Das Vereinigte Königreich hat sein Krypto-Regime binnen weniger Tage näher an einen tragfähigen institutionellen Markt herangeführt. Die Financial Conduct Authority finalisierte im vergangenen Monat ihre Krypto-Regeln, während die Bank of England geplante Grenzen für Bestände an fiat-gebundenen Stablecoins strich. Die Zentralbank senkte zudem die Reserveanforderung, die Emittenten bei der Bank halten müssen, von 40% auf 30%. Diese Anpassung wurde direkt durch den Widerstand der Branche gegen den restriktiveren Rahmen geprägt, den sie im November 2025 vorgestellt hatte.
Der frühere Vorschlag hätte individuelle Bestände an systemischen Sterling-Stablecoins auf £20.000 und Unternehmensbestände auf £10 Millionen begrenzt. Die Branche bezeichnete diese Werte als nicht skalierbar. Die FCA war unterdessen wegen langsamer Zulassungen, undurchsichtiger Verhaltensvorgaben und FinProm-Regeln kritisiert worden, die regelkonformes Marketing erschwerten. Zusammen hatten diese Reibungen das Vereinigte Königreich sichtbar hinter den MiCA-Rahmen der EU und den GENIUS Act der USA zurückfallen lassen, die beide bereits von der Konsultation in die Durchsetzung übergegangen sind.
Warum das wichtig ist
Die Form der Rücknahme lässt dies eher wie einen Regimewechsel als wie eine Feinjustierung wirken. Die Reserveanforderungen wurden um ein Viertel des ursprünglichen Werts gesenkt, Halteobergrenzen wurden vollständig gestrichen, und die FCA verpflichtete sich, später in diesem Jahr zu konsultieren, wie ihre Regeln gelten, sobald ein Stablecoin-Emittent vom Treasury als systemisch eingestuft wird. Die ressortübergreifende Koordination zwischen der Bank und der FCA war für Unternehmen, die sich in einem geteilten Mandat bewegen, historisch ein Knackpunkt. Die Bereitschaft, auf Branchenfeedback zu reagieren, ist bislang das stärkste Signal, dass London um das institutionelle Krypto-Geschäft konkurrieren will, das bereits nach Frankfurt, Brüssel und New York fließt.
Benchmark-Daten unterstreichen die Kosten der Verzögerung. Laut dem Visa und Dune Beyond Dollarization report stieg die Zahl der eindeutigen Inhaber von Nicht-Dollar-Stablecoins zwischen Januar 2023 und Februar 2026 um das 30-Fache, vor allem getrieben durch reale Zahlungen, Abwicklung und Gehaltszahlungen statt durch Spekulation. Unter MiCA kletterte das Transfervolumen von Euro-Stablecoins von $270 Millionen auf $8 Milliarden pro Monat, sobald stablecoin-spezifische Regeln in Kraft traten.
Häufig gestellte Fragen
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Was genau hat die Bank of England bei Stablecoins geändert?
Die Bank strich die zuvor vorgeschlagenen Grenzen für Bestände an fiat-gebundenen Stablecoins und senkte die Reserveanforderung, die Emittenten bei der Zentralbank halten müssen, von 40% auf 30%. Das ist eine Anpassung des restriktiveren Rahmens, den sie im November 2025 vorgestellt hatte.
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Warum ist die Ankündigung der finalisierten Krypto-Regeln der FCA bedeutend?
Die FCA finalisierte im vergangenen Monat ihre Krypto-Regeln zu Kapitalanforderungen, Zulassungen, Offenlegungen und dem breiteren Verhaltensrahmen. Damit reagiert sie auf langjährige Branchenkritik an langsamen Genehmigungen, unklaren Erwartungen und schwer praktikablen FinProm-Marketingregeln.
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Wie schneidet die britische Rücknahme im Vergleich zum MiCA-Rahmen der EU ab?
Unter den stablecoin-spezifischen Regeln von MiCA wuchs das Transfervolumen von Euro-Stablecoins von $270 Millionen auf $8 Milliarden pro Monat. Branchenvertreter im Vereinigten Königreich verweisen darauf als Benchmark dafür, dass praktikable statt restriktiver Regeln Adoption freisetzen.
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Welchen Zeitplan haben britische Krypto-Unternehmen für die Einhaltung der Regeln?
Die britische Krypto-Branche arbeitet auf eine verpflichtende Zulassungsfrist im Oktober 2027 unter dem neuen Regime hin. Vor diesem Datum sollen noch mehrere Branchenkonsultationen folgen.
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Welchem politischen Risiko steht die britische Krypto-Agenda gegenüber?
Da nach dem Rücktritt von Premierminister Keir Starmer binnen Wochen ein neuer Labour-Vorsitzender erwartet wird, ist die Kontinuität des Krypto-Rahmens während des Führungswechsels der unmittelbare Test dafür, ob der jüngste regulatorische Kurswechsel politisch Bestand hat.
CoinDesk