Polymarket rollt in den USA eine koordinierte Marketingkampagne aus, die auf TikTok-Influencern, Sportpartnerschaften unter anderem mit der Major League Baseball sowie Medienkooperationen mit CNBC und CNN aufbaut, wie die Associated Press berichtete. Der Schritt kommt rund ein Jahr, nachdem der Prognosemarkt den CFTC-regulierten Handelsplatz QCEX übernommen hat, um in den US-Markt zurückzukehren, und vier Monate nach dem Start einer CFTC-überwachten mobilen App, mit der Nutzer echtes Geld auf Sportergebnisse setzen können. Dan Lee, Leiter des US-Geschäfts, rahmte die Kampagne als Legitimitätsoffensive ein und argumentierte, dass das internationale Volumen von Polymarket die Fortschritte im Inland überdeckt habe.
Warum es zählt
Polymarket hatte die USA 2022 im Rahmen einer CFTC-Einigung über 1,4 Millionen Dollar wegen nicht registrierter ereignisbasierter Derivate verlassen. Ende 2024 durchsuchten Bundesbeamte das Haus von CEO Shayne Coplan, weil der Verdacht bestand, die Plattform habe entgegen der Vereinbarung weiterhin amerikanische Nutzer bedient. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die CFTC stellten ihre Ermittlungen Monate später ohne Anklageerhebung ein, nachdem ein Wechsel in der Präsidentschaft stattgefunden hatte. Damit war der Weg für den Neustart im Dezember frei. Die neue Marketingoffensive sitzt genau in dieser Öffnung: regulierte Infrastruktur (QCEX, die CFTC-überwachte App) wird mit glaubwürdigkeitsstarken Maßnahmen auf Konsumentenebene (MLB, die Mediendeals, die Influencer-Verträge) verknüpft. Es ist eine bewusste Reihenfolge. Die regulatorischen Kästchen sind nun abgehakt, also geht es jetzt darum, aus Compliance Marktanteil zu machen.
Marktauswirkungen
Die Zielgruppe, die Polymarket umwirbt, ist bereits beachtlich. Der X-Account kommt auf 1,7 Millionen Follower, etwa viermal so viel wie die 431.400 des Rivalen Kalshi, der seit 2020 unter CFTC-Aufsicht arbeitet. Der Wettbewerbsaspekt ist relevant, weil Kalshi der etablierte regulierte Prognosemarkt ist. Polymarket greift nun genau das konsumentenorientierte Sportwettsegment an, das Kalshi mitgeprägt hat, und bringt dabei stärkere Markenbekanntheit und eine größere Medienpräsenz mit. Beobachten sollte man die nächsten Quartalsberichte beider Plattformen zur Aufteilung der Sportevent-Volumina sowie jede CFTC-Leitlinie zu Event-Contract-Kategorien. Beides wird bestimmen, welche Partnerschaften, etwa mit Sportligen und Nachrichtenmedien, den nächsten Regulierungszyklus überstehen.
Häufig gestellte Fragen
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Warum hat Polymarket die USA 2022 verlassen?
Polymarket erklärte sich bereit, keine US-Kunden mehr zu bedienen, im Rahmen einer CFTC-Einigung über 1,4 Millionen Dollar, die der Plattform vorwarf, nicht registrierte ereignisbasierte Derivate anzubieten.
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Wie steigt Polymarket wieder in den US-Markt ein?
Die Plattform übernahm vor einem Jahr die CFTC-regulierte Börse QCEX und startete im Dezember eine CFTC-überwachte mobile App, mit der Nutzer echtes Geld auf Sportereignisse setzen können. Eine neue Marketingkampagne ergänzt das Ganze um Influencer-Deals, eine MLB-Partnerschaft und Medienkooperationen mit CNBC und CNN.
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Was geschah bei der Bundes-Razzia auf den CEO von Polymarket 2024?
Bundesermittler durchsuchten Ende 2024 die Wohnung von CEO Shayne Coplan im Rahmen einer Untersuchung, ob Polymarket trotz seiner Vereinbarung von 2022 weiter US-Nutzer bediente. Die Staatsanwaltschaft und die CFTC stellten ihre Ermittlungen Monate später ohne Anklage ein, nach einem Wechsel im Weißen Haus.
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Wie schlägt sich Polymarket im Vergleich zu Kalshi bei Regulierung und Reichweite?
Kalshi arbeitet seit 2020 unter CFTC-Aufsicht und kann damit auf eine längere regulierte Historie verweisen. Polymarkets X-Account hat 1,7 Millionen Follower, rund viermal so viele wie Kalshis 431.400. Mit der QCEX-Übernahme und dem App-Start im Dezember verfügt auch Polymarket über eine regulierte US-Basis.
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Welches Vertrauensrisiko bleibt für Polymarket am größten?
Eine Wall Street Journal-Recherche im Vormonat warf Polymarket vor, bezahlte Influencer eingesetzt zu haben, um simulierte Trades und Gewinne in sozialen Medien zu bewerben, ohne ausreichend auf den Werbecharakter hinzuweisen. Die neue Kampagne wird an den Transparenzstandards gemessen, die das Unternehmen nun…