Der Senatsentwurf des CLARITY Act hätte hochrangige Bundesbeamte und ihre Ehepartner verpflichtet, qualifizierende Beteiligungen an Kryptounternehmen im Wert von mindestens 15.000 Dollar zu verkaufen oder in einen qualifizierten Blind Trust zu übertragen. Erwachsene Kinder waren davon ausgenommen. Der Gesetzentwurf kam am 15. September nicht voran, sodass die Regelung nicht in Kraft trat.
Warum das wichtig ist
In der Debatte ging es nicht um gewöhnlichen Bitcoin-Besitz. Im Visier standen Beteiligungen an Unternehmen, deren größte Einnahmequelle in der Ausgabe oder Förderung digitaler Vermögenswerte lag. Zugleich sollten betroffene Amtsträger daran gehindert werden, gegen Vergütung Token auszugeben oder zu fördern.
Handelsminister Howard Lutnick zeigt, warum die Abgrenzung innerhalb der Familie wichtig ist. Er verließ Cantor Fitzgerald und übertrug das Eigentum über Trusts, die seinen erwachsenen Kindern zugutekamen. Cantor bleibt über die Verwahrung von US-Staatsanleihen und sein US-Geschäft eng mit Tether, dem Herausgeber von USDT, verbunden. Nach der Übertragung hielt Lutnick zwar kein wirtschaftliches Eigentum mehr, doch die Familie blieb wirtschaftlich mit dem Unternehmen verbunden.
Trumps beglaubigte Finanzoffenlegung wies für 2025 Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus dem Kryptobereich aus. Ein großer Teil davon war mit World Liberty Financial und dem Geschäft rund um den Trump-Meme-Coin verbunden. Die geplante Regel hätte qualifizierende Beteiligungen von Trump oder seiner Ehefrau erfassen können, nicht aber unbedingt solche, die erwachsene Kinder unabhängig hielten.
Auswirkungen auf den Markt
Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt sind begrenzt, weil der Gesetzentwurf nicht zum Gesetz wurde. Die größere Folge ist die regulatorische Unsicherheit darüber, wie der Kongress Familienvermögen behandeln würde, das mit Stablecoins, Token-Emittenten und Bitcoin-Finanzierung verbunden ist, wenn Amtsträger die Regeln für diese Bereiche gestalten.
Ein qualifizierter Blind Trust ist strenger als die Übertragung von Vermögenswerten an Verwandte. Er erfordert einen unabhängigen Treuhänder und beschränkt die Kenntnis und Kontrolle des Amtsträgers über die Anlagen. Der Senatsentwurf legte damit eine politische Lücke offen. Die Gesetzgeber waren bereit, Amtsträger von bestimmten Vermögenswerten zu trennen, hatten aber noch nicht geklärt, wie weit diese Trennung dem Familienvermögen folgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
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Welche Kryptobeteiligungen hätte die geplante CLARITY-Ethikregel erfasst?
Sie zielte auf Beteiligungen an Unternehmen, deren größte Einnahmequelle die Ausgabe oder Förderung digitaler Vermögenswerte war, mit einer Schwelle von 15.000 Dollar für betroffene Amtsträger und ihre Ehepartner.
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Warum standen erwachsene Kinder im Mittelpunkt der Debatte über den CLARITY Act?
Der Entwurf galt für Amtsträger und ihre Ehepartner, erfasste aber nicht automatisch unabhängig gehaltene Beteiligungen erwachsener Kinder. Dadurch konnte Familienvermögen weiterhin mit Kryptounternehmen verbunden bleiben.
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Wie unterscheidet sich ein qualifizierter Blind Trust von der Übertragung von Vermögenswerten an Kinder?
Ein qualifizierter Blind Trust setzt einen unabhängigen Treuhänder ein und beschränkt die Kenntnis und Kontrolle des Amtsträgers über die Anlagen. Eine Übertragung an erwachsene Kinder kann zwar die Kontrolle entziehen, das Familienvermögen aber weiterhin dem Unternehmen aussetzen.
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Wie ist Howard Lutnick mit Tether verbunden?
Cantor Fitzgerald bleibt über die Verwahrung von US-Staatsanleihen und sein US-Geschäft mit Tether und USDT verbunden. Lutnick übertrug nach seinem Eintritt in die Regierung das Eigentum über Trusts zugunsten seiner erwachsenen Kinder.
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Wurden die geplanten Ethikregeln für Kryptowährungen zum Gesetz?
Nein. Der Senatsentwurf des CLARITY Act kam am 15. September nicht voran, daher wurden die geplanten Beschränkungen nicht verabschiedet.