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Appia lässt Architektur tokenisierter Märkte offen

Das Eurosystem hat bis 2028 Zeit, Grundsätze für den tokenisierten Wholesale-Finanzmarkt festzulegen. Pontes soll 2027 längere Betriebszeiten und 2028 einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb ermöglichen.

Appia lässt Architektur tokenisierter Märkte offen
Appia lässt Architektur tokenisierter Märkte offen
Appia lässt Architektur tokenisierter Märkte offen
Appia lässt Architektur tokenisierter Märkte offen

Christine Lagarde soll am 7. Februar 2027 als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurücktreten. Währenddessen prüft das Eurosystem weiter, wie die Infrastruktur für Europas tokenisierte Finanzmärkte gestaltet werden soll. Eine Zusammenfassung der Appia-Konsultation stützt sich auf 127 Antworten, lässt die Architektur aber offen. Ein Konzept soll bis 2028 vorliegen. Unabhängig davon will Pontes bis Mitte 2027 deutlich längere Betriebszeiten und 2028 einen durchgehenden Betrieb ermöglichen.

Warum das wichtig ist

Im Kern geht es darum, ob Zentralbankgeld Transaktionen über ein einziges Netzwerk, mehrere Netzwerke oder eine begrenzte Zahl zugelassener Netzwerke abwickeln soll. Ein einzelnes Netzwerk könnte Liquidität bündeln und die Koordination vereinfachen. Befragte warnten jedoch, dass es die Kontrolle konzentrieren, Abhängigkeiten von einem Anbieter oder einer Technologie schaffen und Innovationsanreize schwächen könnte. Mehrere Netzwerke könnten den Wettbewerb erhalten und unterschiedliche Geschäftsmodelle ermöglichen. Ohne verlässliche Interoperabilität droht jedoch eine Aufspaltung von Liquidität, Sicherheiten, Identitäten und Compliance.

Viele Befragte sprachen sich dafür aus, zugelassene Netzwerke mit transparenten Zulassungskriterien und gemeinsamen Standards zu prüfen. Laut Bericht muss jedoch noch bewertet werden, ob sich die Abwicklung mit Zentralbankgeld über mehr als ein Netzwerk ermöglichen lässt, ohne die Kontrolle des Eurosystems aufzugeben. Der Bericht hält die Einschätzungen der Beteiligten fest, nicht eine Präferenz des Eurosystems.

Auswirkungen auf den Markt

Für Banken kommt es in der Praxis darauf an, ob sich Liquidität und Sicherheiten effizient zwischen Handelsplätzen bewegen lassen. Die Designarbeit an Appia hebt die Weiterleitung von Liquidität und die Mobilisierung von Sicherheiten als operative Herausforderungen hervor. Damit ist Interoperabilität entscheidend dafür, ob ein System mit mehreren Netzwerken funktionieren kann. Befragte sahen tokenisierte Einlagen und Euro-Stablecoins zudem als mögliche Ergänzung zu Zentralbankgeld in einem zweistufigen System.

Pontes verbindet bereits DLT-Plattformen des Marktes mit den TARGET Services des Eurosystems, um tokenisierte Vermögenswerte im Wholesale-Bereich mit Zentralbankgeld abzuwickeln. Das umfassendere Appia-Konzept soll 2028 vorliegen. Die Konsultation sieht für 2027 komplexere, netzwerkübergreifende Tests vor. Zugangsregeln und Tests werden mitbestimmen, ob Europa die tokenisierte Finanzwirtschaft ausbauen und zugleich sicherstellen kann, dass Abwicklungsgeld auf konkurrierenden Plattformen nutzbar bleibt.

Häufig gestellte Fragen

  1. Was soll die Appia-Initiative erreichen?

    Appia ist eine Initiative des Eurosystems zum Aufbau eines integrierten Ökosystems für tokenisierte Wholesale-Finanzgeschäfte, in dem Vermögenswerte auf Distributed Ledgers ausgegeben oder abgebildet werden.

  2. Welche Netzwerkmodelle werden für die Abwicklung geprüft?

    Zur Wahl stehen ein einzelnes Netzwerk, mehrere Netzwerke oder eine begrenzte Zahl zugelassener Netzwerke mit gemeinsamen Standards und transparenten Zulassungskriterien.

  3. Warum könnten mehrere Abwicklungsnetzwerke für Banken problematisch sein?

    Ohne verlässliche Interoperabilität könnten Liquidität und Sicherheiten auf verschiedene Plattformen verteilt werden. Dadurch könnten Banken diese Ressourcen weniger effizient nutzen.

  4. Was verbindet Pontes, und welche Betriebsziele gibt es?

    Pontes verbindet DLT-Plattformen des Marktes mit den TARGET Services des Eurosystems, um tokenisierte Vermögenswerte im Wholesale-Bereich mit Zentralbankgeld abzuwickeln. Bis Mitte 2027 soll es längere Betriebszeiten geben, 2028 einen durchgehenden Betrieb.

  5. Hat das Eurosystem eine bevorzugte Appia-Architektur gewählt?

    Nein. Der Konsultationsbericht fasst die Einschätzungen der Beteiligten zusammen und lässt die Gestaltung offen. Eine Abwicklung über mehrere Netzwerke bei gleichzeitiger Kontrolle durch das Eurosystem muss laut Bericht noch geprüft werden.

Quellenangabe
Aggregiert von CryptoSlate · Verifiziert · Zuletzt aktualisiert vor 9h
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