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Polymarket: Frankreich blockiert ISPs vor WM-Finale

Die Sperre kommt Stunden vor der Abwicklung der größten Event-Märkte von Polymarket. Die Aufsicht verweist auf illegales Glücksspiel und mögliche Wettmanipulation, nicht auf das Prognosemarktmodell selbst.

Frankreichs Nationale Glücksspielbehörde hat Internetanbieter am 16. Juli angewiesen, Polymarket zu blockieren, nur Stunden bevor beim WM-Finale die größten Event-Märkte abgewickelt werden sollen, die die Prognosemarktbranche bislang gesehen hat.

Der Präsident der Behörde nannte zwei Gründe: Die Plattform fördere nach französischem Recht illegales Glücksspiel, und einige ihrer Wetten könnten anfällig für Manipulation sein. Die Anordnung sperrt französische Nutzer faktisch per Geoblocking vom Zugriff auf die Seite ausgerechnet im volumenstärksten Moment ihrer Handelsgeschichte aus.

Warum das wichtig ist

Polymarket hat 2025 große Teile des Jahres darauf verwendet, weiter in den institutionellen Mainstream vorzudringen, mit tieferer Liquidität, mehr Market Makern und wachsender Überschneidung mit traditionellen Finanzdesks. Frankreich verbietet das Unternehmen nicht direkt, sondern behandelt die Plattform als nicht lizenzierten Glücksspielanbieter. Diese Einordnung ist wichtig, weil sie die länger laufende Debatte umgeht, ob Event-Kontrakte Finanzderivate, Rohstoffe oder Wetten sind. Der Glücksspielweg ist schneller, enger gefasst und auf ISP-Ebene leichter durchzusetzen.

Marktauswirkungen

Der unmittelbare Schlag trifft französische Retail-Zuflüsse in die WM-Märkte, die sich über Wochen aufgebaut hatten. Die strukturelle Lesart ist größer: Polymarket hat nun von einer G7-Aufsicht eine funktionierende Blaupause dafür, wie man die Plattform abschneiden kann, und der Mechanismus auf ISP-Ebene lässt sich leicht nachbilden. Zu beobachten ist, ob andere EU-Mitglieder, besonders jene mit strengerer Glücksspielaufsicht unter MiCA-nahen Rahmenwerken, mit ähnlichen Anordnungen folgen.

Häufig gestellte Fragen

  1. Warum hat Frankreich Polymarket blockiert, statt es zu regulieren?

    Die Nationale Glücksspielbehörde stufte Polymarket als nicht lizenzierten Glücksspielanbieter ein. So können Aufseher das Glücksspielrecht nutzen, um schnell eine Sperre auf ISP-Ebene anzuordnen, statt auf Derivate- oder Marktregeln zu warten.

  2. Wann tritt die Polymarket-Sperre in Frankreich in Kraft?

    Die Anordnung wurde am 16. Juli erlassen und sperrt französische Nutzer vor dem WM-Finale aus. Polymarket bezeichnete diesen Markt als den größten Event-Markt seiner Geschichte.

  3. Ist Polymarket in ganz Frankreich verboten oder nur für bestimmte Nutzer?

    Die Anordnung ist ein nationaler Geoblock auf ISP-Ebene, kein unternehmensweites Verbot. Französische Nutzer können die Seite nicht erreichen, Polymarket operiert aber in anderen Rechtsräumen weiter.

  4. Betrifft das den WM-Finalmarkt von Polymarket?

    Ja. Französische Retail-Zuflüsse in die WM-Märkte hatten sich vor dem Finale über Wochen aufgebaut. Die Sperre kappt diese Beteiligung direkt vor der Abwicklung.

  5. Könnten andere EU-Länder Polymarket auf dieselbe Weise blockieren?

    Der Mechanismus auf ISP-Ebene lässt sich leicht nachbilden, und andere EU-Mitglieder mit strengerer Glücksspielaufsicht könnten ähnliche Anordnungen erlassen. Frankreich hat nun eine funktionierende Vorlage gesetzt.

Quellenangabe
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