Die britische Financial Conduct Authority hat sich direkt an die Vereine der Premier League gewandt und sie davor gewarnt, dass Sponsoring-Deals mit nicht zugelassenen Krypto-Unternehmen gegen das britische Finanzwerbungsregime verstoßen könnten — was die Vereine rechtlicher Haftung, Geldwäscherisiken und Reputationsschäden aussetzt.
Die Aufsichtsbehörde erklärte, nicht registrierte Firmen dürften im Vereinigten Königreich nur dann Werbung machen, wenn ihre Marketingmaterialien von einem zugelassenen Prüfer freigegeben würden — einen Weg, den mehrere prominente Ärmel-Deals erkennbar nicht genutzt hätten. „Millionen von Fußballfans vertrauen dem Wappen ihres Vereins“, sagte Lucy Castledine, FCA-Direktorin für Verbraucheranlagen. „Vereine sollten nicht zulassen, dass nicht zugelassene Finanzfirmen diese Loyalität ausnutzen, indem sie potenziell fragwürdige Produkte Millionen von Fans vorsetzen.“
Warum das wichtig ist
Die beiden bislang bekanntesten Krypto-Sponsorings in der Liga — OKX auf den Trikots von Manchester City und Kraken bei Tottenham Hotspur — liegen auf entgegengesetzten Seiten der Compliance-Linie. Krakens Muttergesellschaft Payward ist im Krypto-Register der FCA eingetragen, OKX nicht. Diese Asymmetrie ist nun der maßgebliche Test: Manchester City beherbergt die Marke eines Unternehmens, das die FCA als nicht zugelassen einstuft, in Großbritannien Verbraucher zu bewerben, und die Aufsichtsbehörde hat den Verein schriftlich darauf hingewiesen.
Die im Oktober 2023 verschärften Finanzwerbungsregeln der FCA gehörten bereits zu den strengsten der Welt für den privaten Krypto-Vertrieb. Ein Warnschreiben, das auf einen so öffentlich sichtbaren Sektor wie die Premier League zielt, signalisiert, dass die nächste Vollzugsfront die Plattformebene ist — also die Austragungsorte, Sender und Sporteinrichtungen, die nicht registrierten Firmen ihr Publikum verschaffen — und nicht die Firmen selbst.
Auswirkungen auf den Markt
Für Krypto-Firmen ohne britische Registrierung verengen sich die Wege für Sportsponsoring im britischen Fußball deutlich: Jeder Verein, der einen solchen Deal annimmt, übernimmt Compliance-Risiken, die er nicht mehr plausibel allein dem Sponsor zuordnen kann. Es ist zu erwarten, dass Vereine künftig Nachweise über die Freigabe zugelassener Werbung verlangen, bevor sie Krypto-Deals verlängern oder neu unterzeichnen, und dass nicht zugelassene Firmen ihre Sportmarketing-Budgets in Jurisdiktionen mit lascheren Regeln für Endkundenwerbung umlenken.
Die größere Bedeutung liegt im Präzedenzwert für andere Aufsichtsbehörden.
Häufig gestellte Fragen
-
Was hat die FCA konkret zu den Krypto-Deals in der Premier League angekündigt?
Die FCA erklärte, sie habe sich direkt an die Vereine der Premier League gewandt und sie davor gewarnt, dass Sponsoring-Deals mit nicht zugelassenen Krypto-Firmen gegen die britischen Finanzwerbungsregeln verstoßen könnten — was die Vereine rechtlicher Haftung, Geldwäscherisiken und Reputationsschäden aussetze.
-
Sind OKX und Kraken beide von der FCA zugelassen?
Nein. Krakens Muttergesellschaft Payward ist im Krypto-Register der FCA zugelassener Firmen eingetragen. OKX ist es nicht, wodurch das Ärmel-Sponsoring bei Manchester City direkt in den Fokus der FCA-Warnung rückt.
-
Was regeln die FCA-Finanzwerbungsregeln für Krypto?
Nicht registrierte Krypto-Firmen dürfen in Großbritannien nur dann an Verbraucher werben, wenn ihre Marketingmaterialien von einem dafür zugelassenen Unternehmen freigegeben werden. Deals, die diese Freigabe umgehen, riskieren Vollzugsmaßnahmen sowohl gegen die Firma als auch gegen jeden Vertriebspartner.
-
Warum zielt die FCA auf Fußballvereine statt auf Krypto-Firmen?
Die Aufsichtsbehörde weitet den Druck offenbar auf die Vertriebsebene aus — also auf die Austragungsorte und Marken, die nicht zugelassenen Firmen ihr Publikum verschaffen. Vereine, die die Marke eines nicht zugelassenen Sponsors tragen, erben Compliance-Risiken, die sie nicht mehr plausibel allein der Firma anlasten…
-
Könnte diese FCA-Maßnahme auf andere Aufsichtsbehörden übergreifen?
Ja. US-Bundesstaatsaufsichten und EU-Behörden, die unter MiCA-Werberegeln arbeiten, haben eine fertige Vorlage, falls die FCA ihrem Warnschreiben Vollzugsmaßnahmen folgen lässt — insbesondere für Maßnahmen gegen Vertriebspartner statt nur gegen die Krypto-Firma selbst.