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SEC: On-Chain-Krypto-Börsen sollen 1990er-Regelwerk nutzen

Atkins' zweistufiger Ansatz – zunächst begrenzter Zugang unter Auflagen, danach formelle Regelungen – übernimmt den Weg, der 1998 zu Reg ATS führte, und signalisiert die konstruktivste US-Krypto-Haltung seit Jahren.

SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte am 8. Mai, die Behörde könnte kurzfristig einen begrenzten „Innovation Pathway" für On-Chain-Handelssysteme einrichten, während sie die formelle Notice-and-Comment-Regelsetzung für die umfassendere Frage zurückstelle, wie Krypto-Plattformen unter die Börsendefinition passen. Die Reihenfolge – zielgerichtete Leitlinien zuerst, passgenaue Architektur danach – spiegelt den Weg wider, den die SEC in den 1990er Jahren ging, als der elektronische Handel dem bestehenden Regelwerk davonlief, und mündete 1998 in Regulation ATS.

Warum es zählt

Ein einzelnes On-Chain-Protokoll kann Matching, Routing, Clearing und Eigentumsaufzeichnung innerhalb von Sekunden übernehmen und sprengt damit die Akteurskategorien, auf die das SEC-Regelwerk zugeschnitten ist. Atkins sprach diese Reibung direkt an, und der Vorschlag greift die ursprüngliche Reg-ATS-Adopting-Release-Sprache über „encouraging market innovation" auf, während Anlegerschutz gewahrt bleibt. Commissioner Hester Peirce hatte im Dezember 2025 bereits in dieselbe Richtung gedrängt und gefragt, ob Form ATS, die Unterscheidung zwischen öffentlicher und nicht-öffentlicher Offenlegung sowie die ATS-Berichterstattung auf Krypto zugeschnitten werden sollten; das ATS-FAQ vom Februar bestätigte, dass der Paarhandel mit Wertpapieren und Nicht-Wertpapier-Vermögenswerten zulässig ist und die bestehenden ATS-Formulare Krypto-Offenlegungen aufnehmen können.

Die Spannung zwischen Brücke und Trichter ist real. Bedingte Erleichterungen, die Anbieter ausschließen, welche Kundenvermögen halten, Orders entgegennehmen, Transaktionen weiterleiten, Geschäfte ausführen oder Nutzeraktivitäten anwerben, würden vor allem Firmen nahe am Broker-Dealer-Modell helfen und AMMs, Lending-Protokollen oder vollständig autonomen Systemen kaum nützen. Die Stellungnahme des SEC-Mitarbeiterstabs vom 13. April zu selbstverwahrenden Schnittstellen wurde als „interim step" bezeichnet, und zwischen dem 17. März und dem 4. Mai verzeichnete die Crypto@SEC-Seite fünf Markstruktur- oder Tokenisierungsmaßnahmen, die die Rede nun in einen einzigen politischen Rahmen einbettet.

Marktauswirkungen

Atkins drängte den Kongress zudem, den CLARITY Act auf den Schreibtisch von Präsident Trump zu bringen, obwohl ein Deal vom 1. Mai zu einer zentralen Bestimmung nach einem Februar-Patt und einem Vorstoß von Finanzminister Scott Bessent im April wieder etwas Schwung in den Senat brachte. Die Nasdaq-Genehmigung für tokenisierte Wertpapiere, der NYSE-Antrag für tokenisierte Wertpapiere sowie die No-Action-Erleichterung für HQLAx zeigen, dass die SEC bedingte Ausnahmen strukturieren kann, ohne auf ein Gesetz zu warten. Eine echte Brücke im Reg-ATS-Stil würde Offshore-Firmen und rechtlich unklaren Anbietern einen inländischen Registrierungsweg mit Offenlegungs-, Verwahrungs-, Routing- und Interessenkonflikt-Anforderungen eröffnen, die darauf zugeschnitten sind, wie On-Chain-Venues tatsächlich funktionieren – und würde das FTX-Argument aushebeln, dass regulatorische Lücken Risiken schlicht ins Ausland verlagern und US-Kunden schutzlos zurücklassen.

Häufig gestellte Fragen

  1. Was hat SEC-Vorsitzender Atkins am 8. Mai tatsächlich angekündigt?

    Er sagte, die Behörde könnte kurzfristig einen begrenzten „Innovation Pathway" für On-Chain-Handelssysteme einrichten, während sie die formelle Notice-and-Comment-Regelsetzung dafür zurückstellt, wie Krypto-Plattformen unter die Börsendefinition fallen – ein zweistufiger Ansatz: erst bedingter Zugang, dann…

  2. Wie lässt sich der Reg-ATS-Weg der 1990er auf Krypto übertragen?

    Die SEC erließ jahrelang Ad-hoc-No-Action-Letters, als der elektronische Handel das Börsenframework herausforderte, und baute 1998 Regulation ATS als Mittelweg, der Alternative Trading Systems unter bestimmten Bedingungen als Broker-Dealer operieren ließ. Atkins verweist auf genau diese Reihenfolge – zuerst gezielte…

  3. Warum lässt sich der On-Chain-Handel nur schwer unter die aktuellen SEC-Regeln fassen?

    Herkömmliche SEC-Kategorien setzen getrennte Akteure voraus: Börsen fürs Matching, Broker-Dealer fürs Routing, Clearingstellen für die Abwicklung, Transfer Agents für die Aufzeichnung. Ein einzelnes On-Chain-Protokoll kann alle vier Funktionen automatisch in Sekunden übernehmen und sprengt damit die Kategorien, für…

  4. Was hat die SEC in diesem Bereich bereits unternommen?

    Am 13. April veröffentlichte die Division of Trading and Markets eine Stellungnahme mit bedingten Erleichterungen für bestimmte selbstverwahrende Krypto-Schnittstellen, als „interim step" bezeichnet. Zwischen dem 17. März und dem 4. Mai verzeichnete die Crypto@SEC-Seite fünf Markstruktur- oder Tokenisierungsmaßnahmen,…

  5. Was ist das Risiko, dass der Pathway den falschen Firmen hilft?

    Die pessimistische Lesart: Bedingte Erleichterungen gelten vor allem für Anbieter, die kein Kundenvermögen halten, keine Orders annehmen, keine Transaktionen weiterleiten, keine Geschäfte ausführen und keine Nutzeraktivität anwerben – eine Ausschlussliste, die das meiste abdeckt, was ein AMM oder Lending-Protokoll…

Quellenangabe
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