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Anwalt verklagt Tether auf 344 Mio. USDT wegen Iran-Geldern

Der Fall stützt sich auf einen stablecoinspezifischen Rechtsanker: Tether hat bereits OFAC-gelistete Tron-Wallets eingefroren, und die Kläger wollen das Gericht dazu bringen, diese USDT zugunsten von Terrorismus-Urteilen neu auszugeben …

Anwalt verklagt Tether auf 344 Mio. USDT wegen Iran-Geldern
Anwalt verklagt Tether auf 344 Mio. USDT wegen Iran-Geldern
Anwalt verklagt Tether auf 344 Mio. USDT wegen Iran-Geldern
Anwalt verklagt Tether auf 344 Mio. USDT wegen Iran-Geldern

Ein Bundesrichter in Manhattan soll Tether dazu verpflichten, mehr als 344 Millionen Dollar in eingefrorenen USDT herauszugeben — 344.149.759 Token, die auf zwei Tron-Wallet-Adressen liegen, welche das US-Finanzministerium bereits als Eigentum der iranischen Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) eingestuft hat. Die am Donnerstag eingereichte Klage beim Southern District of New York, eingebracht vom Anwalt Charles Gerstein, zielt darauf ab, diese eingefrorenen Guthaben in eine Entschädigung für Kläger umzuwandeln, die seit Langem unbezahlte US-Terrorismusurteile gegen Iran halten — darunter Überlebende des Hamas-Selbstmordanschlags in Jerusalem von 1997.

Die juristische Begründung stützt sich auf ein Merkmal, das einzigartig für zentral ausgegebene Stablecoins ist: Tether behält administrative Kontrollen, die es ihm ermöglichen, Wallets einzufrieren, Adressen auf eine schwarze Liste zu setzen und Guthaben an anderer Stelle neu auszugeben — Fähigkeiten, die es bei nativer Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether nicht gibt. Da Tether die Mittel bereits als Reaktion auf die OFAC-Sanktionsmaßnahme immobilisiert hat, argumentieren die Kläger, sei das Unternehmen voll und ganz in der Lage, sie an Gläubiger mit vollstreckbaren Urteilen zu übertragen, und behandeln die eingefrorenen USDT als blockiertes Vermögen eines staatlichen Förderers des Terrorismus, das nach Bundesrecht der Zwangsvollstreckung unterliegt.

Warum das wichtig ist

Gersteins breitere Strategie wird erkennbar. Er hat nun dasselbe Vorgehen in dem Nordkorea-verbundenen Arbitrum-Streit um Lazarus-zugeordnete rsETH aus dem KelpDAO-Hack angewandt, in einer separaten Klage gegen das Datenschutzprotokoll Railgun DAO und nun in dieser IRGC-bezogenen USDT-Klage — drei verschiedene Krypto-Schauplätze, die ins Visier genommen wurden, weil ihre Architektur das Einfrieren oder Umleiten von Vermögenswerten erlaubt. Die juristische Argumentation im Tether-Fall ist die sauberste der drei: Die Eigentumsfrage, die den Aave-Streit um gestohlenes Ether vernebelte — ob gehackte Mittel jemals rechtlich Eigentum der Angreifer wurden — stellt sich hier nicht, da OFAC bereits erklärt hat, dass die Tron-Wallets dem IRGC gehören.

Marktauswirkungen

Für Tether ist das Präzedenzrisiko real. Die im Umlauf befindliche USDT-Menge beruht auf der Annahme, dass Token, sobald eingefroren, eingefroren bleiben, ansonsten aber funktional dem Dollar entsprechen.

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Häufig gestellte Fragen

  1. Was fordert Charles Gerstein vom Gericht?

    Er fordert einen Bundesrichter in Manhattan auf, Tether anzuweisen, 344.149.759 eingefrorene USDT — über 344 Millionen Dollar auf zwei OFAC-gelisteten Tron-Wallet-Adressen — auf eine vom Anwalt der Kläger kontrollierte Wallet zu übertragen. Diese Kläger halten unbezahlte US-Terrorismusurteile gegen Iran.

  2. Warum kann Tether USDT einfrieren oder neu ausgeben, Bitcoin oder Ether aber nicht?

    Anders als dezentrale Netzwerke ist USDT ein zentral ausgegebener Stablecoin mit administrativen Kontrollen, die Tether erlauben, Wallets einzufrieren, Adressen auf die schwarze Liste zu setzen und in manchen Fällen Guthaben anderswo neu auszugeben. Bitcoin und Ether können grundsätzlich nicht einseitig von einem…

  3. Was unterscheidet diesen Fall vom Nordkorea-bezogenen Arbitrum-Streit?

    Im Arbitrum-Streit um Lazarus-zugeordnete rsETH war das Eigentum an den gestohlenen Mitteln umstritten — Aave argumentierte, gehackte Kryptowährung sei nie rechtlich Eigentum der Angreifer geworden. Hier hat die OFAC die Tron-Wallets hingegen bereits als IRGC-Eigentum eingestuft, was nach Ansicht der Kläger die…

  4. Welches Präzedenzrisiko entsteht für Tether durch diesen Fall?

    Eine gerichtlich angeordnete Neuausgabe an private Kläger würde Tethers administrative Befugnisse über OFAC-Sanktionslisten hinaus auf die Erfüllung zivilrechtlicher Urteile ausdehnen und möglicherweise verändern, wie USDT-Inhaber und Börsen den rechtlichen Status eingefrorener Token bewerten.

  5. Wer sind die Urteilsgläubiger, die diesen Fall führen?

    Dazu gehören Opfer und Angehörige, die seit Langem unbezahlte US-Gerichtsurteile gegen Iran verfolgen, darunter Überlebende des Hamas-Selbstmordanschlags in Jerusalem von 1997, die zusammen Milliarden Dollar an unbezahlten terrorismusbezogenen Urteilen halten.

Quellenangabe
Aggregiert von CoinDesk · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 53d
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