Bybit-Mitgründer und CEO Ben Zhou erklärte auf der Paris Blockchain Week 2026, dass sich dezentrale Finanzen weiterhin in einer „Regulierungs-Flitterwochen-Phase“ befinden – große Rahmenwerke wie die EU-MiCA-Verordnung liefern bis heute keine arbeitsfähige Definition von DeFi.
Im Gespräch mit Brian McGleenon von BeInCrypto argumentierte Zhou, die grenzüberschreitende, dezentrale Natur von DeFi sei strukturell unvereinbar mit zentralisierter Aufsicht – und genau diese Lücke sei inzwischen die Hauptquelle für regulatorische Arbitrage in der Branche. Zentralisierte Börsen seien, so Zhou, längst in Compliance-Prüfungen auf Bankenniveau gezogen worden – ein Regime, das auf der DEX-Seite keine echte Entsprechung habe.
Warum das wichtig ist
Die Asymmetrie, die Zhou hervorhob, ist der Kern des Geschäfts. CEXs schlucken KYC-, Sanktionsprüfungs- und Kapitalkosten-Lasten, die DEXs nicht tragen müssen – während der Retail- und institutionelle Flow weiterhin on-chain wandert. Solange eine Aufsichtsbehörde nicht eine Plattform, ein Protokoll oder ein Frontend als reguliertes Unternehmen benennt, wird das Spielfeld durch Vollzugswahl verzerrt, nicht durchs Gesetz.
Marktauswirkungen
Zhou prognostizierte, die Regulatoren würden zuerst gegen DEXs vorgehen, nicht gegen Kreditprotokolle oder Token-Emittenten, weil DEXs der am besten lesbare On-Ramp für Retail sind. Für Nutzer und Builder heißt das praktisch: Das aktuelle Fenster reibungslosen, anonymen On-Chain-Handels ist geliehene Zeit – und jede DEX-Wachstumsthese sollte einen kurzfristigen Compliance-Schock als Basisszenario einpreisen, nicht als Tail-Risiko.
Häufig gestellte Fragen
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Was meinte der Bybit-CEO mit einer „Regulierungs-Flitterwochen-Phase“ für DeFi?
Ben Zhou erklärte, große Rahmenwerke wie die EU-MiCA-Verordnung lieferten weiterhin keine arbeitsfähige Definition von DeFi – eine Lücke, die es der Branche erlaube, mit minimaler direkter Aufsicht zu operieren, während zentralisierte Börsen Compliance-Kosten auf Bankenniveau schultern.
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Warum glaubt Zhou, dass DEXs zuerst reguliert werden?
Er argumentierte, DEXs seien der am besten lesbare On-Ramp für Retail-Nutzer und damit das einfachste Vollzugsziel für Regulatoren, die in dezentrale Finanzen vorstoßen.
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Wie werden zentralisierte Börsen heute anders reguliert als DEXs?
Nach Zhou unterliegen CEXs inzwischen Compliance-Prüfungen auf Bankenniveau – KYC, Sanktionsprüfung, Kapitalanforderungen –, während DEXs de facto als genehmigungsfreie Plattformen ohne entsprechende Aufsicht weiterlaufen.
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Was ist regulatorische Arbitrage in DeFi?
Der Begriff beschreibt die von Zhou hervorgehobene Lücke: Aktivität wandert dorthin, wo die Compliance-Last am geringsten ist – typischerweise zu DEXs – und nutzt das Fehlen einer klaren grenzüberschreitenden Definition dezentraler Finanzen aus.
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Wann könnte DeFi-Regulierung tatsächlich greifen?
Zhou nannte keinen konkreten Zeitpunkt, sagte aber, die Asymmetrie zwischen CEX- und DEX-Aufsicht sei nicht tragbar – was darauf hindeutet, dass ein substanzieller Vollzug gegen DEXs ein kurzfristiges Basisszenario ist, kein fernes Tail-Ereignis.