Der ehemalige SEC- und CFTC-Vorsitzende Gary Gensler hat am Donnerstag beim Berufungsgericht des Sixth Circuit einen Amicus-Brief eingereicht und argumentiert, dass das Bundesrecht der CFTC keine Befugnis zur Aufsicht über sportbezogene Prognosemärkte verleiht. Damit stellt er sich gegen KalshiEx und auf die Seite einer Koalition aus Bundesstaaten, Stammesnationen und Interessenverbänden der Glücksspielbranche.
Gensler, der die CFTC von 2009 bis 2014 und die SEC von 2021 bis 2025 leitete, führte das Gericht durch die Geschichte des Commodity Exchange Act und von Dodd-Frank und argumentierte, der Kongress habe Sportwettenverträge ausdrücklich aus der gesetzlichen Definition eines Swaps ausgenommen. „Der Kongress hat Sportwettenverträge nicht in die gesetzliche Swap-Definition nach Dodd-Frank aufgenommen“, heißt es in dem Schriftsatz. „Solche Verträge entsprechen weder dem Zweck des CEA noch dem gesetzlichen Wortlaut, der einen Swap definiert und auf die Absicherung wirtschaftlicher Risiken abzielt. Bei Sportwetten geht es so gut wie nie um Absicherung.“
Warum es wichtig ist
Gensler schloss sich Amicus-Einreichungen der Indian Gaming Association und angegliederter Stammesorganisationen, der American Gaming Association sowie von Better Markets an – die alle Kalshis Argumentation angreifen, ihre Sportereignis-Kontrakte seien bundesrechtlich regulierte Swaps und nicht staatlich reguliertes Glücksspiel. Der Schriftsatz der Indian Gaming Association warf Kalshi vor, „unverfroren“ Stammesgebiete zu betreten, um dort „unreguliertes Glücksspiel“ zu betreiben und „den Stammesregierungen und Bundesstaaten lebenswichtige Einnahmen abzuziehen“. Die AGA verwies auf Kalshis eigene Markenanmeldungen, in denen die eigenen Dienste als „sports betting and gambling tournaments“ beschrieben werden, und erläuterte dem Gericht die Parlay-Angebote auf Kalshis Plattform. Better Markets zitierte frühere Kalshi-Einreichungen, in denen politische Ereignismärkte von Sportmärkten wie Pferderennen abgegrenzt wurden.
Die Schriftsätze beziehen klare Position: Ein ehemaliger Regulator, der den modernen Swap-Rahmen mitgeschrieben hat, sagt den Gerichten nun, dass Sportereignis-Kontrakte nicht darunter fallen. Da auch der Kongress das Thema aufgreift, läuft der Rechtsstreit auf den Obersten Gerichtshof der USA als wahrscheinlichen letzten Schiedsrichter zu.
Marktauswirkungen
Der Fall stammt aus Kalshis präventiver Klage gegen Ohio, in der ein Bundesrichter im März gegen das Unternehmen entschied.
Häufig gestellte Fragen
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Was argumentiert Gary Gensler in seinem Kalshi-Amicus-Brief?
Gensler erklärte dem Sixth Circuit, der Kongress habe Sportwettenverträge nie in die Dodd-Frank-Definition eines Swaps aufgenommen, sodass der CFTC die Befugnis fehle, KalshiExs sportbezogene Prognosemärkte zu beaufsichtigen. Seiner Auffassung nach dienen solche Verträge nicht der Absicherung wirtschaftlicher Risiken…
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Wer hat in diesem Fall noch Amicus-Briefe gegen Kalshi eingereicht?
Die Indian Gaming Association und angegliederte Stammesorganisationen, die American Gaming Association sowie Better Markets reichten alle Schriftsätze als Freunde des Gerichts ein. Sie argumentierten, Sportwetten-Prognosemärkte verletzten die Souveränität der Stammesnationen, glichen Wettbüros und dienten nicht der…
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Worum geht es in der zugrundeliegenden Klage zwischen Kalshi und Ohio?
Kalshi verklagte Ohio präventiv, um den Bundesstaat daran zu hindern, selbst zu klagen. Ein Bundesrichter entschied im März gegen Kalshi; das Unternehmen legte Berufung beim Sixth Circuit ein, wo nun die Amicus-Briefe eingingen.
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Wie haben andere Berufungsgerichte über Prognosemärkte entschieden?
Die Gerichte sind uneins. Der Third Circuit entschied im April, dass New Jersey Prognosemärkte nicht schließen darf, während ein Panel des Ninth Circuit eher den Bundesstaaten zuzuneigen schien. Der Fall vor dem Sixth Circuit und vermutlich der Oberste Gerichtshof der USA werden entscheidend sein.
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Was passiert, wenn die Bundesstaaten letztlich im Streit um Prognosemärkte gewinnen?
Betreiber von Prognosemärkten müssten sich in jedem Bundesstaat registrieren lassen und die jeweiligen Vorschriften einhalten; in Jurisdiktionen wie Arizona und Minnesota drohen strafrechtliche Konsequenzen für den Betrieb unregistrierter Plattformen. Zudem verlieren sie das Argument der bundesrechtlichen Präemption,…