfällig ist — doch die nun vorangetriebene Fassung enthält fünf Lücken, die nach Aussage ihrer Verfasser genau jene Struktur untergraben könnten, die das Gesetz eigentlich schaffen soll.
Die erste Lücke betrifft DeFi: Eine Plattform, die Werte bewegt, tauscht oder verbirgt, darf sich nicht allein dadurch AML- und Sanktionskontrollen entziehen, dass sie sich als dezentral bezeichnet. Das Finanzministerium hat Tornado Cash mit mehr als $455 Millionen verknüpft, die von der Lazarus Group gestohlen wurden, und UN-Experten haben weitere $147,5 Millionen dokumentiert, die über denselben Mixer gewaschen wurden — ein Muster, das der Kongress schließen muss.
Die zweite Lücke ist das „Tornado Cash"-Schlupfloch: Wenn AML-Pflichten an eine Person anknüpfen, aber in dem Moment verschwinden, in dem Software dieselbe Aufgabe übernimmt, ist die Regel eine Umgehung, keine Schutzmaßnahme. Im Mai dieses Jahres hat FinCEN die US-Banken davor gewarnt, dass die iranische Islamische Revolutionsgarde (IRGC) ein grenzüberschreitendes Schattenbanken-Netzwerk unterhält, das digitale Asset-Infrastruktur nutzt, um Öleinnahmen zu waschen und Waffenbeschaffung zu finanzieren.
Die dritte Lücke sind Stablecoins. Der GENIUS Act hat den perimeter um Emittenten gezogen, doch sanktionierte russische Einheiten haben bereits Geld über Plattformen bewegt, die keinerlei Identitätsprüfungen verlangen. Der Clarity Act sollte eine ecosystem-weite Überwachung vorschreiben, sonst laufen Stablecoins Gefahr, zum bevorzugten Kanal für Sanktionsumgehung, Ransomware und korruptionsbezogene Geldwäsche zu werden.
Die vierte Lücke ist jurisdiction shopping: Eine Plattform, die US-Kunden bedient oder über US-Zahlungswege routet, darf AML-Pflichten nicht dadurch loswerden, dass sie sich offshore neu gründet. Das Justizministerium hat kürzlich einen venezolanischen Staatsbürger angeklagt, rund $1 Milliarde über ein Netzwerk gewaschen zu haben, das Bankkonten, Exchange-Konten, private Wallets und Briefkastenfirmen in und aus den USA führte. Ermöglicht ein Ort illegale Finanzflüsse, sollte das Gesetz ihm den Zugang zum legitimen System abschneiden.
Die fünfte Lücke sind Interessenkonflikte.
Häufig gestellte Fragen
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Was ist der Digital Asset Market Clarity Act?
Es ist das Flaggschiff-Gesetz des US-Senats zur Krypto-Marktstruktur. Es hat am 14. Mai den Senatsbankenausschuss passiert und geht nun zur Abstimmung im Plenum. Es soll definieren, welche digitalen Vermögenswerte Wertpapiere und welche Rohstoffe sind, und die regulatorische Zuständigkeit für jede Kategorie von…
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Welche fünf Lücken lässt der Clarity Act nach Kritikern offen?
Kritiker benennen eine DeFi-Lücke, die Plattformen erlaubt, sich durch das Etikett „dezentral" AML-Regeln zu entziehen; ein „Tornado Cash"-Schlupfloch, das Software Aufgaben ausführen lässt, die bei Personen Kontrollen auslösen würden; eine Stablecoin-Lücke, die es Akteuren erlaubt, die Emittenten-Regeln des GENIUS…
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Wie viel Krypto hat Nordkorea über Tornado Cash gewaschen?
Das Finanzministerium hat Tornado Cash mit mehr als $455 Millionen verknüpft, die von der Lazarus Group gestohlen wurden. UN-Experten berichten zudem, Nordkorea habe später weitere $147,5 Millionen über dieselbe Plattform gewaschen — insgesamt also mehr als $600 Millionen.
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Was ist der Vorwurf eines Interessenkonflikts bei World Liberty Financial?
Dem Artikel und dem Wall Street Journal zufolge soll ein Mitglied der unmittelbaren Familie von Präsident Trump vier Tage vor der Amtseinführung 2025 einen Vertrag unterzeichnet haben, mit dem eine 49-Prozent-Beteiligung an World Liberty Financial an ein von Abu Dhabi gestütztes Unternehmen für $500 Millionen verkauft…
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Welche Änderungsanträge würden die Lücken des Clarity Act schließen?
Die fünf genannten operativen Fixes lauten: ein DeFi-Definitionsänderungsantrag, der Plattformen mit Finanzfunktionen unabhängig von der Eigenbeschreibung erfasst; explizite OFAC-Befugnis über Anonymisierungs-Tools; eine ecosystem-weite Stablecoin-Überwachungspflicht; eine Klausel mit grenzüberschreitender Reichweite,…