Zwei Finanzinstitute, die jeweils mehr als 1 Billion US-Dollar verwalten, genehmigten in diesem Sommer Krypto-Produkte, wie Bitwise-CEO Hunter Horsley erklärte. Er wertete den Schritt als Beleg dafür, dass große institutionelle Akteure den Zugang zu Krypto selbst in einem Bärenmarkt ausweiten. „Dieses Jahr hat einfach jeder das Krypto-Trikot angezogen“, sagte Horsley gegenüber CoinDesk. „Jetzt arbeitet jeder für Krypto.“ Bitwise nannte die Unternehmen nicht und erläuterte nicht, was die Genehmigungen erlauben.
Warum das wichtig ist
Horsley stellte die Genehmigungen als Ende der alten konfrontativen Haltung der Kryptobranche gegenüber der Wall Street dar, verkörpert durch den Trade „Long Bitcoin, Short Banker“. Dieser spiegelte jahrelanges gegenseitiges Misstrauen zwischen der Anlageklasse und den Institutionen wider, die einst nichts mit ihr zu tun haben wollten. Der Sygnum-CIO Fabian Dori sagte, Banken seien vom Widerstand gegen digitale Vermögenswerte dazu übergegangen, diese über Verwahrung, Tokenisierung und regulierten Handel aufzubauen, zu ermöglichen und zu vertreiben. Dori führte den Wandel auf Kundennachfrage und klarere Regeln zurück und bezeichnete ihn als strukturell statt zyklisch.
Der Ausbau hat sich über Jahre entwickelt. Swissquote nahm 2017 den Bitcoin-Handel auf, 2020 folgte DBS und 2021 BBVA. BNY Mellon startete 2022 gemeinsam mit Nubank und LGT die institutionelle Krypto-Verwahrung. 2023 kamen St.Galler Kantonalbank und Santander hinzu, und Zürcher Kantonalbank eröffnete 2024 den Handel für Privatkunden. Seitdem sind auch Standard Chartered, Charles Schwab, SoFi und Morgan Stanley in den Bereich eingestiegen.
Auswirkungen auf den Markt
Anchorage-Digital-CEO Nathan McCauley beschrieb das Zusammenwachsen als nahezu abgeschlossen: Große Finanzunternehmen arbeiten mit spezialisierten Anbietern zusammen, statt eine eigene Infrastruktur aufzubauen. „Wir steuern schnell auf eine Welt zu, in der es keine ‚traditionelle Finanzwirtschaft‘ und keine ‚dezentrale Finanzwirtschaft‘ gibt. Es gibt nur ‚Finanzwirtschaft‘“, sagte er. Tokenisierte reale Vermögenswerte und von großen Vermögensverwaltern entwickelte Krypto-Wrapper führen beide Welten auf derselben Infrastruktur zusammen.
Dori fügte einen Vorbehalt hinzu. Die Institutionalisierung hat zusätzliche Infrastruktur auf dem reflexiven, von Narrativen getriebenen Krypto-Handel aufgebaut, statt ihn zu ersetzen. Der Charakter des Marktes hat sich nicht verändert, auch wenn sich die Gatekeeper verändert haben.
Häufig gestellte Fragen
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Warum geht die Ära „Long Bitcoin, Short Banker“ gerade jetzt zu Ende?
Bitwise-CEO Hunter Horsley zufolge haben zwei Finanzinstitute, die jeweils mehr als 1 Billion US-Dollar verwalten, während des sommerlichen Bärenmarkts Krypto-Produkte genehmigt. Sygnum-CIO Fabian Dori sagte, der Wandel werde von Kundennachfrage und klareren Regeln getrieben und sei strukturell statt zyklisch.
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Welche großen Banken sind bisher in den Kryptobereich eingestiegen?
Swissquote nahm 2017 den Bitcoin-Handel auf, DBS 2020 und BBVA 2021. BNY Mellon startete 2022 gemeinsam mit Nubank und LGT die institutionelle Krypto-Verwahrung; 2023 folgten St.Galler Kantonalbank und Santander, 2024 eröffnete Zürcher Kantonalbank den Privatkundenhandel, und Standard Chartered, Charles Schwab, SoFi…
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Hat die institutionelle Akzeptanz das Verhalten der Kryptomärkte verändert?
Sygnum-CIO Fabian Dori sagte, die Institutionalisierung habe zusätzliche Infrastruktur auf dem reflexiven, von Narrativen getriebenen Krypto-Handel aufgebaut, statt ihn zu ersetzen. Der Charakter des Marktes habe sich nicht verändert, auch wenn sich die Gatekeeper verändert hätten.
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Was sagte Bitwise-CEO Hunter Horsley zur Krypto-Adoption?
Horsley sagte gegenüber CoinDesk: „Dieses Jahr hat einfach jeder das Krypto-Trikot angezogen. Jetzt arbeitet jeder für Krypto.“ Er wies darauf hin, dass Finanzfirmen mit Billionen-Dollar-Bewertung den Zugang zu Krypto selbst in einem Bärenmarkt ausweiten, statt sich daraus zurückzuziehen.
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Wie zeigt sich die Annäherung von TradFi und DeFi in der Praxis?
Anchorage-Digital-CEO Nathan McCauley sagte, große Finanzunternehmen arbeiteten mit spezialisierten Anbietern zusammen, statt eine eigene Infrastruktur aufzubauen. Seiner Einschätzung nach steuert die Welt schnell auf einen Zustand zu, in dem es keine traditionelle und dezentrale Finanzwirtschaft mehr gibt, sondern…
CoinDesk