Preise werden geladen…
🩸BEARISH

Lagarde warnt: Euro-Stablecoins gefährden Finanzstabilität

Die Rede der EZB-Chefin bei der Banco de España bringt sie in direkten Konflikt mit Bundesbank-Präsident Nagel und wirft einen Schatten auf den für H2 2026 geplanten Start von Qivalis, einem Gemeinschaftsprojekt von 12 Banken.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat am Freitag eine ihrer schärfsten öffentlichen Attacken gegen auf Euro lautende Stablecoins gerichtet und argumentiert, die Risiken für Finanzstabilität und geldpolitische Transmission überwögen jeden möglichen Gewinn für die internationale Stellung des Euro. Auf dem LatAm Economic Forum der Banco de España sagte sie, „die Argumente für die Förderung auf Euro lautender Stablecoins sind weitaus schwächer, als sie erscheinen“ — eine direkte Zurückweisung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel, der im Februar öffentlich ein Ökosystem für Euro-Stablecoins unterstützt hatte.

Der Kern ihres Arguments zog eine Linie zwischen der geldpolitischen Funktion von Stablecoins — der Ausweitung der Reichweite als Reservewährung — und ihrer technologischen Funktion, die ihrer Aussage nach durch öffentliche, in Zentralbankgeld verankerte Infrastruktur erfüllt werden kann. Zu den konkret genannten Abwägungen gehörten Bank-Run- und De-Pegging-Dynamiken, wie sie 2023 im Zuge der SVB-Circle-Episode durchs Finanzsystem liefen, eine Einlagensubstitution, die die Kreditvergabekanäle der Banken in Europas bankabhängigem System verengt, sowie eine breitere Marktfragmentierung. Sie verwies auf die eigenen tokenisierten Großhandelsabwicklungsprojekte der EZB, Pontes und Appia, als das richtige Vehikel für die digitalen Finanzambitionen Europas.

Warum es zählt

Lagardes Eskalation landet mitten in einer laufenden europäischen politischen Auseinandersetzung. Ein Konsortium aus 12 großen europäischen Banken, das unter dem in den Niederlanden ansässigen Joint Venture Qivalis operiert, strebt für die zweite Jahreshälfte 2026 die Einführung eines MiCA-regulierten Euro-Stablecoins an. Ihre öffentliche Entzweiung mit Nagel — eine seltene, hochrangige Meinungsverschiedenheit innerhalb der EZB in dieser Frage — erhöht die Kosten regulatorischer Unklarheit für das Konsortium und für jede Bank, die erwägt, einen an den Euro gekoppelten Token zu unterstützen. Sie verwies zudem auf ein EZB-Working Paper vom März, das davor warnte, eine breite Stablecoin-Adoption gefährde die Banken des Euroraums und die geldpolitische Souveränität des Hauses, insbesondere bei Anbindung an Fremdwährungen.

Auswirkungen auf den Markt

Die Rede fällt vor dem Hintergrund eines ungleichgewichteten Marktes: USD-gestützte Stablecoins machen nach wie vor den überwältigenden Anteil der gesamten Stablecoin-Versorgung aus, während auf andere Währungen lautende Token nur einen Bruchteil des Kuchens ausmachen.

Häufig gestellte Fragen

  1. Was hat EZB-Präsidentin Lagarde am Freitag über Euro-Stablecoins gesagt?

    Auf dem LatAm Economic Forum der Banco de España argumentierte Lagarde, die Risiken für Finanzstabilität und geldpolitische Transmission auf Euro lautender Stablecoins überwögen jeden Nutzen für die internationale Stellung des Euro, und sagte, die Argumente für ihre Förderung seien „weitaus schwächer, als sie…

  2. Warum steht Lagardes Position im Widerspruch zur Bundesbank?

    Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte im Februar öffentlich ein Euro-Stablecoin-Ökosystem unterstützt. Lagardes Rede am Freitag war eine direkte Zurückweisung dieser Position und markiert eine seltene, hochrangige Meinungsverschiedenheit innerhalb der EZB.

  3. Was ist das Qivalis-Konsortium und wie wirkt sich Lagardes Rede darauf aus?

    Qivalis ist ein in den Niederlanden ansässiges Joint Venture von 12 großen europäischen Banken, das die Einführung eines MiCA-regulierten, auf Euro lautenden Stablecoins in H2 2026 anstrebt. Lagardes öffentliche Entzweiung mit Nagel erhöht die regulatorische Unklarheit für die Gruppe, gerade wenn sie auf die…

  4. Welche Risiken nannte Lagarde konkret gegen Euro-Stablecoins?

    Sie nannte Bank-Run- und De-Pegging-Dynamiken wie 2023 im Fall SVB-Circle, Einlagensubstitution, die die Kreditvergabekanäle in Europas bankabhängigem System verengt, breitere Marktfragmentierung sowie Bedrohungen für die geldpolitische Souveränität des Euroraums — insbesondere wenn Stablecoins an Fremdwährungen…

  5. Was schlug Lagarde anstelle von Euro-Stablecoins vor?

    Sie verwies auf die eigenen tokenisierten Großhandelsabwicklungsprojekte der EZB, Pontes und Appia, als geeignete Infrastruktur für Europas digitale Finanzambitionen, neben einer vertieften Kapitalmarktintegration durch die Spar- und Investitionsunion.

Quellenangabe
Aggregiert von TheBlock · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 60d
Original öffnen →