Das Financial Stability Board warnte, dass globale Stablecoins bei schwerem Marktstress oder einer Insolvenz des Emittenten weiterhin unerprobt sind, während sich nationale Regeln unterschiedlich schnell entwickeln. Der Markt ist von rund 206 Milliarden US-Dollar zu Beginn des Jahres 2025 auf 306 Milliarden US-Dollar gewachsen. Damit steigt auch die potenzielle Reichweite einer grenzüberschreitenden Störung. FSB-Vorsitzender Andrew Bailey erklärte, globale Stablecoin-Strukturen seien grundsätzlich grenzüberschreitend, während die Zusammenarbeit noch in den Anfängen stecke.
Warum das wichtig ist
Das FSB hob Strukturen mit mehreren Emittenten als zentrale Schwachstelle hervor. Verbundene Unternehmen können denselben Stablecoin ausgeben und ihre Reserven in verschiedenen Rechtsordnungen halten. Wenn Inhaber über jeden Emittenten Rücknahmen verlangen können, könnten sich die Forderungen auf ein Unternehmen konzentrieren, während die dafür benötigten Vermögenswerte an anderer Stelle liegen. Ein Ausfall könnte zudem unklar machen, welche Insolvenzregeln welchen Landes gelten.
Stablecoins werden rund um die Uhr gehandelt, doch die Märkte, in denen ihre Reserven liegen, arbeiten nach festen Zeitplänen. Bei einem Ansturm könnte diese Diskrepanz Rücknahmen verlangsamen und den Kurs der jeweiligen Einheit unter Druck setzen. Pseudonyme Transaktionen könnten außerdem verschleiern, wo sich die Inhaber befinden und welche Behörden zuständig sind.
Auswirkungen auf den Markt
Das FSB forderte einen stärkeren grenzüberschreitenden Informationsaustausch, bessere Überwachung sowie eine Planung für die Notlage oder den Ausfall von Stablecoins. Seine Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend, doch die Mitglieder verpflichten sich im Allgemeinen dazu, vereinbarte Standards in nationales Recht und nationale Praxis zu überführen.
Ein Vertrauensverlust könnte Verkäufe von Reservevermögen oder Abzüge von Bankeinlagen auslösen und dadurch Stress auf die traditionellen Märkte übertragen. Tiefe Sekundärmärkte und Arbitrage können helfen, die Kursbindung wiederherzustellen. Die Warnung des FSB rückt jedoch die Rücknahmemechanismen, die grenzüberschreitende Verfügbarkeit von Reserven und die rechtliche Klarheit vor dem G20-Finanztreffen am 15. Oktober ins Zentrum der Stablecoin-Aufsicht.
Häufig gestellte Fragen
-
Welches Stablecoin-Risiko hat das FSB identifiziert?
Das FSB erklärte, dass globale Stablecoins bei schwerem Marktstress oder einer Insolvenz des Emittenten weiterhin unerprobt sind. Nationale Regeln und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit entwickeln sich unterschiedlich schnell.
-
Warum sind Stablecoins mit mehreren Emittenten in einer Krise anfällig?
Verbundene Emittenten können Reserven in verschiedenen Rechtsordnungen halten und gleichzeitig Rücknahmen über jeden Emittenten ermöglichen. Die Nachfrage könnte sich auf ein Unternehmen konzentrieren, obwohl die benötigten Vermögenswerte an anderer Stelle liegen.
-
Wie groß ist der vom FSB genannte Stablecoin-Markt?
Der Markt wuchs von rund 206 Milliarden US-Dollar zu Beginn des Jahres 2025 auf 306 Milliarden US-Dollar. Der größte Teil des Werts entfällt auf Token, die an den US-Dollar gekoppelt sind.
-
Wie könnte der Stablecoin-Handel rund um die Uhr einen Ansturm beeinflussen?
Stablecoins werden rund um die Uhr gehandelt, während die Märkte für ihre Reservewerte nach festen Zeitplänen arbeiten. Diese Diskrepanz könnte Rücknahmen verlangsamen und den Kurs der jeweiligen Einheit unter Druck setzen.
-
Welche Maßnahmen hat das FSB empfohlen?
Das FSB forderte mehr grenzüberschreitenden Informationsaustausch, Überwachung und Planung für die Notlage oder den Ausfall von Stablecoins. Seine Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend.