Die CME Group hat am Donnerstag Klage gegen die CFTC eingereicht und greift damit die Genehmigung der Behörde für Krypto-Perpetual-Futures in den USA für Kalshi und Coinbase an. Die Washington Research Group von TD Cowen sieht die größte Derivatebörse der Welt rechtlich im Vorteil.
TD-Cowen-Managing-Director Jaret Seiberg sagte seinen Kunden, er rechne damit, dass CME eine einstweilige Verfügung beantragen werde, um die Kontrakte während des laufenden Verfahrens zu blockieren. Der Kern des CME-Arguments: Der Commodity Exchange Act verlange, dass ein Futures-Kontrakt eine Lieferung zu einem festen künftigen Zeitpunkt vorsehe – und da Perps nie auslaufen, seien sie rechtlich als Swaps einzustufen, die einer anderen Registrierung, anderen Margenregeln und einer anderen steuerlichen Behandlung unterliegen.
Warum es wichtig ist
Seiberg erklärte, die Argumente der CME auf Grundlage des Administrative Procedure Act (APA) erschienen stark. Die CFTC hatte Perpetual-Kontrakte zuvor als Swaps behandelt und im April 2025 eine öffentliche Stellungnahme zu dem Thema eingeholt, genehmigte dann aber Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures binnen eines einzigen Tages, ohne eine neue Regulierung zu erlassen. Seiberg argumentiert, diese Kehrtwende könnte gegen das APA verstoßen, weil die Behörde keine unabhängige Entscheidungsfindung betrieben und nicht hinreichend dargelegt habe, warum das Produkt als Futures-Kontrakt und nicht als Swap zu qualifizieren sei.
Der Unterschied ist mehr als semantisch. Swap-Dealer unterliegen Registrierungspflichten und fünftägigen Margenregeln, während Futures von eintägigen Margenanforderungen und einem günstigeren Steuerregime profitieren – jener strukturelle Vorteil, der seit Jahrzehnten prägt, wo sich Liquidität im US-Derivatemarkt sammelt. Wie Seiberg anmerkte, stützte sich Kalshis Antrag auf Rechtsprechung, die noch vor dem Swaps-Rahmenwerk des Kongresses entstanden ist.
Auswirkungen auf den Markt
Die CFTC hat die Klage als "lawfare" gegen eine innovationsfreundliche Agenda gerahmt und signalisiert, sie werde auf eine Klageabweisung hinwirken. Kalshi sprach von Wettbewerbsangst, Coinbase unterstützte den Ansatz der Aufsichtsbehörde. Wenige Tage nach der Einreichung forderten CFTC und SEC gemeinsam öffentliche Stellungnahmen zur Aktualisierung der Derivateregeln – einschließlich Swap-Definitionen, bestehender Ausnahmen und der Frage, wie Perps sowie Event-Kontrakte von Prognosemärkten einzuordnen seien.
Seiberg rechnet damit, dass in Kürze eine Statuskonferenz und ein Verfahrenskalender festgelegt werden, wobei der Eilantrag als nächster großer Katalysator ansteht.
Häufig gestellte Fragen
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Worum geht es in der Klage der CME gegen die CFTC konkret?
Die CME hat die CFTC verklagt, nachdem die Behörde Krypto-Perpetual-Futures für Kalshi und Coinbase genehmigt hatte. Die CME argumentiert, Perps seien rechtlich als Swaps und nicht als Futures einzustufen, da sie nie auslaufen – ein Unterschied, der eine andere Registrierung, andere Margenregeln und eine andere…
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Warum sieht TD Cowen die CME im Vorteil?
TD-Cowen-Analyst Jaret Seiberg sieht sowohl prozessuale als auch materielle Vorteile für die CME. Die CFTC habe Perps zuvor als Swaps behandelt und öffentliche Stellungnahmen eingeholt, dann aber Kalshis Bitcoin-Perps binnen eines Tages ohne neue Regulierung genehmigt – eine Kehrtwende, die nach Seibergs Argument das…
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Wie geht es im Rechtsstreit zwischen CME und CFTC weiter?
TD Cowen erwartet, dass die CME eine einstweilige Verfügung beantragt, um die genehmigten Perps während des Verfahrens zu blockieren. Seiberg rechnet zudem kurzfristig mit einer Statuskonferenz und einem Verfahrenskalender; der Eilantrag gilt als nächster großer Katalysator.
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Warum ist die Einordnung als Swap oder Futures so wichtig?
Swap-Dealer unterliegen Registrierungspflichten und fünftägigen Margenregeln, während Futures von eintägigen Margenanforderungen und einem günstigeren Steuerregime profitieren. Die Einordnung prägt, wo sich Liquidität auf den US-Derivatemärkten sammelt.
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Wie haben CFTC, Kalshi und Coinbase reagiert?
Die CFTC bezeichnete die Klage als "lawfare" gegen eine innovationsfreundliche Agenda und kündigte an, auf Abweisung hinzuwirken. Kalshi sprach von Wettbewerbsangst, während Coinbase den Ansatz der Aufsichtsbehörde unterstützte. CFTC und SEC forderten zudem wenige Tage nach der Einreichung gemeinsam öffentliche…
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