Die Federal Reserve hat vorgeschlagen, von Emittenten von Payment-Stablecoins zu verlangen, ihre Token vollständig mit kurzfristigen US-Staatsanleihen oder anderen hochliquiden Vermögenswerten zu hinterlegen. Der Plan führt außerdem standardisierte Kapitalanforderungen, Risikomanagementstandards und ein eigenes Antragsverfahren für von der Federal Reserve beaufsichtigte Banken ein, die Stablecoins ausgeben wollen. Der Vorschlag ist Teil der Umsetzung des GENIUS Act auf Bundesebene, den Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr unterzeichnet hat.
Warum das wichtig ist
Der GENIUS Act schafft einen bundesweiten Rahmen, nach dem Stablecoins durch US-Dollar oder ähnlich liquide Vermögenswerte gedeckt sein müssen. Außerdem schreibt er jährliche Prüfungen vor. Mit ihrem Vorschlag würde die Fed diese Vorgaben in operative Standards für Emittenten und Banken übersetzen. Dadurch könnten große regulierte Institute einen klareren Zugang zum Markt für Payment-Stablecoins erhalten.
Das Gesetz soll im Januar 2027 in Kraft treten. Die ursprüngliche Frist für die Umsetzung war zwar auf Juli festgelegt worden, doch Behörden benötigen für die Finalisierung von Regeln häufig mehr Zeit. Der Vorschlag ist daher ein bedeutender Schritt bei der Festlegung, wie das Gesetz in der Praxis funktionieren soll, und noch kein fertiges Regelwerk.
Auswirkungen auf den Markt
Die Reservevorgaben würden beeinflussen, wie Emittenten ihre Liquidität verwalten und welche Vermögenswerte ausstehende Stablecoins decken dürfen. Einheitliche Kapital- und Risikokontrollen würden zwar die Compliance-Kosten erhöhen, könnten aber auch das Vertrauen in durch den Dollar gedeckte Payment-Token stärken und für einheitlichere Bedingungen unter den Emittenten sorgen.
Der Gouverneur der Federal Reserve, Michael Barr, unterstützte den Vorschlag, forderte jedoch eine strengere Ausgestaltung der Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche in Banken. Er stellte infrage, ob eine Beschränkung von Aufsichts- oder Durchsetzungsmaßnahmen auf als erheblich oder systemisch eingestufte Mängel die Fähigkeit des Board beeinträchtigen könnte, regelkonforme Programme durchzusetzen. Die endgültigen Regeln werden vor dem Inkrafttreten im Jahr 2027 klären, wie dieser Zielkonflikt gelöst wird.
Häufig gestellte Fragen
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Welche Reservevermögenswerte dürften Stablecoin-Emittenten verwenden?
Payment-Stablecoins müssten vollständig durch kurzfristige US-Staatsanleihen oder andere hochliquide Vermögenswerte gedeckt sein.
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Welche neuen Anforderungen hat die Federal Reserve für Emittenten vorgeschlagen?
Die Fed schlug standardisierte Kapitalanforderungen, Risikomanagementstandards und Vorgaben für Reservevermögenswerte von Payment-Stablecoin-Emittenten vor.
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Können von der Federal Reserve beaufsichtigte Banken die Ausgabe von Stablecoins beantragen?
Ja. Der Vorschlag würde ein eigenes Antragsverfahren für von der Federal Reserve beaufsichtigte Banken schaffen, die Payment-Stablecoins ausgeben wollen.
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Wann tritt der GENIUS Act in Kraft?
Der GENIUS Act soll im Januar 2027 in Kraft treten. Die Behörden entwickeln noch die Regeln, die für die Umsetzung seines bundesweiten Stablecoin-Rahmens erforderlich sind.
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Welche Bedenken äußerte Gouverneur Michael Barr?
Barr unterstützte den Vorschlag, forderte aber strengere Geldwäschekontrollen. Er stellte infrage, ob eine auf erhebliche oder systemische Mängel beschränkte Eingriffsschwelle die Aufsicht schwächen könnte.
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