Die Vereinigten Staaten werden ab dem 22. Juli einen Section-301-Zoll von 25% auf die meisten brasilianischen Waren erheben. Die Trump-Regierung verweist dabei auf Vorteile, die Brasiliens staatlich betriebenes Sofortzahlungssystem Pix geschaffen habe. Pix wird von mehr als 90% der erwachsenen Brasilianer genutzt und verarbeitete im Juni fast 7 Milliarden Transaktionen im Wert von rund R$3 Billionen, oder $590 Milliarden. Dollarbasierte Stablecoins machen unterdessen etwa 90% des brasilianischen Krypto-Transaktionsvolumens aus.
Washington argumentiert, Pix benachteilige amerikanische Zahlungsunternehmen wie Visa und Mastercard, weil große Finanzinstitute den Dienst Privatpersonen kostenlos anbieten müssen und Obergrenzen für Händlergebühren gelten. Es ist der erste Einsatz von Section 301 gegen das inländische Zahlungssystem eines anderen Landes.
Warum es wichtig ist
Der Streit weitet die US-Handelspolitik auf öffentliche digitale Infrastruktur aus. Section 301 richtete sich traditionell gegen Fragen wie geistiges Eigentum, Subventionen und Marktzugang, doch der Pix-Fall schafft eine mögliche Vorlage, um staatlich unterstützte Zahlungsnetzwerke auch anderswo anzufechten.
Er legt zudem einen Widerspruch in der Dollarisierungsdebatte offen. Brasilien hat Abwicklung in Landeswährung und nicht dollarbasierte Zahlungskanäle gefördert, doch seine Blockchain-Wirtschaft bleibt stark an den Dollar gebunden. Das Land verarbeitet schätzungsweise $6 Milliarden bis $8 Milliarden an Krypto pro Monat, ein großer Teil davon über dollarbasierte Stablecoins für Zahlungen und Abwicklung.
Marktauswirkung
Brasiliens Zahlungsinfrastruktur gerät nun von beiden Regierungen unter Druck. Washington behandelt Pix als Handelshemmnis, während Brasiliens Zentralbank daran arbeitet, Stablecoins bei regulierten grenzüberschreitenden Zahlungen einzuschränken. Resolution 561, die am 1. Oktober in Kraft tritt, wird Zahlungsfirmen untersagen, solche Transaktionen mit Stablecoins oder anderen Kryptowerten abzuwickeln.
Die unmittelbaren Risiken betreffen den brasilianischen Handel, Zahlungsanbieter und grenzüberschreitende Krypto-Schienen. Längerfristig könnte der Fall beeinflussen, wie die USA Indiens UPI, den geplanten digitalen Euro und andere staatlich unterstützte Netzwerke behandeln, während Regierungen um Zahlungskontrolle, monetäre Souveränität und Dollareinfluss konkurrieren.
Häufig gestellte Fragen
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Warum betrachten die Vereinigten Staaten Pix als unfaire Handelspraxis?
US-Vertreter argumentieren, dass Regeln, die große Institute verpflichten, Pix Privatpersonen kostenlos anzubieten, zusammen mit gedeckelten Händlergebühren amerikanische Zahlungsunternehmen wie Visa und Mastercard benachteiligen.
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Wie verbreitet ist Pix in Brasilien?
Mehr als 90% der erwachsenen Brasilianer haben Pix genutzt. Das System verarbeitete im Juni fast 7 Milliarden Transaktionen im Wert von rund R$3 Billionen, oder $590 Milliarden.
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Wie wichtig sind Dollar-Stablecoins im brasilianischen Kryptomarkt?
Dollarbasierte Stablecoins machen rund 90% des brasilianischen Krypto-Transaktionsvolumens aus. Brasilien verarbeitet schätzungsweise $6 Milliarden bis $8 Milliarden an Krypto pro Monat.
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Was wird Brasiliens Resolution 561 ändern?
Ab dem 1. Oktober wird Resolution 561 Zahlungsfirmen untersagen, regulierte grenzüberschreitende Zahlungen mit Stablecoins oder anderen Kryptowerten abzuwickeln.
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Könnte der Pix-Streit Zahlungssysteme außerhalb Brasiliens betreffen?
Der Fall schafft einen Präzedenzfall dafür, US-Handelsrecht gegen staatlich unterstützte Zahlungsnetzwerke einzusetzen. Eine ähnliche Prüfung könnte Indiens UPI, den geplanten digitalen Euro und andere öffentliche digitale Infrastruktur erfassen.
CoinDesk