Preise werden geladen…
〽️NEUTRAL

Bitcoin BIP-110 scheitert mit unter 1 % Miner-Support

Der Vorschlag zur Drosselung nicht-finanzieller Daten wurde abgelehnt. Doch die an die Blocksize Wars erinnernde Debatte darüber, wer über Bitcoins Zweck entscheidet, prägt nun jede künftige Upgrade-Diskussion.

Bitcoin BIP-110 scheitert mit unter 1 % Miner-Support
Bitcoin BIP-110 scheitert mit unter 1 % Miner-Support
Bitcoin BIP-110 scheitert mit unter 1 % Miner-Support
Bitcoin BIP-110 scheitert mit unter 1 % Miner-Support

BIP-110, ein Vorschlag zur vorübergehenden Verschärfung der Konsensregeln von Bitcoin und zur Beschränkung nicht-finanzieller Transaktionsdaten wie Ordinals-Inscriptions, ist faktisch gescheitert, nachdem er keine nennenswerte Unterstützung gewinnen konnte. Laut jüngster Zählung signalisierten nur etwas mehr als 0,7 % der Miner Zustimmung, weit entfernt von der für eine Aktivierung nötigen Schwelle. Das Scheitern des Vorschlags zeigt, wie schwer es weiterhin ist, in Bitcoins verteilter Governance inhaltlich relevante Änderungen durchzusetzen, solange Entwickler, Miner, Wallets und institutionelle Halter nicht an einem Strang ziehen.

Warum das wichtig ist

Der Streit um BIP-110 öffnete eine der ältesten Bruchlinien von Bitcoin erneut: Gibt es den Blockspace des Netzwerks ausschließlich für Peer-to-Peer-Cash, oder ist jede gültige, Gebühren zahlende Transaktion legitime Nutzung? Befürworter, darunter der erfahrene Entwickler Luke Dashjr, stellten den Vorschlag als Rückkehr zu Bitcoins ursprünglichem Zweck dar und als Schutz der Dezentralisierung durch schlankere Blockgrößen. Kritiker, von Michael Saylor von Strategy bis Adam Back von Blockstream, warnten, dass subjektive Urteile über "gute" und "schlechte" Transaktionen einen Präzedenzfall schaffen, der sich irgendwann gegen jede Nutzergruppe richten könnte. Saylors X-Post vom 11. Juli brachte die institutionelle Sicht auf den Punkt: "That precedent is the danger. We should save our energy for threats that really matter."

Auch die Aktivierungsmethode war umstritten. BIP-110 belebte den Weg eines user-activated soft fork wieder, bei dem aktualisierte Nodes neue Regeln durchsetzen würden, wenn vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Viele Veteranen verbinden diesen Ansatz mit den spaltenden Blocksize Wars von 2017. Mining-Pools hatten keinen Anreiz, Gebühren zahlende Transaktionen abzulehnen, und Unternehmenshalter wollten mit einer weiteren Governance-Schlacht nichts zu tun haben. Damit blieb der Vorschlag isoliert.

Marktauswirkung

Aus der Ablehnung selbst ergibt sich kein direktes Preis- oder Flow-Signal, doch die Episode liefert einen hilfreichen Einblick darin, wie Bitcoins Governance umstrittene Ideen absorbiert. Rund 0,7 % Miner-Unterstützung sind praktisch null, und das Fehlen eines institutionellen Fürsprechers stellte sicher, dass der Vorschlag keine Brücke zu den Minern schlagen konnte.

Verwandte Tokens
$BTC

Häufig gestellte Fragen

  1. Was sollte Bitcoin BIP-110 bewirken?

    BIP-110 schlug eine vorübergehende Verschärfung der Bitcoin-Konsensregeln vor, um nicht-finanzielle Transaktionsdaten, darunter Ordinals-artige Inscriptions, deutlich schwerer verarbeitbar zu machen. Das Zeitfenster von rund einem Jahr sollte Blockspace sichern, während längerfristige Lösungen diskutiert werden.

  2. Warum konnte BIP-110 keine Unterstützung gewinnen?

    Der Vorschlag erhielt nur etwa 0,7 % Miner-Unterstützung und lag damit weit unter dem, was für die Aktivierung eines Bitcoin-Upgrades nötig ist. Mining-Pools hatten keinen Anreiz, Gebühren zahlende Transaktionen abzulehnen, und institutionelle Halter sprachen sich öffentlich dagegen aus.

  3. Wer hat BIP-110 öffentlich abgelehnt?

    Strategy-Gründer Michael Saylor schrieb am 11. Juli auf X, der Präzedenzfall sei die eigentliche Gefahr, und Blockstream-Mitgründer Adam Back war ein durchgehender Kritiker. Der erfahrene Entwickler Luke Dashjr gehörte zu den prominentesten Befürwortern.

  4. Wie wird ein Bitcoin-Upgrade normalerweise aktiviert?

    Bitcoin-Upgrades kommen meist erst voran, wenn sich überwältigende Unterstützung unter Minern, Unternehmen, Wallet-Anbietern und Entwicklern abzeichnet. BIP-110 belebte den Weg eines user-activated soft fork wieder, bei dem aktualisierte Nodes neue Regeln durchsetzen würden, wenn vordefinierte Bedingungen erfüllt…

  5. Beeinflusst das Scheitern von BIP-110 den Bitcoin-Preis?

    Aus der Ablehnung ergibt sich kein direktes Preis- oder Flow-Signal. Die Episode gilt als Governance-Signal: Jeder künftige Vorschlag, der zwischen Transaktionstypen unterscheidet oder auf user-activated Durchsetzung setzt, erbt nun den Präzedenzfall von BIP-110 und seine Narben.

Quellenangabe
Aggregiert von CoinDesk · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 1h
Original öffnen →