Eine Forschungsnotiz von Citi, die am 18. Mai veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass Bitcoin einem erheblich größeren Quantenrisiko ausgesetzt ist als Ethereum, und dass die Kluft nicht nur in der Kryptographie, sondern auch in der Governance verwurzelt ist. Diese Erkenntnis verstärkt ein wegweisendes Papier von Google Quantum AI, Stanford und der Ethereum Foundation aus dem März 2026, das schätzte, dass ein Quantencomputer mit weniger als 500.000 physikalischen Qubits einen Bitcoin-Privatschlüssel in etwa neun Minuten aus seinem öffentlichen Schlüssel ableiten könnte — ein Schwellenwert, der 20-mal weniger Ressourcen erfordert als zuvor angenommen.
Warum es wichtig ist
Die Verwundbarkeit von Bitcoin ergibt sich aus seiner Abhängigkeit von elliptischen Kurven-Digital-Signatur-Algorithmen: Wenn eine Transaktion gesendet wird, wird der öffentliche Schlüssel kurzzeitig on-chain offengelegt, und Shors Algorithmus könnte dieses Zeitfenster ausnutzen. Nic Carter, Mitbegründer von Coin Metrics, warnt seit Oktober 2025, dass ein Quantencomputer die elliptische Kurvenkryptographie möglicherweise bereits 2028 erheblich brechen könnte, wobei etwa 6,9 Millionen BTC potenziell über Legacy-Wallets und Taproot-Ausgaben exponiert sind. Die Governance von Bitcoin verstärkt das Risiko: SegWit benötigte 8,5 Jahre von der Konzeption bis zur Einführung, Taproot benötigte 7,5 Jahre, und die aktuellen post-quanten Vorschläge — BIP-360 und BIP-361 — befinden sich im Jahr 2026 noch im Entwurf oder frühen Testnet-Stadium.
Marktauswirkungen
Die Position von Ethereum divergiert stark. Das Pectra-Upgrade, das im Mai 2025 veröffentlicht wurde, führte EIP-7702 als ersten Schritt in Richtung Kontenabstraktion ein, wodurch individuelle Konten freiwillig zu quantensicheren Signaturen migrieren können, anstatt einen einzigen netzwerkweiten Hard Fork zu erfordern. Der bevorstehende Hegotá-Hard Fork, der für Ende 2026 geplant ist, integriert die post-quanten Infrastruktur weiter auf Protokollebene, wobei die Ethereum Foundation die Fertigstellung bis etwa 2029 anstrebt.
Häufig gestellte Fragen
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Warum ist Bitcoin stärker dem Quantenrisiko ausgesetzt als Ethereum?
Die elliptischen Kurvensignaturen von Bitcoin legen den öffentlichen Schlüssel während einer Transaktionsübertragung kurzzeitig on-chain offen, wodurch ein Zeitfenster entsteht, das Shors Algorithmus ausnutzen könnte. Auch die Governance bewegt sich langsam — die post-quanten Vorschläge BIP-360 und BIP-361 befinden…
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Wie viele BTC könnten gefährdet sein, wenn ein fähiger Quantencomputer auftaucht?
Nic Carter, Mitbegründer von Coin Metrics, schätzt, dass etwa 6,9 Millionen BTC gefährdet sein könnten, die sich über Legacy-Wallets und Taproot-Ausgaben erstrecken, die bereits 2025 mehr als 21 % aller Bitcoin-Transaktionen ausmachten.
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Was ist der Zeitplan von Ethereum für die Erreichung von Quantenresistenz?
Die Ethereum Foundation hat ein Ziel von etwa 2029 für den Abschluss der grundlegenden post-quanten Infrastruktur festgelegt. Das Pectra-Upgrade brachte EIP-7702 im Mai 2025, und der für Ende 2026 geplante Hegotá-Hard Fork wird die Unterstützung für quantensichere Signaturen weiter auf Protokollebene integrieren.
CoinDesk