Der USDC-Umlauf wuchs im vierten Quartal 2025 binnen Jahresfrist um 72 % auf $75,3 Milliarden, und Circles Jahresumsatz samt Reserveerträgen stieg um 64 % auf $2,7 Milliarden. In der Gewinnzeile kam davon aber nicht das an, was die Schlagzeile vermuten lässt: Allein die an Coinbase gebundenen Vertriebskosten erreichten $1,4 Milliarden, nach $924,5 Millionen im Jahr 2024, und verschlangen damit rund 51 % des Gesamtumsatzes. Circles einbehaltene RLDC-Marge blieb trotz beschleunigten Wachstums unverändert bei 39 %, genau wie im Vorjahr.
Warum das wichtig ist
Die Zahlen für 2025 stellen die übliche Wettbewerbserzählung bei Stablecoins auf den Kopf. Investoren gingen jahrelang davon aus, dass der Emittent mit dem größten Angebot gewinnt. Circles 10-K zeigt in eine andere Richtung: USDC kann diese Kennzahl weiter anführen, während die Plattformen mit den Nutzern bestimmen, wie viel der dahinterstehenden Erlöse tatsächlich zum Emittenten zurückfließt.
Der Druck ist nicht mehr abstrakt. Coinbase bleibt im Rahmen einer im August 2026 zur Neuverhandlung anstehenden Vereinbarung der größte zentrale Vertriebspartner von USDC. Coinbase ist außerdem Mitglied von Open USD, einem Konsortium aus mehr als 140 Firmen, darunter Visa und Mastercard, das Reserveerträge nach Abzug einer Managementgebühr mit Mitgliedern teilt und Coinbase eine Messlatte für bessere Konditionen liefert. Auf der dezentralen Seite leitet Hyperliquids AQAv2-Framework rund 90 % der kostenbereinigten Reserve-Yield-Erlöse aus abgestimmtem Stablecoin-Angebot zurück an das Protokoll selbst. Da USDC rund 97 % von Hyperliquids Stablecoin-Basis stellt und dort etwa $5 Milliarden im Umlauf sind, bewahrt Hyperliquid die Liquiditätsdominanz von USDC und schöpft zugleich die von ihm erzeugten Yield-Erlöse ab.
Marktauswirkung
JPMorgan hat die Struktur als kurzfristige Belastung für die Gewinne von Circle und Coinbase sowie als längerfristige Gefahr für Circles USDC-Ökonomie markiert. Circles eigene Sensitivitätsanalyse schärft dieses Bild: Eine Zinserhöhung um 100 Basispunkte würde die Reserveerträge um $756 Millionen erhöhen, zugleich aber Vertriebs- und Transaktionskosten um $369 Millionen steigen lassen. Für Circle blieben $387 Millionen, also 51 % der zusätzlichen Erträge.
Häufig gestellte Fragen
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Warum blieb Circles Marge unverändert, obwohl das USDC-Angebot um 72 % wuchs?
Die an Coinbase gebundenen Vertriebskosten stiegen 2025 auf $1,4 Milliarden, nach $924,5 Millionen im Jahr 2024, und verschlangen rund 51 % des Gesamtumsatzes sowie 63 % der Reserveerträge im Q4. Circles RLDC-Marge blieb dadurch bei 39 %.
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Was ist Open USD und warum ist es für Circle wichtig?
Open USD ist ein konkurrierendes Stablecoin-Modell eines Konsortiums aus mehr als 140 Firmen, darunter Visa und Mastercard. Es teilt Reserveerträge nach einer Managementgebühr mit Konsortialmitgliedern und gibt Vertriebspartnern wie Coinbase eine Messlatte, um von Circle mehr Erlösanteile zu verlangen.
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Wie schöpft Hyperliquid Yield aus USDC ab, ohne ihn zu ersetzen?
Hyperliquids AQAv2-Framework leitet rund 90 % der kostenbereinigten Reserve-Yield-Erlöse aus abgestimmtem Stablecoin-Angebot zurück an das Protokoll. USDC hält weiter rund 97 % von Hyperliquids Stablecoin-Basis, sodass der Handelsplatz USDC dominant hält und zugleich die von ihm erzeugten Erlöse erfasst.
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Wann wird die Circle-Coinbase-Vertriebsvereinbarung neu festgelegt?
Die aktuelle Vereinbarung wurde im August 2023 mit einer ersten Laufzeit von drei Jahren bis August 2026 unterzeichnet. Die Unternehmen können vor diesem Datum Änderungen besprechen, und der Vertrag verlängert sich automatisch um weitere drei Jahre, wenn beide Seiten ihre Pflichten weiter erfüllen.
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Welchen regulatorischen Vorteil hat Circle gegenüber Stablecoin-Konkurrenten?
Circle erhielt kürzlich die endgültige OCC-Genehmigung zur Gründung einer nationalen Treuhandbank. Diese bundesstaatliche Zulassung ist für Wettbewerber ohne vergleichbare Nachweise schwer zu erreichen, während sich Vertriebskonditionen anderswo verschärfen.