Compound’s Proposal 289 wurde angenommen, nachdem eine späte Welle der Unterstützung 682.191 Stimmen für die Maßnahme und 633.636 dagegen einbrachte. Dadurch wurde die Übertragung von 499.000 COMP, die zu diesem Zeitpunkt etwa 24 Millionen Dollar wert waren, an ein renditebringendes Vehikel genehmigt. Die hinter der Kampagne stehenden Wallets hatten über vier Monate mehr als 682.000 COMP angesammelt, darunter Token, die über zentrale Börsen zurückverfolgt werden konnten, sowie COMP, die sie über Compound selbst geliehen hatten. Die Maßnahme wurde später durch eine Einigung gestrichen, und Compound führte eine Vetorolle ein, die dem Protokoll eine Notfallbremse gab.
Warum das wichtig ist
Der Vorfall zeigt, dass eine DAO einen Treasury-Raub durchführen kann, ohne einen Smart-Contract-Fehler auszunutzen. Forscher, die 28 DAO-Vorfälle untersuchten, klassifizierten 16 davon als Angriffe. In zehn Fällen wurden dabei Token gekauft oder geliehen, um genügend Stimmgewicht für die Beeinflussung einer Abstimmung zu erhalten. Registrierung, Staking und Delegation sollen Spam verhindern, Angriffe teurer machen und passiven Inhabern eine Vertretung ermöglichen. Jeder dieser Mechanismen kann jedoch auch die praktische Macht konzentrieren.
Von 48 großen Ethereum-DAOs verlangten 36 eine Form der Registrierung, aber nur vier registrierten mehr als die Hälfte ihres ausstehenden Token-Angebots. Bei diesen 36 Organisationen lag der durchschnittliche registrierte Anteil bei 21 %. Fünfzehn DAOs verlangten Staking, wobei sich median 27,4 % der Token in Sperren befanden. In vielen Fällen führte Delegation dazu, dass die Stimmrechte noch stärker konzentriert waren als bei einer direkten Abstimmung.
Die zehn größten Inhaber kontrollierten in 39 der 48 DAOs mehr als die Hälfte des Stimmrechts. In 14 registrierungsbasierten DAOs verfügten Wallets von Börsen und DeFi-Zwischenhändlern über mehr Token als die gesamte registrierte Wählerschaft. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass mit Governance-Diensten verbundene Stimmrechtsblöcke in Curve 53 %, in Frax 46 %, in Angle 57 % und in Balancer 65 % des Stimmrechts erreichen konnten.
Auswirkungen auf den Markt
Protokolle stehen heute vor einem Zielkonflikt bei der Gestaltung, statt lediglich zwischen Dezentralisierung und Kontrolle wählen zu können. Längere Abstimmungszeiträume, längere Sperrfristen oder ein Vetorecht für einen Rat können Angriffe in der späten Phase reduzieren. Gleichzeitig verlagern sie jedoch den Einfluss auf engagierte Inhaber, professionelle Delegierte, Sperrdienste oder ein kleines Notfallgremium. Die Forscher identifizierten sieben weitere DAOs mit einer ähnlichen Gefährdung durch leicht verfügbare Stimmrechte und späte Ansammlungen, darunter Uniswap, Radicle, Gitcoin, Silo, Ampleforth, Hop und Cryptex.
Die Sicherheitsfrage verschiebt sich daher von der Frage, ob der Governance-Code seinen Regeln folgt, hin zu der Frage, wem diese Regeln Macht verleihen.
Häufig gestellte Fragen
-
Was ist mit Compound Proposal 289 passiert?
Der Vorschlag wurde nach einem späten Unterstützungsschub angenommen und genehmigte die Übertragung von 499.000 COMP im Wert von etwa 24 Millionen Dollar. Eine spätere Einigung strich die Zuteilung, und Compound führte eine Vetorolle ein.
-
Warum galt die Compound-Abstimmung als Governance-Angriff?
Die Transaktion folgte dem autorisierten Governance-Verfahren von Compound, doch die Abstimmungskampagne sammelte mehr als 682.000 COMP, darunter auch geliehene Token. Diese Konzentration schuf das Risiko einer rechtmäßigen, aber wirtschaftlich schädlichen Entscheidung über die Treasury.
-
Wie konzentriert waren die Stimmrechte in den untersuchten DAOs?
Die zehn größten Inhaber kontrollierten in 39 der 48 DAOs mehr als die Hälfte des Stimmrechts. Delegierte Abstimmungen waren meist stärker konzentriert als direkte Abstimmungen, wodurch der Einfluss einer kleineren Gruppe professioneller Beteiligter zunahm.
-
Was zeigten Registrierung und Staking über die DAO-Beteiligung?
Von 36 DAOs, die eine Registrierung verlangten, registrierten nur vier mehr als die Hälfte des ausstehenden Angebots, und der durchschnittliche registrierte Anteil lag bei 21 %. Fünfzehn DAOs verlangten Staking, wobei sich median 27,4 % der Token in Sperren befanden.
-
Was sollten Anleger bei der DAO-Governance beobachten?
Anleger sollten das registrierte Angebot, die Konzentration von Delegierten, Zwischen-Wallets, Vorschlagsschwellen, Ausführungsrechte und Vetorechte in Notfällen verfolgen. Die Token-Verteilung allein zeigt nicht, wer einen Vorschlag einbringen, genehmigen oder blockieren kann.