Sam Bankman-Fried, der inhaftierte Gründer der kollabierten Kryptobörse FTX, hat diese Woche formell einen Antrag auf eine präsidiale Begnadigung bei Donald Trump eingereicht. Das Gnadengesuch tauchte am Montag in den Akten des Office of the Pardon Attorney des US-Justizministeriums als offener Fall auf. Bankman-Fried verbüßt eine 25-jährige Haftstrafe, nachdem er 2023 wegen Betrugs und Verschwörung im Zusammenhang mit dem Loch von 8 Milliarden Dollar in den Büchern von FTX verurteilt worden war, das den Zusammenbruch der Börse im November 2022 auslöste.
In einem Telefoninterview mit der FOX-Business-Korrespondentin Susan Li bestätigte Bankman-Fried die Bitte: Auf die Frage, ob er eine Begnadigung aus dem Weißen Haus wünsche, antwortete er „Absolut" und fügte hinzu, die Entscheidung liege „letztlich beim Präsidenten, nicht bei mir". Seine Eltern — die Stanford-Rechtsprofessoren Joseph Bankman und Barbara Fried — haben in Trumps Umfeld unabhängig voneinander Kontakt zu Personen aufgenommen, um in seinem Namen zu werben, wobei ein direkter Kontakt mit dem Weißen Haus bislang nicht bestätigt ist.
Warum es wichtig ist
Der Antrag ist die bislang konkreteste Eskalation einer monatelangen Kampagne von Bankman-Fried, sich öffentlich an Trump anzunähern — er lobte die Iran-Schläge, schrieb dem Präsidenten zu, die SEC „gerettet" zu haben, indem er Gary Gensler durch Paul Atkins ersetzte, und verwies auf niedrigere Benzinpreise — während er parallel ein Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung betreibt. Es spiegelt die Strategie wider, die er früher skizziert hatte, um nach seiner Zeit als Großspender der Demokraten im Wahlzyklus 2020 die Gunst der Republikaner zu gewinnen.
Trump hat klar gezeigt, dass er bereit ist, seine Begnadigungsbefugnis bei Angeklagten mit Krypto-Bezug einzusetzen, und seit seiner Rückkehr ins Amt bereits Ross Ulbricht vom Silk Road, den früheren Binance-CEO Changpeng Zhao sowie die BitMEX-Mitgründer begnadigt. Die SBF-Bitte fällt jedoch in eine andere Kategorie: In einem Interview mit der New York Times im Januar gruppierte Trump Bankman-Fried ausdrücklich mit prominenten Angeklagten, die er nicht begnadigen wolle, und sagte ihm, er solle nicht auf Gnade hoffen.
Auswirkungen auf den Markt
Die Rückzahlungen an FTX-Gläubiger laufen über die Insolvenzmasse weiter, unabhängig vom Ausgang eines möglichen Gnadengesuchs; der Antrag verändert den rechtlichen Zeitplan für die Berufung nicht.
Häufig gestellte Fragen
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Hat Sam Bankman-Fried tatsächlich ein präsidiales Gnadengesuch eingereicht?
Ja. Das Gnadengesuch tauchte am Montag in den Akten des Office of the Pardon Attorney des US-Justizministeriums auf und ist als offen gelistet, womit eine Prüfung eingeleitet wurde.
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Welche Strafe verbüßt SBF und wofür wurde er verurteilt?
Bankman-Fried verbüßt eine 25-jährige Haftstrafe, nachdem er 2023 wegen Betrugs und Verschwörung im Zusammenhang mit dem Loch von 8 Milliarden Dollar in den Kundenkonten von FTX verurteilt wurde, das den Zusammenbruch der Börse im November 2022 auslöste.
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Hat Trump Signale gegeben, dass er SBF begnadigen wird?
Nein. In einem Interview mit der New York Times im Januar ordnete Trump Bankman-Fried ausdrücklich prominenten Angeklagten zu, die er nicht begnadigen wolle, und sagte ihm, er solle nicht auf Gnade setzen.
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Welche Krypto-Persönlichkeiten hat Trump bereits begnadigt?
Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump den Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht, den früheren Binance-CEO Changpeng Zhao sowie die Mitgründer von BitMEX begnadigt.
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Lobbyieren SBFs Eltern im Weißen Haus für ihn?
Die Stanford-Rechtsprofessoren Joseph Bankman und Barbara Fried haben in Trumps Umfeld Kontakt zu Personen aufgenommen, um eine mögliche Begnadigung auszuloten, direkte Gespräche mit Vertretern des Weißen Hauses wurden bislang jedoch nicht bestätigt.