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Stablecoins könnten Bank-Runs auslösen, warnt IWF

Die Warnung des IWF zielt nicht auf Solvenz, sondern auf Geschwindigkeit: In einer Panik lassen Dollar-Stablecoins ihre Inhaber schneller zum Ausgang eilen, als jede Bank Auszahlungen abwickeln kann, während Reserven womöglich nicht Schritt halten.

Der IWF warnte, dass an den Dollar gekoppelte Stablecoins in Phasen finanzieller Anspannung währungsbezogene Runs nach Art von Banken verstärken könnten. Ausgerechnet die Eigenschaft, die sie attraktiv macht, reibungslose Rückgabe, kann Abflüsse beschleunigen, sobald das Vertrauen bricht.

Warum das wichtig ist

Die Sorge ist nicht, dass Reserven unter normalen Bedingungen betrügerisch oder unterbesichert sind, sondern dass selbst vollständig gedeckte Stablecoins in einer Krise mit einem Mismatch konfrontiert sind. Inhaber können binnen Sekunden in einen Stablecoin hinein- oder aus ihm herauswechseln, während die zugrunde liegenden Reserven in T-bills, Repo-Geschäften oder Bankeinlagen liegen, deren Auflösung Tage dauern kann. Diese Geschwindigkeitslücke ist der Mechanismus, auf den der IWF hinweist, und sie betrifft jeden großen Dollar-Stablecoin, nicht nur jene mit der schwächsten Governance.

Marktauswirkung

Die Warnung kommt, während US-Gesetzgeber einen bundesweiten Rahmen für Stablecoins finalisieren, der Emittenten zu bankähnlicher Aufsicht zwingen und regelmäßige Offenlegungen der Reserven verlangen würde. Die Einordnung des IWF gibt Regulierern Rückendeckung, um Rückgabeschranken, Kapitalpuffer oder Liquiditätsanforderungen zu fordern, die dem Handbuch gegen Bank Runs ähneln. Für Tether und Circle bedeutet das einen strukturellen Wandel hin zu Betriebskosten, die näher an Geldmarktfonds liegen als an Fintech-Emittenten.

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Häufig gestellte Fragen

  1. Warum sorgt sich der IWF um Dollar-Stablecoins, wenn die Reserven vollständig gedeckt sind?

    Der IWF weist auf einen Geschwindigkeits-Mismatch hin, nicht auf Reservebetrug. Stablecoin-Inhaber können binnen Sekunden zurückgeben, doch Reserven liegen in T-bills und Repo-Geschäften, deren Liquidation Tage dauern kann. Eine Panik kann einen Stablecoin daher schneller leeren, als der Emittent Vermögenswerte…

  2. Richtet sich die Warnung des IWF gegen einen bestimmten Stablecoin-Emittenten?

    Nein. Die Einordnung gilt strukturell für vollständig gedeckte Dollar-Stablecoins als Kategorie, einschließlich Tether und Circle, und zielt nicht auf die Solvenz eines einzelnen Emittenten.

  3. Wie wirkt sich das auf die anstehende US-Gesetzgebung zu Stablecoins aus?

    Die Warnung gibt Regulierern Rückendeckung, um im bundesweiten Rahmen bankähnliche Elemente durchzusetzen, darunter Kapitalpuffer, Liquiditätsanforderungen und regelmäßige Reserveoffenlegungen über das hinaus, was Emittenten derzeit veröffentlichen.

  4. Was ist ein „currency run“ im Stablecoin-Kontext?

    Ein currency run ist ein panikgetriebener Ansturm auf die Rückgabe eines Stablecoins, bei dem Inhaber schneller in Dollar wechseln, als die Reserven des Emittenten zur Bedienung der Rückgaben liquidiert werden können.

  5. Könnten Stablecoins Rückgabeschranken wie Banken im Jahr 2023 erleben?

    Die Einordnung des IWF eröffnet diese Möglichkeit. Wenn Regulierer bankähnliche Liquiditätsregeln übernehmen, könnten Emittenten verpflichtet werden, Rückgaben in Stressphasen zu drosseln und Stablecoins eher wie Geldmarktfonds als wie Fintech-Produkte zu behandeln.

Quellenangabe
Aggregiert von CoinTelegraph · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 1h
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