Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat am Dienstag den Rechtsrahmen für einen Digitalen Euro gebilligt und sofortige Trilogieverhandlungen zur Fertigstellung des Gesetzes angeordnet. Damit ist der Weg frei für eine Einführung der europäischen Zentralbankdigitalwährung im Jahr 2029. Die Abstimmung beendet drei Jahre Auseinandersetzungen zwischen Notenbankern und Geschäftsbanken, die sich heftig gegen eine Abwanderung von Einlagen in Zentralbankwallets gewehrt hatten.
Warum es zählt
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat den Digitalen Euro wiederholt als Souveränitätsprojekt dargestellt, nicht bloß als technische Aufrüstung des Zahlungsverkehrs. Rund zwei Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum werden von nichteuropäischen Anbietern abgewickelt, vor allem Visa und Mastercard, und USDC und USDT zirkulieren inzwischen frei innerhalb des Blocks. Der ECON-Ausschussabgeordnete Markus Ferber bezeichnete Zahlungsresilienz als geopolitische Notwendigkeit, ein Signal, dass es im Rahmenwerk ebenso sehr um die Verringerung der Abhängigkeit von US-Infrastruktur geht wie um die Modernisierung des Settlements.
Auswirkungen auf den Markt
Die Regeln erlauben sowohl Online- als auch Offline-Varianten, wobei die Offline-Version Peer-to-Peer-Übertragungen von Telefon zu Telefon sowie bargeldähnliche Privatsphäre ermöglicht, die Käufe vor der Überwachung durch die EZB schützt. Die Geschäftsbanken haben sich strikte Halteobergrenzen für einzelne digitale Wallets gesichert, um eine Bank-Run-Dynamik in einer Krise zu verhindern. Diese Konzession begrenzt den direkten Wettbewerb mit Retail-Einlagen. Ein 12-monatiger Pilotbetrieb mit ausgewählten Händlern und Zahlungsdienstleistern soll die Infrastruktur vor dem Zieljahr 2029 erproben, womit Stablecoin-Emittenten und etablierte Kartenanbieter ein mehrjähriges Zeitfenster zur Neupositionierung erhalten.
Häufig gestellte Fragen
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Worüber hat der ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments konkret abgestimmt?
Der Ausschuss billigte den Rechtsrahmen für einen Digitalen Euro und ordnete sofortige Trilogieverhandlungen zwischen Parlament und EU-Mitgliedstaaten zur Finalisierung des Gesetzes an, womit drei Jahre Auseinandersetzungen zwischen EZB und Geschäftsbanken enden.
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Wann wird der Digitale Euro eingeführt?
Der Rahmen sieht eine Einführung im Jahr 2029 für sowohl Online- als auch Offline-Versionen vor, mit einem 12-monatigen Pilotbetrieb auf Basis einer Beta-Version der Infrastruktur, der vorab mit ausgewählten Händlern und Zahlungsdienstleistern getestet werden soll.
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Warum will die EZB einen Digitalen Euro?
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat ihn als Souveränitätsprojekt gerahmt: Rund zwei Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum laufen über nichteuropäische Anbieter, und USDC und USDT zirkulieren bereits im Block, was die EZB als Abhängigkeit von fremdgesteuerten Zahlungsinfrastrukturen einstuft.
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Wie funktioniert der Datenschutz beim Digitalen Euro?
Die Offline-Version ermöglicht direkte Überweisungen digitaler Euro von Telefon zu Telefon ohne Internetverbindung und bietet bargeldähnliche Privatsphäre, sodass die EZB einzelne Käufe nicht einsehen kann. Lagarde hat betont, dass physisches Bargeld parallel weiter im Umlauf bleibt.
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Was haben die Geschäftsbanken im endgültigen Rahmenwerk erreicht?
Die Banken sicherten sich strikte Halteobergrenzen pro Wallet, um Massenabhebungen von traditionellen Konten in Zentralbankwallets während einer Krise zu verhindern, womit ihre zentrale Sorge vor entgangenen Einlagenerträgen durch eine staatliche Digitalwährung adressiert wird.
CoinDesk