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Digitale Wallets verdrängen Bankkonten aus dem Alltag

Der Wandel begünstigt ein Super-App-Modell, doch regulierte Infrastruktur, Wiederherstellungsschutz und von Banken ausgegebenes Geld halten Banken hinter der Wallet weiter eingebunden.

Digitale Wallets verdrängen Bankkonten aus dem Alltag
Digitale Wallets verdrängen Bankkonten aus dem Alltag
Digitale Wallets verdrängen Bankkonten aus dem Alltag
Digitale Wallets verdrängen Bankkonten aus dem Alltag

Adrian Cachinero, Mitgründer von Steakhouse Financial, sagt, seine 18 Monate alte Tochter müsse vielleicht nie ein Bankkonto eröffnen. Diese Sicht setzt sich in Krypto- und Bankenkreisen zunehmend durch. Seine DeFi-Firma verwaltet mehr als 4 Milliarden Dollar in Blockchain-Vaults, über die Nutzer Stablecoins einzahlen, Rendite erzielen und die Kontrolle über ihre Vermögenswerte behalten können. Der Tracker von Visa erfasste im jüngsten 30-Tage-Zeitraum 6,6 Milliarden Dollar über 132,4 Millionen Stablecoin-Transaktionen in Retail-Größe.

Warum das wichtig ist

Die These lautet nicht, dass Banken verschwinden. Vielmehr könnte eine mit der Identität eines Nutzers verknüpfte Wallet zur zentralen Finanzoberfläche werden, die Bargeld, Stablecoins, von Banken ausgegebene tokenisierte Einlagen, tokenisierte Geldmarktfonds und andere Vermögenswerte an einem Ort bündelt. Banken würden hinter dieser Oberfläche weiter Geld, Infrastruktur und regulatorische Kontrollen bereitstellen.

Stablecoins und tokenisierte Einlagen dürften den Markt zudem unter sich aufteilen. Stablecoins könnten mehr Retail-Zahlungen und Überweisungen abwickeln, während von Banken ausgegebene Token größere Wholesale- und institutionelle Zahlungsströme stützen. Wallet-Transfers rund um die Uhr bieten eine Alternative zu grenzüberschreitenden Zahlungen, die weiterhin über mehrere Bankkonten laufen.

Marktauswirkungen

Standard Chartered erwartet, dass der Stablecoin-Umlauf bis 2028 etwa um das Siebenfache auf rund 2 Billionen Dollar wächst. Neobanken gewinnen weltweit bereits fast 40% der neuen Bankkonten und bedienen mehr als 1,4 Milliarden Nutzer, was die Nachfrage nach appbasierten Finanzdiensten verstärkt.

Binance zufolge treiben jüngere Nutzer die Krypto-Adoption in Schwellenländern mit an, während die Börse in Richtung Zahlungen und eines breiteren Super-App-Modells expandiert. Banken, Fintechs und Krypto-Plattformen dringen über Handel, Karten, Zahlungen und tokenisierte Vermögenswerte zunehmend in die Geschäftsfelder der jeweils anderen vor.

Regulierte Infrastruktur und Verwahrung bleiben die begrenzenden Faktoren. Wallets brauchen weiterhin verlässliche Verbindungen zu konventionellem Geld, während Self-Custody die Nutzer für den Schutz privater Schlüssel verantwortlich macht, ohne garantierte Wiederherstellung oder Versicherung. Das wahrscheinliche Ergebnis ist nicht das Ende des Bankwesens, sondern eine Zukunft, in der das Bankkonto weniger sichtbar wird als die darauf aufbauende Wallet.

Häufig gestellte Fragen

  1. Warum könnten jüngere Verbraucher weniger auf Bankkonten angewiesen sein?

    Digital native Nutzer bevorzugen möglicherweise eine einzige Wallet, die Zahlungen, Ersparnisse, Stablecoins, tokenisierte Einlagen und Investments bündelt, statt getrennte Bank- und Brokerage-Konten zu führen.

  2. Wie groß ist die aktuelle Retail-Aktivität bei Stablecoins?

    Der Tracker von Visa verzeichnete im jüngsten 30-Tage-Zeitraum 6,6 Milliarden Dollar über 132,4 Millionen Stablecoin-Transaktionen in Retail-Größe.

  3. Werden Stablecoins und tokenisierte Bankeinlagen denselben Markt bedienen?

    Sie dürften unterschiedliche Rollen übernehmen. Stablecoins könnten mehr Retail-Zahlungen und Überweisungen abwickeln, während von Banken ausgegebene tokenisierte Einlagen größere Wholesale- und institutionelle Zahlungsströme stützen.

  4. Schafft das Wallet-Modell Banken ab?

    Nein. Banken würden weiterhin Geld, regulierte Infrastruktur und Kontrollen bereitstellen, auch wenn Kunden diese Dienste zunehmend über Wallets und Super-Apps nutzen.

  5. Was könnte den Wandel hin zu Wallet-basierter Finanznutzung bremsen?

    Wallets brauchen weiterhin Verbindungen zu konventionellen Zahlungssystemen, während Self-Custody Nutzer ohne garantierte Wiederherstellung oder Versicherung zurücklassen kann, wenn ihre privaten Schlüssel kompromittiert werden.

Quellenangabe
Aggregiert von CoinDesk · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 2h
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