Der Analyst Jim Ferraioli von Charles Schwab hat eine klare Sicht auf die jüngste Schwäche von Bitcoin: Es geht nicht um den kleinen BTC-Verkauf von Michael Saylor, sondern darum, dass Kapital aus Krypto abfließt und in die Erzählungen investiert wird, die derzeit die stärksten spekulativen Renditen generieren. "Krypto-Investoren gehen historisch gesehen einfach dorthin, wo das Momentum ist", sagte Ferraioli. "Und das Momentum ist momentan aus Krypto heraus."
Warum es wichtig ist
Ferraiolis Sichtweise widerspricht dem dominierenden Marktnarrativ des vergangenen Jahres — Genehmigungen für Spot-ETFs, Milliarden an institutionellen Zuflüssen, regulatorische Fortschritte in Washington — und argumentiert, dass all das keine Rolle spielt, wenn Einzelhändler und momentumgetriebene Händler einen besseren Handel gefunden haben. Im Moment bedeutet das Gold, Aktien von KI-Infrastruktur und erwartete IPOs von Firmen wie OpenAI und Anthropic. Kritisch ist, dass krypto-native Plattformen wie Hyperliquid es Händlern jetzt ermöglichen, auf Aktien privater Unternehmen und Rohstoffe über unbefristete Verträge zu spekulieren, was bedeutet, dass Bitcoin nicht mehr nur gegen Altcoins konkurriert. Es konkurriert gegen jede wichtige spekulative Erzählung auf dem Markt.
Marktauswirkungen
Ferraioli beschreibt Bitcoin als "primär ein Einzelhandelsvermögen", das seit Oktober in einem Bärenmarkt ist. Saisonale Schwächen verschärfen das Problem — der Sommer war historisch gesehen die schwächste Phase für BTC. Viele ETF-Investoren, die im vergangenen Jahr von starken Schwankungen profitiert haben, nutzen das aktuelle Preisniveau als Ausstieg auf Breakeven statt als Einstieg. Bis ein neuer Katalysator das Momentum zurück in die Krypto bringt, sieht Ferraioli einen Markt mit "einem Mangel an Gründen, hier zu kaufen, wenn es andere Dinge gibt, die man wählen kann." Das Clarity-Gesetz könnte langfristige Unterstützung bieten, aber Regulierung allein wird den Momentum-Handel kurzfristig nicht umkehren.
CoinDesk